Vollgas ausgebremst

Formula Student

Vollgas ausgebremst

Es hätte eine spannende Saison gegeben: Das erste Formula Student Rennen in der Schweiz. EKZ wäre erstmals Sponsor von zwei Teams gewesen: dem seit Jahren erfahrenen Team AMZ und dem Neuling Formula Student ZHAW. Hätte. Denn das Coronavirus hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Keine einfache Situation für die Teammitglieder, die jeweils für ein Jahr Teil des Teams sind.

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Bereits seit zwölf Jahren unterstützt EKZ den Akademischen Motorsportverein Zürich (AMZ). Ein spannendes Engagement, denn jährlich wird das gesamte Team ausgetauscht, inklusive CEO. Es sind Studierende der ETH Zürich und der Hochschule Luzern, die sich für diese Projektearbeit, ein E-Rennauto zu bauen und mit ihm an der Formula Student zu starten, eingetragen haben. Bis anhin sehr erfolgreich. Mit dem Engagement beim Team Formula Student ZHAW unterstützt EKZ einen Rookie in diesem Bereich. Auch in diesem Team sind rund 40 Studierende sowohl aus technischen Studienrichtungen, aber auch aus wirtschaftlichen und rechtlichen Fachrichtungen.

Alles kommt anders

Im vergangenen Herbst hätte keiner der beiden CEOs gedacht, dass sie heute einen Krisenstab anführen würden, täglich mit ihren Teammitgliedern online das weitere Vorgehen diskutieren oder mit den Verantwortlichen der Projekte aus den Hochschulen den weiteren Verlauf klären müssten. «Wir waren auf Kurs. Gerade als neues Team ohne grosse Erfahrung gab es vieles, das wir erst in Erfahrung bringen mussten. Doch der kollegiale Austausch unter den Teams der Formula Student half uns sehr», meint Michel Froidevaux. Er ist CEO des Teams Formula Student ZHAW. Umso grösser ist die Enttäuschung im Team, dass sie dieses Jahr kein E-Rennauto bauen werden und mit ihm an den Rennen starten können, nachdem die Organisatoren die Rennen für die Saison 2020 abgesagt haben. «Trotz allem sind wir froh, dass wir alle gesund sind und diesen Sommer ein Grossteil unseres Teams das Studium planmässig abschliessen kann», sagt der angehende Maschineningenieur und ergänzt, dass sie das bereits erarbeitete Wissen an ihre Nachfolger übergeben werden. 

Rendering des E-Rennautos vom Formula Student Team ZHAW
Rendering des E-Rennautos vom Formula Student Team ZHAW
Einblick in eine der täglichen Online-Sitzungen des Teams AMZ driverless
Einblick in eine der täglichen Online-Sitzungen des Teams AMZ driverless

Es geht weiter

Auch beim Team von AMZ ist man frustriert über die Situation, doch können sie an den beiden Fahrzeugen, mit und ohne Fahrer, weiterbauen. «Die Einhaltung der Vorgaben der Universität und des Bundes sind zentral. Vieles können wir aktuell aber bei Teammitgliedern Zuhause weiterentwickeln», erzählt Dario Messerli, CEO von AMZ. Während das fahrerlose E-Rennauto aus einem bestehenden Fahrzeug weiterentwickelt wird, wird das Rennauto mit Fahrer jeweils neu gebaut. «Als wir merkten, dass sich die Situation zuspitzt, haben wir den Bau des Chassis vorangetrieben. Wir mussten dann kurzfristig eine Lösung finden, da die ETH sämtliche Räume für Studierende geschlossen hat und wir so nicht mehr an unser Material gelangten.» So stehen die beiden künftigen E-Rennmaschinen in zwei Garagen eines Teammitglieds und warten darauf, bis sich die Lage wieder normalisiert. Einige Bauteile sind jeweils bei Teammitgliedern zu Hause und können in Einzelarbeit weiterentwickelt werden. Noch offen ist, wann die Fahrzeuge fertig sein werden. «Durch die erschwerten Umstände können wir den Zeitplan, wie wir ihn aufgestellt hatten, so nicht mehr einhalten. Unser Ziel ist es jedoch nach wie vor, beide E-Rennautos noch in diesem Jahr fertig zu stellen», sagt Dario Messerli zuversichtlich. Er und seine beiden Teams sind noch immer sehr motiviert, ihr Ziel zu erreichen.

Lehrreiche Erfahrung

Für alle teilnehmenden Studierenden sind solche Projekte jeweils eine tolle Erfahrung, die ihnen Einblick in die Praxis geben. EKZ unterstützt diese Projekte, weil sie Innovation fördern, aber auch die Fähigkeiten dieser jungen Leute entwickeln. Gerade der Aspekt, dass jedes Jahr die Teams neu zusammengestellt werden und sie ihr aktuelles Wissen in neue Technologien in den E-Rennautos umsetzen, findet EKZ sehr interessant. Dieses Jahr ist mit dem Coronavirus eine weitere Herausforderung hinzugekommen. Innert kürzester Zeit mussten die beiden Teams reagieren und die beiden CEOs ihre Führungsqualitäten beweisen. Es werden unterschiedliche Wege begangen. Doch beide werden dazu führen, dass wir uns als Sponsor auf die nächste Formula Student Saison freuen, wenn die E-Rennboliden sich dann endlich beweisen können.