Smart Grid

Vorbereitung auf die Zukunft

Im Hinblick auf zukünftigen Herausforderungen im Verteilnetz haben wir das EKZ Smart Grid Labor ins Leben gerufen. Das Leuchtturmprojekt des Labors ist der im Jahr 2012 in Betrieb genommene grösste Batteriespeicher der Schweiz.

Über Smart Grid

Der im Rahmen der Energiestrategie 2050 geplante Ausbau der neuen erneuerbaren Energien stellt die Verteilnetze vor grosse Herausforderungen. Die Koordination der Kraftwerke und die Sicherstellung der Netzstabilität werden immer anspruchsvoller: Die Einspeisung von Energie ins Netz erfolgt dezentral und die Energieträger Sonne und Wind produzieren je nach Wetter mehr oder weniger Strom – unabhängig vom aktuellen Strombedarf.

Das Stromnetz muss also intelligenter werden und nicht nur die Kommunikation vom Verbraucher zum Kraftwerk sicherstellen, sondern auch diejenige vom Kraftwerk zum Verbraucher.

Kosteneffiziente Netze in der Energiewende

Ein wichtiges Ziel ist es, die Energiewende mit möglichst geringen Zusatzkosten zu erreichen. Das EKZ Smart Grid Labor identifiziert frühzeitig kostensparende Massnahmen im Bereich Smart Grid und bereitet deren Umsetzung vor.

Es sucht hierbei Antwort auf zahlreiche Fragen:

  • Wie bindet man die Photovoltaik am besten ins Verteilnetz ein?
  • Ab wann rechnen sich Speicher zur Vermeidung von Spitzenlasten?
  • Wie passt sich die Netzplanung an, um Smart Grid Konzepte zu berücksichtigen?
  • Welche Rolle übernimmt das Lastmanagement?
  • Wie erschliesst man neue Ertragsmöglichkeiten, unter anderem im Bereich der Systemdienstleistungen? 

Batteriespeicher

Mit dem Betrieb des ersten und grössten Batteriespeichers der Schweiz legen wir einen wichtigen Grundstein für das zukünftige Smart Grid.

Das Labor untersucht neben dem Spitzenlast-Management weitere Nutzungsmöglichkeiten, um die Wirtschaftlichkeit solcher Systeme zu verbessern. Mehr zum Thema

Solarprognosen

Photovoltaik ist die erneuerbare Energie mit dem grössten Potential im Kanton Zürich. Mit möglichst genauen Prognosen können Strategien für den Umgang mit wechselhaftem Wetter entwickelt werden.

Wenn Wolken oder ein Gewitter aufziehen, verringert sich die Stromproduktion einer Solaranlage rapide. Je besser man die Wetterentwicklung voraussagen kann, umso besser kann man den entsprechenden Schwankungen im Stromnetz entgegenwirken. Solarprognosen sind deshalb einer der Forschungsschwerpunkte im EKZ Smart Grid Labor.

Mit einer Kombination aus Wetterprognosen, Satellitenbildern und lokalen Fischaugenkameras werden bereits heute relativ genaue Prognosen realisiert.

Im Bereich Solarprognosen arbeiten wir mit der Firma Steadysun zusammen. Die Ertragsprognosen werden durch die kombinierte Analyse der Solarkraftwerksdaten, Wettervorhersagen, Satellitenbilder und Videoaufnahmen vor Ort erstellt.

Steadysun ist durch eine Ausgliederung aus dem CEA (Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives) und dem INES (französisches Institut für Solarenergie) entstanden. Sie sind auf Prognosedienstleistungen im Bereich Sonnenenergie spezialisiert. Mit einem Forschungs- und Entwicklungs-Team, das aus Experten für künstliche Intelligenz, Bildverarbeitung, Meteorologie und IT-Technik besteht, arbeiten sie laufend an der Verbesserung der Prognose-Tools.

Zur Website von Steadysun

Mit Smart Metering in die Zukunft

Als erster grosser Energieversorger der Schweiz entschieden wir uns für den flächendeckenden Einsatz von Smart Metern. In den nächsten zwei Jahren installieren wir rund 50'000 Smart Meter im Austausch mit älteren Zählern oder in Neubauten.

Smart Meter sind intelligente Stromzähler, die den Stromverbrauch der Kunden automatisch an den Energieversorger übermitteln.

Anfangs funktionieren die Smart Meter noch wie die herkömmlichen Zähler und werden durch unsere Ableser vor Ort ausgelesen.

Erst wenn bei genügend Kunden eines Quartiers ein Smart Meter installiert ist, wird die volle Funktionalität aufgeschaltet. Die vollständige automatische Verarbeitung der Verbrauchsdaten vom Stromzähler bis hin in die Abrechnungssysteme und zu unserem Kundendienst ist bis heute in der Schweiz noch einzigartig.

Die Verbrauchsdaten der Kunden werden vom Smart Meter über das Niederspannungsnetz an die EKZ übermittelt. Bis das gesamte EKZ Versorgungsgebiet mit Smart Metern ausgerüstet ist, dauert es voraussichtlich 15 bis 20 Jahre.

Nutzen von Smart Metering

  • geringerer personeller und administrativer Aufwand bei Umzügen
  • Möglichkeit der Prozessoptimierung bei Wechselprozessen
  • frühes Erkennen von Fehlfunktionen
  • regelmässige Plausibilitätsprüfungen
  • Möglichkeiten für die Einführung neuer Dienstleistungen zur Steigerung der Energieeffizienz

Die gewählten Smart Meter sind praktisch gleich teuer wie die herkömmlichen Zähler. Da wir in erster Linie alte Zähler ersetzen und Zähler in Neubauten installieren, sind die Zählerkosten als Ersatzinvestitionen zu sehen. In der monatlichen Grundgebühr ist die Miete des Stromzählers eingeschlossen. Es entstehen für die Kunden keine zusätzlichen Kosten für Smart Meter.

Wenn Sie einen aktiven Smart Meter haben, können Sie Ihren Verbrauch und weitere Informationen im myEKZ Kundenportal nachschauen. Dazu müssen Sie die Smart Meter Funktion in Ihrem Account bestätigen und ab dem nächsten Tag haben Sie Zugriff auf Ihre Daten.

Via folgendem Link können Sie sich in unserem Kundenportal neu registrieren oder anmelden. Bei Fragen hilft Ihnen unser Kundendienst gerne weiter.

Im Zusammenhang mit dem Thema Smart Metering werden in regelmässigen Abständen Zeitungsartikel publiziert, die suggerieren, dass mit intelligenten Stromzählern Persönlichkeitsprofile erstellt und Bestimmungen des Datenschutzes verletzt werden.

Bestimmungen des Datenschutzes werden konsequent umgesetzt
Wir haben uns bereits bei unserem Pilotprojekt, das zwischen Sommer 2010 und Frühjahr 2012 in Dietikon durchgeführt wurde, sehr sorgfältig mit dem Thema Datenschutz auseinandergesetzt und uns mit dem Datenschützer des Kantons Zürich abgesprochen. Die Vorlagen des Zürcher Datenschutzes bei einem Smart Meter Rollout setzen wir konsequent um. Wir orientieren unsere Kunden transparent über den Einsatz von Smart Metern und haben alle Massnahmen ergriffen, um einen sicheren Datenverkehr zu gewährleisten.

Daten werden pseudonymisiert übermittelt

Gemäss Bestimmungen des Datenschutzes dürfen nur diejenigen Daten erhoben werden, die zur Aufgabenerfüllung geeignet und erforderlich sind. Die Datenbearbeitung hat so wenig wie möglich in die Privatsphäre der Betroffenen einzugreifen.

Wir berücksichtigen diese Vorgaben, indem wir nur die betrieblich notwendigen Daten auslesen und pseudonymisiert übermitteln. Das heisst, die Daten werden mit einer dem Zähler zugeteilten Nummer weitergeleitet und bei der Erstellung der Stromrechnung mit dem Namen und den Adressdaten des Kunden abgeglichen und personalisiert.

Daten werden vertraulich behandelt
Sowohl auf technischer als auch auf organisatorischer Ebene müssen gemäss Datenschutz Massnahmen getroffen werden, um die Vertraulichkeit sicherzustellen.
Wir haben die notwendigen technischen Vorkehrungen getroffen, um die sichere Datenübermittlung nach dem Stand der Technik zu gewährleisten. Die Personendaten werden Dritten grundsätzlich nicht zugänglich gemacht. Falls Dritte für die Bearbeitung der Daten hinzugezogen werden, sind diese durch uns zur Geheimhaltung verpflichtet worden. Mit diesen Massnahmen ist die Vertraulichkeit der Daten sichergestellt und der Missbrauch durch Dritte ausgeschlossen.

Allgemeine Bedingungen

Einführung Smart Meter Dietikon 

Wir haben bei rund 1000 Kunden in Dietikon Smart Meter installiert. Unser zweijähriges Pilotprojekt ist nun technisch abgeschlossen.

Die Resultate aus dem Pilotprojekt bestätigten, dass die Einführung von Smart Metering der richtige Entscheid für zukünftige Anforderungen an die Zählerinfrastruktur ist. Denn mit dem zweiten Schritt der Strommarktliberalisierung werden alle Kunden die Möglichkeit haben, ihren Energieversorger selbst zu wählen. Ohne elektronische Abwicklung und Systemunterstützung wären diese Kundenwechsel nur mit grossem personellen Aufwand zu bewältigen.

Solarenergie im Wärmeboiler

In Rickenbach-Sulz überprüfen wir seit Anfang 2016 zusammen mit der ETH Zürich und Landis+Gyr, wie man Solarenergie in Wärmeboilern speichern kann.

Dazu werden 30 Wärmeboiler eines Quartiers immer dann dynamisch und automatisiert aufgeladen, wenn die nahgelegene, über 3‘000 Quadratmeter grosse Solaranlage auf den Hallendächern des Exportverpackungsunternehmens Wegmüller AG Solarstrom produziert.

Mit neuen Kommunikationstechnologien werden die Solaranlage, die Haushalte mit ihren neuen intelligenten Zählern, Lastschaltgeräte und eine zentrale intelligente Steuerung vernetzt. Die Steuerung ermittelt anhand von Wetterprognosen, wann wieviel Solarenergie in die Boiler zu lenken ist anstatt damit das Netz grossflächig zu belasten.

myEKZ
Kontakt