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Eine starke Verbindung

Eine starke Verbindung

Mit dem Kloster Fahr verbindet uns eine langjährige Partnerschaft mit einer überaus spannenden Kundin, die uns immer wieder neue Einblicke in ein für uns nicht alltägliches Leben schenkt. Priorin Irene Gassmann wollte uns im Kloster mit offenen Armen empfangen. Die Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus haben das leider nicht erlaubt. Dennoch sind wir auf eine sehr offene Kommunikationskultur gestossen und können nun einen nicht minder interessanten Bericht präsentieren.

Gegründet im Jahr 1130 ist der Benediktinerinnen-Konvent seit Beginn eine Welt für sich und doch erstaunlich weltoffen. Im Normalfall werden Führungen angeboten, das Restaurant «Zu den zwei Raben» für 80 Gäste betrieben und Seminarräume vermietet. Und im Klosterladen bieten die Benediktinerinnen Erzeugnisse aus eigener Produktion an. Neben Wein und landwirtschaftlichen Produkten betreibt das Kloster ein eigentliches Kompetenzzentrum für den Kleiderbedarf von Seelsorgerinnen und Seelsorgern: Priester und Diakone decken sich hier mit hochwertig verarbeiteten Gewändern ein.

Stromprodukte

Energiebedarf sichern

Das Kloster Fahr schwört auf die Vorteile einer langjährigen Vertragsverlängerung. So können sich die Benediktinerinnen auf Ihre Arbeit konzentrieren und sich auf professionelle Beratung verlassen.

Paramenten-Werkstatt: Haute-Couture für Priester

Paramenten sind sakrale Textilien. Aus ihnen werden die prächtigen Messgewänder, Mitren oder Stolen geschneidert, die Priester, Diakone und Seelsorgerinnen an kirchlichen Auftritten tragen. Denn diese speziellen Kreationen können natürlich nicht einfach bei Zalando bestellt werden. Das Kloster Fahr betreibt ein Paramenten-Atelier, in dem viele Stoffe für Kloster-Kreationen eigens von Hand gewoben und genäht werden. Kundinnen und Kunden können sogar das Stoffdesign mitbestimmen. Über die Jahre ist dabei ein eigentlicher «Fahrer-Stil» entstanden, der in der liturgischen «Modeszene» hochgeschätzt ist.

Das Kloster Fahr ist neben einem Mode- auch ein Gourmet-Label. Der Klosterladen liefert natürliche Erzeugnisse aus eigener Produktion. Wein aus der eigenen Kellerei, Kräuterbrände, Äpfel, Most, Klostertee, Klostersirup, Devotionalien und assortierte Geschenkkörbe – all dies ist auch zu Krisenzeiten via Website www.kloster-fahr.ch erhältlich.

Schwester am Webstuhl
Die Webstühle sind Spezialanfertigungen – wie die Stoffe selbst.
Schwester in der Webstube
Grün gilt auch im Fahr als Farbe der Hoffnung.

Interview mit Priorin Irene Gassmann

Priorin Irene Gassmann

Priorin Irene Gassmann steht dem Kloster seit 2003 vor.

Warum heisst das Kloster «Fahr»?
Dieser Name kommt von «Vare», das bedeutet Fähre. Bei der Gründung des Klosters im Jahre 1130 wurde dieses Stück Land als «Vare» bezeichnet. Damals war die Fähre hier über die Limmat die einzige Verbindung vom rechten zum linken Limmatufer und somit strategisch von Bedeutung.

Gibt es die Fährverbindung noch?
Ja, diese wurde 1980 durch die Stadt Schlieren und den Wasserfahrverein wieder installiert und wird bis heute normalerweise ab Ostern bis zum Bettag jeweils an Sonntagen betrieben.

Verbinden Sie Ihre Gäste oder sich selbst mit etwas Speziellem?
Die benediktinische Spiritualität, insbesondere der rhythmisierte Tag schätze ich sehr. Mehrmals täglich unterbrechen wir Benediktinerinnen die Arbeit und versammeln uns in der Kirche für das gemeinsame Gebet. Dieser wohltuende Wechsel von Gebet und Arbeit schätzen auch unsere Gäste sehr und nehmen ihn gerne mit in ihren Alltag. Das Wissen, dass die Schwestern vom Kloster Fahr regelmässig in der Kirche die Psalmen singen, verbindet die Gäste mit uns Schwestern.

Welche Verbindung haben Sie zu Gott?
Gott hat in meinem Leben einen zentralen Platz. Ich kann mit Gott jederzeit in Verbindung treten. Gott weiss um mich, in jeder Situation, wenn es mir gut geht und auch in schwierigen Zeiten. Dieses Vertrauen trägt und stärkt mich.

Wie nehmen Sie Kontakt zu Gott auf?
Ich kann jederzeit mit Gott «on-line» sein. Gott ist immer da. Nur bin ich oft anderswo, denke nicht daran, dass er da ist. Es gibt Momente, da wird mir diese Gegenwart Gottes plötzlich bewusst. Das kann überall und jederzeit sein, oftmals ganz überraschend.

Welche Beziehung haben Sie zur Natur?
Ich liebe die Natur sehr und ich bin dankbar für die grüne Oase, in welcher das Kloster Fahr steht. Auch die Natur ist für mich eine Verbindung zu Gott. In der Schöpfung kann ich Gott nahe sein, ihn erfahren. Gerade auch jetzt im Frühling, wenn alles wieder spriesst und zum Blühen kommt. Auch in den Bergen fühle ich mich Gott besonders nah.

Welche zum Wein, den Sie keltern?
Einen klostereigenen Weinberg zu besitzen ist etwas Kostbares. Der Weinberg, die Rebstöcke sind Bilder, die Jesus in der Bibel verwendet, um den Menschen zu erklären, wie die Verbindung zwischen Gott und Mensch zu verstehen ist. So sagt Jesus im Johannesevangelium: «Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. » (Joh 15,5). Wenn wir Schwestern bei der Weinlese im Weinberg arbeiten, wird dieses Bibelwort konkret.

Übrigens, was ist eine Hemina Wein?
Diese Bezeichnung finden wir in der Benediktsregel. Für Benedikt ist das Masshalten wichtig. So auch beim Trinken von Wein. Er schrieb schon im 6. Jahrhundert: «Doch mit Rücksicht auf die Schwachen meinen wir, dass für jeden täglich eine Hemina Wein genügt». Hemina ist also eine Masseinheit. Heute weiss niemand so genau, wie viel eine Hemina ist. Man nimmt an, dass es ca. 1/3 Liter ist.

Sie befinden sich im Kanton Zürich, gehören aber ...?
Das Kloster Fahr ist seit 1803 eine aargauische Exklave im Kanton Zürich. Diese Exklave umfasst die historischen Gebäude wie Klosteranlage, Restaurant sowie Trotte und Scheune. Die Ländereien und der Wald befinden sich im Kanton Zürich. Erst seit 2008 gehören wir zur Aargauer Gemeinde Würenlos. Wir sind von der Zürcher Gemeinde Unterengstringen umgeben und haben eine eigene Postleitzahl: 8109 Kloster Fahr.

Welche Kontakte pflegen Sie zur Jugend?
Seit der Schliessung der Bäuerinnenschule hier im Kloster Fahr habe ich wenig Kontakte mit Jugendlichen.

Gibt es jüngere Interessentinnen für die Benediktinerinnen-Regel?
Ja, ich bin immer wieder überrascht wie viele junge Menschen eine Matura- oder Lehrabschlussarbeit über das Leben im Kloster schreiben. Wir haben jährlich rund 30 junge Menschen, die für zwei, drei Tage mit uns im Kloster leben, um die persönlichen Kloster Erfahrungen in ihrer Arbeit zu vertiefen. Das Klosterleben hat etwas Geheimnisvolles und übt auch auf Jugendliche eine Faszination aus.

Wie fühlen Sie sich zum anderen Geschlecht verbunden?
Ich mag Frauen wie Männer und arbeite gut und gerne mit beiden zusammen. Auch zu meinem Freundeskreis gehören Männer und Frauen.

Wir fragen obige Frage, weil das Kloster Einsiedeln mit Fahr in einer Doppelklosterschaft verbunden ist. Was ist darunter zu verstehen?
Das Kloster Fahr bildet seit seiner Gründung im 12. Jahrhundert mit Einsiedeln ein Doppelkloster. Damals wurde das Land hier an der Limmat dem Kloster Einsiedeln geschenkt, mit der Auflage, ein Frauenkloster zu errichten und zu erhalten. Diese rechtliche Situation besteht bis heute. In wirtschaftlichen Fragen arbeiten wir eng mit der Klosterleitung in Einsiedeln zusammen. Die priesterlichen Dienste übernehmen bei uns weitgehend Mitbrüder aus dem Kloster Einsiedeln. So gibt es eine enge Verbindung zwischen unseren beiden Klöstern.

Welchen Bezug haben Sie zu Elektrizität?
Diese ist für uns sehr wichtig, denn ohne Elektrizität geht auch im Kloster nichts!

Könnten Sie ohne Strom auskommen?
Nein. Denn dann würde das Kloster stillstehen, die Glocken würden nicht mehr läuten; ohne elektrisches Licht würde der Tag viel kürzer und die Heizung würde nicht funktionieren. Auch der Computer und das Telefon wären nicht mehr in Betrieb…

Wie gross ist der Besitz des Klosters?
Zum Kloster Fahr gehören eine barocke Anlage mit Kirche und Gärten, eine Kapelle aus dem 11. Jahrhundert, ein Landwirtschaftsbetrieb mit Ackerbau und Tierhaltung sowie Obst- und Weinbau, ein Restaurant und die ehemalige Bäuerinnenschule.

Wie viele Nonnen leben im Kloster?
Aktuell leben im Kloster Fahr 20 Benediktinerinnen.

Sie stellen Paramenten her. Sind Ihre Gewänder aus klostereigenen Produktion?
Ja, unsere Kleider werden bei uns genäht. Den Stoff für unsere Ordensgewänder kaufen wir ein. Für die Paramente (liturgische Gewänder) wird der Stoff bei uns aus Seide und Wolle von Hand gewoben und in der Paramentenwerkstatt verarbeitet.

Sie betreiben auf ihrem Gelände das Restaurant «Zu den zwei Raben». Welches ist Ihr Leibgericht?
Eine Kloster Fahr Rieslingsuppe, Saltimbocca, dazu ein Glas roter «Monacha», ein Barrique-Wein aus unsrem Weinberg. Und Caramel-Köpfli!

Buch «Im Fahr»

Die Klosterfrauen erzählen aus ihrem Leben. Eine Bilderreise durch eine unbekannte Welt. Persönlich und nah eingefangen von Autorin Susann Bosshard-Kälin und Fotograf Christoph Hammer. 

Buch-Cover "Im Fahr"

FAQ zum Kloster Fahr

Ein Doppelkloster ist historisch gesehen ein Klosterverbund, in dem Mönche und Nonnen – strikt getrennt – unter einer gemeinsamen Oberleitung nach ihrer Regel lebten und arbeiteten. Heute gibt es weltweit nur noch ein Doppelkloster: Das Kloster Fahr und das Kloster Einsiedlen. Die Gesamtleitung obliegt dem Abt von Einsiedeln. 

Das Kloster Fahr wurde bei der Kantonsgründung von 1803 dem Aargau zugeschlagen und gehört heute zur Aargauer Gemeinde Würenlos, obwohl es vollständig im Kanton Zürich liegt.  

20 Benediktinnerinn leben und arbeiten im Fahr. 

Paramente sind sakrale Textilien für liturgische Gewänder oder etwa Altäre. 

Öffnungszeiten Restaurant

  • Mittwoch bis Samstag: 10.00 bis 22.30 Uhr
  • Sonntag: 10.00 bis 19.00 Uhr
  • Ruhetage sind Montag und Dienstag.

Die Küche ist jeweils von 11.30 bis 18.30 Uhr geöffnet.

Der Betrieb ist ab Mittwoch, 13. Mai 2020 wieder offen.

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