Prüfen Sie bitte als Erstes auf unserer Versorgungsgebietskarte, ob sich Ihre geplante Anlage im Netzgebiet der EKZ befindet und welche Netzregion für Sie zuständig ist.

Checkliste für Energieproduzenten

Unsere praktische Checkliste unterstützt Sie bei der Planung und beim Bau einer Energieerzeugungsanlage im Versorgungsgebiet der EKZ.

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Gesetzliche Grundlagen

Energieproduzenten müssen sich an diverse gesetzliche Grundlagen und allgemeine Regelungen halten. Wir haben für Sie die wesentlichen Punkte zusammengestellt.

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Messanordnungen

Es gibt zwei Anschlussvarianten für Energieerzeugungsanlagen. Bei der Wahl zwischen diesen Messanordnungen ist der Produzent grundsätzlich frei. Gewisse Anforderungen gilt es aber zu beachten.

Beim Anschluss einer Energieerzeugungsanlage ans Netz der EKZ haben Sie die Wahl zwischen Messanordnungen «Nettoproduktion» und «Überschuss». Lesen Sie hier mehr darüber, worin sich die Varianten unterscheiden.

Die Messanordnung «Nettoproduktion» empfiehlt sich u.a. für Erzeugungsanlagen mit einer Anschlussleistung über 30 kVA. Bei diesen muss im Rahmen der gesetzlichen Erfassungspflicht nämlich die gesamte Nettoproduktion (Bruttoproduktion minus Eigenbedarf/Hilfsspeisung der Anlage) erfasst werden. Anlagen dieser Grösse müssen darüber hinaus mit einer Lastgangmessung inkl. automatischer Datenübermittlung (Fernauslesung) ausgerüstet werden. Die Kosten für Lastgangmessung und Datenübermittlung gehen zu Lasten des Produzenten.

Gewisse Förderprogramme machen Vorgaben zur Art der Messung, die frühzeitig in der Planung einfliessen sollten. Bei Unterstützung durch Dritte (z.B. bei Förderprogrammen von Gemeinden) gelten die dort gestellten Anforderungen.

Eigenverbrauch

Wenn der in einer Energieerzeugungsanlage gewonnene Strom gleichzeitig vom Produzenten oder von Dritten verbraucht wird, spricht man von Eigenverbrauch.

Anspruch auf Eigenverbrauch haben grundsätzlich alle Produzenten – unabhängig von der Grösse der Anlage oder vom Förderungsprogramm. Auch KEV-Anlagen können vom Eigenverbrauch profitieren. Voraussetzung ist, dass alle Produktions- und Verbrauchsanlagen hinter demselben Netzanschlusspunkt liegen.

Wer seinen lokal erzeugten Strom selber nutzt, bezieht weniger Energie aus dem Netz und spart so Strombezugskosten (Energie, Netznutzung, Abgaben). Umgekehrt erhalten Eigenverbraucher keine Einspeisevergütung für den selbst verbrauchten Strom. Eigenverbrauch kann sowohl in einem Einfamilienhaus als auch bei einer Stockwerkeigentümergemeinschaft mit gemeinsam betriebener Anlage oder in einer Mietliegenschaften erfolgen. Die Eigentumsverhältnisse der Anlage spielen dabei keine Rolle.

Installation und Messanordung

Die Installation und die Messanordnung im jeweiligen Gebäude sorgen dafür, dass der Stromverbrauch in erster Linie durch die eigene Anlage gedeckt wird, ohne das Versorgungsnetz in Anspruch zu nehmen. Übersteigt die Nettoproduktion der eigenen Anlage (also Bruttoproduktion abzgl. Eigenbedarf der Anlage selbst) den zeitgleichen Verbrauch, wird der Überschuss ins Netz eingespeist. Umgekehrt wird die Differenz vom Netz bezogen, sobald der Verbrauch grösser ist als die zeitgleiche Nettoproduktion.

Anlagen für den Eigenverbrauch müssen mit der Messanordnung «Überschuss» ausgestattet sein. Ein Zwei-Richtungs-Zähler misst separat die Einspeisung des Überschusses ins Netz der EKZ und den Bezug aus dem Netz. Die Überschussmessung kann auch als virtueller Messpunkt betrieben werden, wenn sowohl die Produktion als auch der Verbrauch mit Lastgangmessungen ausgestattet sind.

Der Umbau einer bestehenden Anlage mit Messanordnung «Nettoproduktion» zu «Überschuss» muss von einem durch den Produzenten beauftragten Installateur vorbereitet werden. Erst danach ist der Wechsel der zuständigen Netzregion der EKZ zu melden. Nach dieser Meldung erfolgt der Umbau innerhalb von maximal drei Monaten (auf Ende eines Monats).

Abrechnung

Für die Abrechnung von Anlagen mit Eigenverbrauch wenden wir unterschiedliche Konzepte an. Abhängig ist dies davon, ob es sich um eine einzelne Verbrauchsstätte (z.B. ein Einfamilienhaus) oder mehrere Verbrauchsstätten (z.B. ein Mehrfamilienhaus) handelt.

Produkte & Vergütungen

Ins Netz eingespeister Strom aus einer Energieerzeugungsanlage wird vergütet. Die Schweiz kennt hier drei verschiedene Abnahme- und Vergütungsmodelle. Zudem kann der ökologische Mehrwert dieses Stroms (der sogenannte Herkunftsnachweis) gehandelt werden.

Diese drei Abnahme- und Vergütungsmodelle für selbst produzierten Strom kennt die Schweiz:

Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV)

Die KEV ist ein Instrument zur Förderung der Stromproduktion aus:

  • Geothermie
  • Windenergie
  • Wasserkraft (Leistung bis 10 MW)
  • Biomasse und Abfällen aus Biomasse
  • Sonnenenergie (Leistung ab 10 kW, sofern keine Einmalvergütung erfolgt)

Von der KEV profitieren können Neuanlagen, die nach dem 1. Januar 2006 in Betrieb genommen oder erheblich erweitert worden sind.
Die Anmeldung zur Aufnahme in das Vergütungssystem der KEV erfolgt via Swissgrid, deren Online-Tarifrechner auch eine Schätzung der Vergütung ermöglicht. Vergütet werden die ins Netz eingespeiste Energie und deren ökologischer Mehrwert (Herkunftsnachweis). Die Vergütung richtet sich nach den im Produktionsjahr geltenden Gestehungskosten von Referenzanlagen.

Einmalvergütung für kleine Photovoltaik-Anlagen (PVA)

Die Einmalvergütung ist ein Instrument zur Förderung von PVA mit Inbetriebnahme ab 1. Januar 2013 und einer Leistung zwischen 2 und 10 kWp. Betreiber von PVA mit einer Leistung zwischen 10 und 30 kWp können zwischen der KEV und der Einmalvergütung wählen. Dieses Wahlrecht gilt auch für alle Anlagen, die vor dem 31. Dezember 2012 bei der Swissgrid für die KEV angemeldet wurden.
Die Anmeldung für eine Einmalvergütung, nach Inbetriebnahme der Anlage ausbezahlt wird, erfolgt bei Swissgrid. Betreiber von Anlagen mit Einmalvergütung, können nicht mehr an der KEV teilnehmen.
Die ins Netz eingespeiste Energie kann an Dritte vermarktet werden oder wird durch den Netzbetreiber mit einem Rückliefertarif vergütet. Der produzierte und eingespeiste ökologische Mehrwert kann in Form von Herkunftsnachweisen am Markt gehandelt werden.

Vergütung nach marktorientiertem Bezugspreis (Rückliefertarif)

Der Strom aus Anlagen, die keine KEV beziehen, kann an Dritte verkauft oder vom jeweiligen Netzbetreiber abgenommen werden. Wir vergüten die Energie nach marktorientierten Bezugspreisen. Die Vergütung gilt nur für die tatsächlich ins Netz eingespeiste physische Energie und erfolgt mit einem Rückliefertarif. Die einzelnen Tarife können jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jahres geändert werden und sind hier publiziert.

Wer Strom aus erneuerbaren Energien produziert, kann den ökologischen Mehrwert dieser Energie in Form von Herkunftsnachweisen (HKN) am Markt zu veräussern. Energieversorger sind verpflichtet, solche HKN für die Kennzeichnung des gelieferten Stroms einzusetzen und damit die Qualität zu garantieren.
Über die Solarstrombörse führen wir jeweils periodisch Ausschreibungen für die Abnahme von HKN aus Photovoltaikanlagen durch. Die Ausschreibungszyklen und das entsprechende Kontingent richten sich nach unserem Bedarf an Solarenergie. Weitere Informationen sind auf der Website der Solarstrombörse der EKZ zu finden.
Die Verantwortung für den Verkauf des ökologischen Mehrwerts liegt beim Produzenten. Die Lieferung von HKN erfolgt über das Herkunftsnachweissystem von Swissgrid.

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