Pilotprojekte

Die EKZ gestalten die Zukunft der öffentlichen Beleuchtung. Dank intelligenter Lichtsteuerung könnten Stromverbrauch und Lichtimmissionen der Strassenbeleuchtung markant gesenkt werden. Was sich wirtschaftlich rechnet und technologisch sinnvoll ist, untersuchen wir in verschiedenen Pilotprojekten.
Und wir untersuchen auch, wie Strassenleuchten mit nützlichen Zusatzdiensten ergänzt werden können, also smart gemacht werden können.

Wädenswil: Strassenleuchte, Elektrotankstelle, öffentliches WLAN

In Wädenswil steht seit Herbst 2017 der erste multifunktionale Lichtmast im Netz der EKZ. Der Smart City Tower, wie er genannt wird, gibt dann und dort Licht, wo es nötig ist. Zusätzlich liefert er Strom für zwei Elektroautos, sammelt Umweltdaten zu Lärm oder Feinstaub und stellt Jung und Alt ein öffentliches WiFi-Netzwerk zur Verfügung.
Die Spezialisten für öffentliche Beleuchtung und smarte Infrastruktur der EKZ haben die Stadt Wädenswil bei diesem Projekt unterstützt und beraten und den Lichtmasten ins öffentliche Netz integriert. 

Smart City Tower gegenüber dem Bahnhof in Wädenswil: Strassenleuchte mit Elektrotankstelle, öffentlichem WLAN und Umweltsensorik.

Smart City Tower gegenüber dem Bahnhof in Wädenswil: Strassenleuchte mit Elektrotankstelle, öffentlichem WLAN und Umweltsensorik.

Schlieren: Strassenleuchte und Elektrotankstelle

Erneut setzen die EKZ eine innovative Idee um: In Schlieren werden Ladestationen für Elektroautos in LED-Strassenleuchten integriert – ein weiterer Schritt in Richtung Smart City.

So funktioniert es:
Die Elektrotankstelle ermöglicht einphasiges Laden mit einer Leistung von 3,7 Kilowatt (230 V, 16 A) und ist für Elektrofahrzeuge aller Art geeignet. Das System «Light&Charge» wurde von der BMW Group und eluminocity gemeinsam entwickelt und wird jetzt erstmals in der Schweiz eingesetzt. Die EKZ verantworten das Engineering und den Betrieb und werten die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in etwa zwei Jahren aus.

Die integrierte Lösung am Färbiplatz in Schlieren: Strassenleuchte mit Elektrotankstelle.

Die integrierte Lösung am Färbiplatz in Schlieren: Strassenleuchte mit Elektrotankstelle.

Urdorf: Das verkehrsbeobachtende Licht

Seit Juni 2015 testen wir gemeinsam mit der Baudirektion des Kantons Zürich in Urdorf an der Birmensdorferstrasse das verkehrsbeobachtende Licht.

So funktioniert es:
Ein optischer Sensor erhebt die Anzahl vorbeifahrender Fahrzeuge und sendet den Echtzeit-Wert an eine zentrale Steuerungseinheit. Diese vergleicht die aktuellen Verkehrsdaten mit definierten Grenzwerten. Die daraus berechnete Beleuchtungsstufe wird an die Leuchten weitergefunkt. Dabei verändert sich die Beleuchtungsstufe fliessend – je nach Verkehrsaufkommen – normgerecht zwischen 100 und 40 %. Die Zebrastreifen bleiben zur Sicherheit der Fussgänger voll beleuchtet.
Nach einem Jahr im Pilotbetrieb zeigt sich: Fast ein Drittel Energie kann eingespart werden – bei gleich hoher Sicherheit. 

Strassenbeleuchtung im Vergleich: links: 100% beleuchtet, rechts 40%.

Strassenbeleuchtung im Vergleich: links: 100% beleuchtet, rechts 40%.

Regensdorf: Das Licht eilt dem Verkehrsteilnehmer voraus

Für die Pilotstudie wurden auf einer Strecke von ca. einem Kilometer 33 LED-Leuchten mit einer intelligenten Lichtsteuerung ausgerüstet. Das Licht wird bis auf 50% des geforderten Niveaus abgesenkt. Nähert sich ein Verkehrsteilnehmer, wird dieser durch Sensoren frühzeitig erfasst und das Lichtniveau auf die volle Helligkeit geregelt. Das Besondere des ursprünglich aus Norwegen stammenden Systems liegt darin, dass die Anzahl der im Voraus angesteuerten Leuchten abhängig von der Geschwindigkeit des Teilnehmers ist.
So werden bei einem Velofahrer mit niedriger Geschwindigkeit weniger Leuchten angesteuert als bei einem Auto, das schneller unterwegs ist. Die intelligente Steuerung und die hohe Reaktionsgeschwindigkeit der eingesetzten Radarsensoren ermöglichen dadurch die ausreichende Beleuchtung des von den Verkehrsteilnehmern benötigten Bereichs. Ist kein Verkehrsteilnehmer mehr im Erfassungsbereich, wird das Licht nach kurzer Zeit wieder auf das Ausgangsniveau abgesenkt.

Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt:

  • 25% geringerer Energieverbrauch
  • System funktioniert technisch gut
  • Ideal für wenig befahrene Strassen ohne Anwohner (Ausserorts, Stadtrand, Industrie)
  • Dynamisches Licht störte Anwohner
  • Entscheidend für Wirtschaftlichkeit: Ersparnis und Lebensdauer  
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