Wo Netz auf Natur trifft

Still und beinahe unbemerkt wachsen rund um die EKZ-Anlagen neue Lebensräume. Einheimische Sträucher wie der Eingriffelige Weissdorn sind dabei mehr als Dekoration: Sie stehen für ein wachsendes Bewusstsein für Biodiversität.

Martina Bieler
2. Juni 2026
Artikel teilen
Steven Ruch, Leiter des «Team Grün»: «Unsere Arbeit ist dann gelungen, wenn Technik und Natur nicht in Konkurrenz stehen, sondern sich gegenseitig ergänzen.» Bild: Norbert Egli

Wer an ein Unterwerk denkt, hat meist Stromleitungen, Metallgitter und technische Anlagen vor Augen. Doch rund um die Infrastruktur von EKZ wächst und blüht es überraschend vielfältig. Dafür sorgt das «Team Grün», das sich seit 2012 um den Unterhalt der Unterwerke und Wasserkraftwerke sowie die Pflege der Grünflächen kümmert. Sein Einsatzgebiet umfasst 195’475 Quadratmeter Areal – eine Fläche von rund 28 Fussballfeldern.

Vielfalt pflegen, Lebensräume schaffen

Die Arbeit des «Team Grün» ist so divers wie das Gelände, das es betreut: Jäten, wischen, betonieren, Dächer kontrollieren, Zäune reparieren. Ein grosses Thema ist die Förderung der Biodiversität. Bei neuen Anlagen werden einheimische Pflanzenarten wie Holunder, Kornellkirsche oder eben der Eingriffelige Weissdorn gesetzt. Dazu kommen Wildblumen, Trockenmauern und spezielle Rückzugsorte für Eidechsen, Vögel und Wildbienen. «Man sieht schnell, ob ein Lebensraum funktioniert», sagt Steven Ruch, Leiter des Teams, «und kann die biodiverse Entwicklung hautnah mitverfolgen.»

Das Team Grün pflegt 195’475 Quadratmeter Areal – das entspricht rund 28 Fussballfeldern.

Kampf gegen invasive Arten

Neben der Förderung von Naturvielfalt gehört auch eine weniger sichtbare, aber ebenso wichtige Arbeit dazu: die Bekämpfung invasiver Neophyten. Diese nicht einheimischen Pflanzen können heimische Arten verdrängen und ganze Lebensräume verändern. Ihre Entfernung ist aufwendig und erfordert Ausdauer. «Solange die umliegenden Flächen nicht mitziehen, kommen die invasiven Pflanzen schnell zurück», sagt Ruch, und gibt sich trotzdem optimistisch: «Wir bleiben dran!»

Verantwortung entlang der Sihl

Neben den Unterwerken trägt das Team die Verantwortung entlang des Sihluferwegs beim Wasserkraftwerk Waldhalde. EKZ pflegt dort gemeinsam mit dem Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) einen rund drei Kilometer langen Uferabschnitt. Die Grundlage dafür bildet eine historische kantonale Konzession, die vorschreibt, dass der Weg «dauerhaft begehbar und sicher» bleiben muss.

Mehr als nur Unterhalt

Was das «Team Grün» antreibt, ist die sichtbare Wirkung seiner Arbeit: gepflegte Anlagen, funktionierende Infrastruktur und gleichzeitig neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

«Unsere Arbeit ist dann gelungen, wenn Technik und Natur nicht in Konkurrenz stehen, sondern sich gegenseitig ergänzen», sagt Steven Ruch. So entstehen rund um die EKZ-Anlagen nicht nur gepflegte Flächen, sondern wertvolle Oasen der Biodiversität.

Das «Team Grün» im Einsatz
Steven Ruch bereitet das Gelände rund um das Unterwerk Kindhausen auf die Bepflanzung vor.
Bild: Norbert Egli
Aus der Vogelperspektive: Die Begrünung des Geländes nimmt Gestalt an.
Bild: Norbert Egli
Walter Hubschmid (links) und Patrick Morf sind Teil des «Team Grün».
Bild: Norbert Egli
Mehr zum nachhaltigen Engagement von EKZ