«Ohne uns geht nichts – jeder will Strom»

«Ohne uns geht nichts – jeder will Strom»

Die Arbeitsorte von Andreas Linsi befinden sich in 16 Metern Höhe, in drei Metern Tiefe, in Kabelbau-Werkstätten und ganz selten auch im Büro. Das Wort «abwechslungsreich» beschreibt seinen Beruf als Netzelektriker deshalb am besten.

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Schweissperlen bilden sich auf der Stirn von Andreas Linsi. Der 19-Jährige kniet in einem Graben neben der Dorfstrasse in Oberrieden und verlegt Kupferdrähte, Leitungen und Rohre in das Erdinnere. «Wir haben hier eine neue Verteilkabine eingebaut. Damit schliessen wir die umliegenden Häuser an das Stromnetz an und versorgen sie mit Elektrizität», erklärt er. «Jeder will Strom – und von alleine kommt er nicht zum Haus. Deshalb sind wir da.» Als Netzelektriker ist Linsi dafür verantwortlich, dass der Strom im EKZ-Netz einwandfrei fliesst. Er und seine Kollegen bauen und unterhalten das gesamte elektrische Leitungsnetz von EKZ, welches rund 15‘000 Kilometer umfasst.

Draussen bei Sonne, Wind und Schnee 

Dass sein Beruf nichts für Schwächlinge ist, beweist der heutige Tag: Gleissend heiss brennt die Sonne vom Himmel herunter. Linsi, der erst vor einigen Tagen seine Ausbildung abgeschlossen und den Fachausweis als Netzelektriker EFZ entgegennehmen durfte, grinst. «Bei jedem Wetter draussen zu arbeiten gehört dazu – auch wenn es im Winter schneit und ‚chuttet‘. Aber wir sind ja mit guten Kleidern ausgerüstet.»

«Schwindelfrei zu sein, ist auf jeden Fall eine Grundvoraussetzung für diesen Beruf»

In einem Büro tätig zu sein, könnte er sich nicht vorstellen. Was ihm an seinem Beruf am meisten gefällt, ist die Abwechslung. «Jeder Tag ist anders, jede Baustelle ist anders», so Linsi.

Anspruchsvoll und vielfältig 

Damit Netzelektriker auf die Vielfalt in ihrem Beruf bestens vorbereitet sind, werden sie in verschiedenen Bereichen ausgebildet. Linsi durchlief während seiner Lehre diverse Stationen und arbeitete unter anderem im Kabelbau, dem Bereich, der neben der Bereitstellung der Kabel auch für den Kabelzug sowie für sämtliche Kabelverbindungen (Muffen) und Anschlüsse vom Unterwerk bis zum Hausanschluss verantwortlich ist. Daneben verbrachte er mehrere Monate im Betrieb und bei den Freileitungsmonteuren. Linsi lernte dort, wie man sich sicher auf einen neun Meter hohen Strommasten schwingt. «Schwindelfrei zu sein, ist auf jeden Fall eine Grundvoraussetzung für diesen Beruf», sagt er. Nicht nur in Bezug auf die Höhe ist Netzelektriker ein risikoreicher Job. Denn wo Strom fliesst, lauert auch immer eine Gefahr. «Gesunder Respekt im Umgang mit Strom ist sehr wichtig. Und dass man pflichtbewusst ist und seine Arbeit richtig macht.»

«Ich würde die Ausbildung wieder wählen. Mir gefällt das Handwerkliche.»

Eine weitere Herausforderung für Linsi war – besonders zu Beginn der Ausbildung – die Kraft. «Nach der Oberstufe war ich natürlich noch nicht so stark wie meine Arbeitskollegen, die bereits mehrere Jahre auf dem Beruf arbeiten. Aber an die körperliche Arbeit gewöhnt man sich schnell.»
Linsi arbeitet auch nach seinem Lehrabschluss weiter bei EKZ: «Ich würde die Ausbildung wieder wählen. Mir gefällt das Handwerkliche. Und ohne uns geht nichts, das macht mich auch stolz.»

Andreas Linsi aus Au ZH hat diesen Sommer seine Lehre als Netzelektriker EFZ bei EKZ erfolgreich abgeschlossen. Den Beruf würde er sofort wieder wählen. Während einem Tag pro Woche besuchte er jeweils die Berufsschule. Der Schwerpunkt der Schulfächer lag dabei auf Physik, Mathe und Geometrie. Mehr Infos zur Netzelektriker-Lehre bei EKZ: http://www.ekz.ch/netzelektriker