Mit Durchsetzungskraft und technischem Können ­gewann ­Svenja Wüthrich das Rennen um DAS Talent. Nun wird die Rad­sportlerin die nächsten zwei Jahre von Radquer-Profi Simon Zahner trainiert.

Durch meine Adern flies­sen Öl und Laktat, das Velo ist mein verlängerter Arm, und ich habe vieles erreicht, ob auf der Strasse oder im Dreck. Willst du von meiner Erfahrung profitieren und mich während zwei Jahren als Talent begleiten?» Auf diesen Aufruf für DAS Talent meldeten sich 20 Kandidaten bei Radquer-Profi Simon Zahner, um von ihm trainiert und gefördert zu werden. Drei Kandidaten wurden schliesslich im Februar zum Probetraining eingeladen – Felix Stehli, Svenja Wüthrich und Timo Müller. «Mir war der direkte Vergleich wichtig – denn genau wie ich vermutet hatte, war das Niveau bei allen drei sehr hoch», so Zahner. Aus diesem Grund wollte er nach dem Probetraining eine Nacht über die Entscheidung schlafen – die dann auf Svenja Wüthrich fiel. «Svenja zeigte Biss im Rennen gegen die zwei Jungs, hatte null Berührungsängste, suchte das Miteinander und bewies grosses Potenzial», so Zahner. Für Svenja eine kleine Überraschung, da sie nach dem Probetraining überhaupt nicht einschätzen konnte, wer das Rennen machen würde. Der Gewinn sei eine riesige Chance für sie, um im Spitzensport Fuss zu fassen – ihr erklärtes Ziel für die nächsten zwei Jahre. «Ich will einen grossen Leistungssprung machen. Es ist schon ein Traum von mir, Profi zu werden und an der Spitze mitfahren zu können.»

 

«Ich will an der Spitze mitfahren können.»
 

Bereit für den grossen Tag

Vorerst werden aber nun gemeinsame Trainingspläne erstellt. «In der Startphase ist es wichtig, dass wir einen gemein­samen Einstieg finden und ein Gefühl füreinander entwickeln», so Zahner. Er wünscht sich, dass Svenja während der zwei Jahre von seiner Erfahrung profitieren kann. Denn sein Weg verlief auch nicht immer «direkt von A nach B», wie er erzählt. «Durch meine Erfahrung kann ich Svenja vielleicht vor dem einen oder anderen Leerlauf bewahren.» Sein Ziel ist es, Svenja so weit zu bringen, dass sie jeweils am Tag X ihre beste Leistung abrufen kann. «Das Training wird intensiv. Am Ende dieser zweijährigen Zusammen­arbeit soll Svenja sagen können, dass es sich gelohnt hat.» 

Svenja Wüthrich ist 19 Jahre alt und wohnt in Zürich Wollishofen. Sie arbeitet zurzeit mit einem Pensum von 70 Prozent als Sachbearbeiterin Rechnungswesen bei der Stadt Zürich. Pro Woche trainiert sie rund zwölf Stunden. «Auf die Saison hin werden es aber bestimmt wieder einige mehr», so Svenja.