Die Glühbirne hat ausgedient

In der Schweiz entfallen 14 Prozent des Stromverbrauchs auf die Beleuchtung. Mit effizienteren Lampen könnte hier viel eingespart werden. Seit September 2009 wurden deshalb alle ineffizienten Leuchtmittel schrittweise aus Produktion und Handel genommen. Passenden Ersatz zu finden, ist allerdings nicht ganz einfach.

Glühfadenlampen vor dem endgültigen Aus

Bei der klassischen Glühfadenlampe, wie sie um 1880 vom Amerikaner Thomas Alva Edison erfunden wurde, wurden 95 Prozent der Energie als Wärme und nur fünf Prozent als sichtbares Licht abgegeben. In der heutigen Zeit, wo ein sparsamer, vernünftiger Umgang mit Energie wirtschaftlich und politisch eine immer höhere Priorität geniesst, hat ein derart ineffizientes Ding wie die Glühbirne nur noch wenig Berechtigung. Zumal wesentlich energieeffizientere Alternativen längst vorhanden sind und mittlerweile in grosser Stückzahl produziert werden können.

So hat der Bund im Jahr 2008 – nahezu zeitgleich mit den EU-Ländern – mit seiner revidierten Energieverordnung das Ende des Glühbirnenzeitalters eingeläutet. In einem ersten Schritt verschwanden alle mattierten Glühbirnen aus den Verkaufsregalen. In einem zweiten Schritt lief auch der Verkauf von klaren Glühlampen aus. Seit dem 1. September 2012 wird für Haushaltsbeleuchtungen mindestens die Effizienzklasse C verlangt, was das endgültige Aus der herkömmlichen Glühbirne bedeutet. Ebenfalls betroffen von dieser Verordnung sind auch zahlreiche ältere Halogenlampen.

Teurer aber sparsam und langlebig
Energiesparlampen oder LED-Lampen der Effizienzklasse A kosten in der Anschaffung fünf- bis dreissigmal so viel wie eine vergleichbare Glühlampe. Allerdings verbrauchen sie etwa fünfmal weniger Strom. Zudem beträgt ihre Lebensdauer, je nach Hersteller und Fabrikat, zwischen 6000 und 25 000 Stunden, während die Glühbirne schon nach rund 1000 Stunden ihren Dienst quittiert hat. Die lange Lebensdauer und der niedrigere Stromverbrauch führen dazu, dass die Anschaffung solch energieeffizienter Lampen unter dem Strich substanzielle Kosteneinsparungen zur Folge hat. Alle rationalen Gründe sprechen also für den Kauf von Energiesparlampen.

Damit stehen den Konsumenten noch drei unterschiedliche Lampentypen zur Verfügung: Halogenglühbirnen, Energiesparlampen und LED-Lampen. Alle sind in den verschiedensten Formen, Grössen, Beleuchtungsstärken und Lichtfarben erhältlich. Während die Energiesparlampen und die LED-Lampen beide die Spitzenbewertung A in Sachen Energieeffizienz verdienen, werden die Halogenglühlampen mit einem C benotet.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Bis anhin liess sich die Helligkeit von herkömmlichen Lampen gut mit den Wattangaben beurteilen. Will man hingegen die Lichtausbeute von Glühlampen, Leuchtstofflampen, Halogenlampen und LED-Lampen miteinander vergleichen, helfen die Wattangaben wenig.

Lumen
Die von einer Lichtquelle abgegebene Lichtmenge heisst Lumen. Eine Kerze leistet etwa 15 Lumen, eine Energiesparlampe mit einer Leistungsaufnahme von 11 Watt kommt auf mehr als 600 Lumen.

Eine klassische, mattierte 60-Watt-Glühbirne gab etwa 700 Lumen ab. Um einen zeitgemässen Ersatz für eine 60-Watt-Glühbirne zu kaufen, sollte man also nach einem Leuchtmittel Ausschau halten, das zwischen 630 und 800 Lumen leistet.

Kelvin
Mit der Einheit Kelvin (K) wird die Lichtfarbe angegeben. Während sich bei Glühlampen die Lichtfarbe aus technischen Gründen nicht gross verändern lässt, können mit modernen Leuchtmitteln sämtliche Nuancen zwischen warmem und kaltem Licht erzeugt werden. Merken sollte man sich hier lediglich eines: Je mehr Kelvin, desto kälter das Licht. Das warmweisse Licht einer Glühbirne hat 2700 Kelvin und das grelle Tageslicht an einem Sommermittag etwa 6000 Kelvin.

Lichtausbeute
Wenn eine Lampe sehr viel Licht abgibt und gleichzeitig wenig Energie benötigt, hat sie eine hohe Lichtausbeute. Somit ist die Lichtausbeute das Ergebnis aus dem Verhältnis zwischen der von einer Lampe abgegeben Lichtmenge (Lumen) und der von ihr aufgenommenen Leistung (Watt). Als Einheit wird Lumen pro Watt verwendet.

Leistung
Die von einer Lichtquelle aufgenommene elektrische Leistung wird in Watt angegeben.

Energieetikette
All diese Informationen über eine Lampe müssen heute klar ersichtlich auf der Verpackung stehen. Darüber hinaus muss im EU-Raum und in der Schweiz die Energieeffizienz von Leuchtmitteln nach einheitlichen Kriterien offengelegt werden. Dazu dient eine Energieetikette mit einer Skala von A (beste Effizienz) bis G (sehr schlechte Effizienz). Seit September 2012 dürfen nur noch Lampen mit einer Energieeffizienz von C oder besser verkauft werden.

Am nächsten bei der klassischen Glühbirne

Bezüglich Grösse, Form und Gewicht sind die energiesparenden Halogenlampen am nächsten bei der klassischen Glühbirne. Dank überarbeiteter Halogentechnik verbrauchen sie rund 30 Prozent weniger Energie als eine Glühbirne und halten doppelt so lange, was ihnen zu einer Energieeffizienz der Klasse C verhilft. Gleich wie Energiesparlampen gibt es auch die energiesparenden Halogenlampen in allen möglichen Grössen, Formen und Beleuchtungsstärken. Zudem sind die Halogenlampen problemlos dimmbar.

Ein paar Sekunden Aufwärmzeit

Jeder Lampentyp hat ein paar spezifische Eigenheiten. So brauchen beispielsweise viele Energiesparlampen nach dem Einschalten einige Sekunden zum Aufwärmen, bis sie ihre volle Lichtmenge abgeben. Aus diesem Grund sind diese Lampen nicht geeignet für die Beleuchtung von Treppenhäusern oder Gartenwegen, wo man möglichst sofort die volle Lichtleistung benötigt. Ferner sind Energiesparlampen in der Regel etwas grösser als herkömmliche Glühbirnen, weil die im Lampensockel eingebaute Steuerung etwas mehr Platz beansprucht. Bei Leuchten, in denen die Öffnung für die Lampe nur knapp bemessen ist, lohnt sich deshalb ein genaues Hinsehen vor dem Kauf einer Energiesparlampe. Energiesparlampen haben die Energieeffizienzklasse A.

Lampen für eine halbe Ewigkeit

LED-Lampen für den Haushaltgebrauch sind in den Verkaufsregalen eine relativ neue Erscheinung. Entsprechend deckt das angebotene Sortiment noch längst nicht alle Lichtbedürfnisse ab. Als Ersatz für eine 60-Watt-Glühbirne findet man jedoch bereits verschiedene Modelle, die wahlweise ein warmweisses oder ein tageslichtweisses Licht abgeben.

Die meisten Hersteller beziffern die Lebensdauer ihrer LED-Lampen mit    25 000 Stunden, eine korrekte Benutzung vorausgesetzt. Dazu zählt, dass beispielsweise nur LED-Lampen an eine Dimmschaltung angeschlossen werden dürfen, die ausdrücklich als «dimmbar» gekennzeichnet sind. Alle übrigen LED-Lampen können durch einen Dimmer beschädigt werden. Gleich wie die Energiesparlampen sind auch die LED-Lampen etwas grösser als normale Glühbirnen, was mit dem massiven Sockel aus Aluminium begründet ist. Dieser Sockel enthält die Steuerelektronik und leitet die darin entstehende Wärme ab. Der Leuchtkörper einer LED-Lampe erwärmt sich hingegen kaum. LED-Lampen haben die Energieeffizienzklasse A.

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