Hauptkraftwerk Dietikon

Der Kanal und das alte Maschinenhaus um 1930.

Von 1857 bis 1860 wurde bei Dietikon ein Kanal gebaut, um die Wasserkraft der Limmat für eine Weberei zu nutzen. Erbauer war der damalige Ständerat Heinrich Boller, der bereits in Uster eine Spinnerei betrieb. Die Weberei wurde 1860 mit 230 Webstühlen in Betrieb genommen. Zunächst wurde die Wasserkraft nur mechanisch genutzt. Das bedeutet, sie trieb eine Welle an. Daraus wurden mittels verschiedener Mechanismen die zum Weben nötigen Bewegungen hervorgebracht. 1888 kam es zu einer grundlegenden Neuerung: Beim Wasserwerk wurden Turbinen eingesetzt. Diese produzierten so viel Leistung, dass ein beträchtlicher Überschuss entstand.

Das alte Maschinenhaus mit den drei Turbinenausläufen vom Unterwasser aus gesehen – um 1930.

Der damalige Fabrikleiter Arnold Boller liess darum einen Gleichstrom-Generator aufstellen, der von der überschüssigen Wasserkraft angetrieben wurde und elektrischen Strom erzeugte. Bald schon versorgte das Kraftwerk andere Betriebe mit Strom. Zur Erhöhung der Wasserkraft wurde 1889 das Wehr über die gesamte Flussbreite gezogen. Im Februar 1894 genehmigte der Regierungsrat ein neues Maschinenhaus mit drei Turbinen, die ausschliesslich der Stromproduktion dienten. Im gleichen Jahr errichtete man die erste Fischtreppe am Stauwehr. 

Kraftwerk Dietikon

Der Bau des Oberwasserkanals im Jahr 1932.

1908 ging das Kraftwerk an die EKZ über. Ende der 20er Jahre zeigten sich Abnutzungserscheinungen. Man musste sich entscheiden, das Kraftwerk stillzulegen oder zu sanieren. Berechnungen ergaben, dass eine deutliche Leistungssteigerung möglich wäre. Darum wurde die Anlage von 1931 bis 1933 vollständig erneuert. Die EKZ erweiterten die Kanäle, erstellten ein modernes Wehr und ein neues Maschinenhaus. Zwei vertikale Kaplanturbinen wurden eingesetzt. Sie waren dank guter Wartung und moderner Steuerung bis 2018 in Betrieb und produzieren Strom für rund 3800 Vierpersonenhaushalte. (Quelle: Limmatpost Nr.55 2015; 100 Jahre Wasserkraft, Dipl. Ing. H. Wüger, ehemaliger EKZ Direktor; EKZ Chronik)

Konzessionserneuerung

        Revision der Maschengruppen in den 50er Jahren

Der Regierungsrat des Kantons Zürich erteilte den EKZ am 15. Oktober 1931 die Konzession für den Betrieb des Kraftwerks Dietikon. Sie war 80 Jahre lang gültig und lief am 31. Dezember 2011 aus.

Die EKZ waren von Anfang an interessiert, das Kraftwerk weiter zu betreiben. Ab 1999 wurde darum das Verfahren zur Erneuerung der Konzession eingeleitet. 2003 beantragten sie beim Kanton Zürich eine Verlängerung der Konzession um weitere 80 Jahre. 

Die Maschinenhalle in den 90er Jahren.

Geplant war damals, das Kraftwerk so weiterzubetreiben und erst 2030 zu sanieren. Da das Verfahren innerhalb der Konzessionsdauer nicht mehr abgeschlossen werden konnte, ersuchten die EKZ im Dezember 2009 um eine Konzessionsverlängerung.

Noch während das Gesuch beurteilt wurde, veränderten sich die Gesetzeslage und das Marktumfeld: Die von Bundesrat und Parlament beschlossene Strommarktöffnung wurde Realität.

Dietikon von oben

Das Maschinenhaus vom Unterkanal aus betrachtet - damals vor dem Umbau.

Dies veranlasste die EKZ im Jahre 2010, das ursprüngliche Konzept zu überdenken. Derweil verlängerte der Regierungsrat die bestehende Konzession des Kraftwerks Dietikon bis zum 31. Dezember 2016. Die EKZ hatten Zeit, verschiedene Varianten zu prüfen. Sie entschieden sich, die beiden Maschinensätze in der bestehenden Zentrale zu sanieren und ein zusätzliches Dotierkraftwerk am Wehr zu bauen.

Die EKZ reichten ihr neues Gesuch im Juni 2012 ein. Mit dem zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Projekt war der ökologische Ausgleich aber noch nicht genügend erfüllt. Daraufhin überarbeiteten die EKZ den Umweltverträglichkeitsbericht und reichten ihn im Juni 2014 erneut zur Beurteilung ein. Am 30. November 2016 erteilte der Kanton Zürich den EKZ schliesslich die Konzession zum Weiterbetrieb des Kraftwerks Dietikon. Diese ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten und gilt für 60 Jahre. Im Oktober 2017 erhielten die EKZ die Baubewilligung.

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