EKZ Insel

Die Wachholderdrossel nistet bereits auf der Insel. (Bild: Frankie Fouganthin/Wikimedia)

Die EKZ Insel gehört zum Naturschutzgebiet der Dietiker und Geroldswiler Auen. Bereits heute sind Flora und Fauna dort aussergewöhnlich. Zwanzig verschiedene Vogelarten brüten auf der Insel.

Zwei von ihnen, der Mittelspecht und die Wachholderdrossel, befinden sich auf der roten Liste der potenziell gefährdeten Vögel. Weitere 16 sind geschützte Arten, wie etwa Zaunkönig, Sumpfmeise, Rotkelchen, Mönchsgrasmücke, Graureiher und verschiedene Spechte.

Der Inselspitz mit dem Weg der Limmat entlang, der zu einem Teil aufgehoben wird.

Zwischen Dezember 2017 und November 2018 erhält der Auenwald auf der Nordseite der Insel einen Nebenarm der Limmat. Damit wird ein charakteristisches Element der ehemaligen Limmataue wiederhergestellt.

Die linksseitige Uferauflandung und der Inselspitz beim Steg werden abgetragen und das Ufer neu strukturiert. Künftig gilt Betreten verboten für das Naturschutzgebiet: Der Weg der Limmat entlang wird in diesem Abschnitt aufgehoben. 

Der neue Nebenarm der Limmat auf der Insel im Januar 2018.

Die Massnahmen sollen unter anderem ideale Bedingungen für den Eisvogel und die Gartengrasmücke schaffen – beides gefährdete Vogelarten. Aber auch gefährdete Libellen wie die Gemeine Keiljungfer, die Kleine Zangenlibelle oder die Grüne Keiljungfer sollen dort neu heimisch werden.

Ausserdem wurden schon erste Biber gesichtet und in der Umgebung ist die rot gelistete Ringelnatter anzutreffen. Nach der Umstrukturierung sollen sie auf der Insel ihre Nischen finden. 

Mündungsrenaturierungen

Die Mündung des Rietbachs in die Limmat verläuft in einer Betonschale. Bis Ende November 2018 wird diese Mündung renaturiert.

Die Mündungen der Seitenzuflüsse des Rietbachs und des Chöpflibachs sind heute mehrheitlich kanalisiert und verlaufen zum Teil in Betonschalen. Bei niedrigem Wasserstand ist die Fischwanderung zur Limmat unterbrochen. Sie werden von Mai bis November 2018 renaturiert.

Beim Rietbach werden die Betonplatten entfernt und das Bachbett bis zur Bernstrasse hin aufgeweitet. Die Rietbachmündung wird zudem so strukturiert, dass die Fischwanderung immer gewährleistet ist. 

Die eingedohlte Mündung des Chöplibachs wird freigelegt.

Die Mündung des Chöpflibachs, der bisher in einem unterirdischen Kanal in die Limmat floss, wird künftig in einem offenen Bachbett durch das Vorland in die Limmat geführt.

Die getroffenen Massnahmen sollen gewährleisten, dass die Fischwanderung durchgehend möglich ist.

 

Die Mündungen der Reppisch und des Unterwasserkanals in die Limmat bei der Fachwerkbrücke.

Die Mündungen der Reppisch und des Unterwasserkanals in die Limmat erhalten ein neues Gesicht. Der Reppisch-Spitz und der Inselspitz werden von Juli bis November abgetragen und Kiesbänke aufgeschüttet.

So entsteht ein natürliches Mündungsdelta, dessen Kiesbänke von der Strömung der Reppisch verfrachtet werden.

Um weiterhin einen Spazierweg der Limmat entlang zu ermöglichen, wird ein Holzsteg erstellt, der den Unterwasserkanalweg mit der Fachwerkbrücke verbindet.

Der Steg hat limmatseitig eine hohe Wand, um die seltenen Vögel vor Störungen zu schützen. Beobachtungsschlitze in der Wand ermöglichen aber Einblicke.  

Uferaufwertung

Limmatufer

Die Nase befindet sich auf der Liste der potenziell gefährdeten Arten. (Bild: André Karwath/Wikimedia)

Die Limmat ist im Staubereich des Kraftwerks Dietikon stark kanalisiert. Naturnahe Ufer, unterschiedliche Strömungen und Kiesbänke fehlen weitgehend. Wasserpflanzen, Fische, Vögel, Reptilien und Säugetiere finden darum wenig Lebensraum. Dennoch wächst heute schon vereinzelt die gefährdete Wasser-Sumpfkresse oder die Schwanenblume im Staubereich. Auch die geschützte Gelbe Schwertlilie kommt vor. 25 Fischarten wurden zudem gefunden. Darunter auch vier, die auf der Roten Liste der potenziell gefährdeten Arten stehen: Nase, Aal, Schneider und Äsche.

Im Rahmen der ökologischen Massnahmen wird von Mai 2018 bis November 2018 das Ufer der Limmat vor und nach dem Stauwehr über weite Strecken naturnah gestaltet.

Dazu werden die Ufer abschnittsweise abgeflacht, steiler gemacht, mit Kiesbänken ausgestattet oder mit gruppierten Blocksteinen neu gestaltet. Im Bild nebenan sehen sie einen Teil der Massnahmen nach dem Wehr.

So wird in der Flussbiegung Schönenwerd auf der rechten Uferseite eine grosse Kiesbank aufgeschüttet um Laichplätze für Fische zu schaffen. Auf der gegenüberliegenden Seite wird der Uferbereich mit sechs grossen Buhnen aufgelockert und dazwischen Weidenstecklinge gepflanzt.

Die Strömung wird dadurch ufernah reduziert und es entstehen Lebensräume für Tiere und Pflanzen.  

Fischwanderung

Fischtreppe beim Hauptkraftwerk

Ein Multistruktur-Schlitzpass des Typs e-nature. (Bild: Der Wasserwirt)

Das Kraftwerk Dietikon hat derzeit nur eine Fischaufstiegshilfe beim Wehr. Diese ist älterer Bauart, wird von den Fischen aber gut genutzt und darum saniert und belassen. Im Rahmen der Konzessionserneuerung erhalten die Fische zwei weitere Aufstiegshilfen: eine beim Hauptkraftwerk und eine beim Dotierkraftwerk.

Die zwei neuen Aufstiegshilfen werden beim erneuerten Hauptkraftwerk und beim Neubau des Dotierkraftwerks erstellt. Beim Hauptkraftwerk verläuft die Aufstiegshilfe unter der heutigen Kahnrampe, beim Dotierkraftwerk über den Wehrspitz. In beiden Fällen ist die Aufstiegshilfe ein sogenannter Multistruktur-Schlitzpass vom Typ e-nature. 

Der Boden des Schlitzpasses wird mit Steinen belegt. (Bild: Der Wasserwirt)

Die Trennwände mit den Schlitzen zwischen den einzelnen Becken sind dabei so angeordnet, dass kleinere Becken und grössere Ruhebecken sich abwechseln. Diese sind zudem versetzt angeordnet, was zu einer geschwungenen Hauptströmung führt.

Die Aufstiegshilfe wird aus Betonplatten konstruiert und der Boden mit grossen und kleinen kantigen Steinen belegt, um die Fliessgeschwindigkeit zu reduzieren. 

Fischtreppe beim Dotierkraftwerk

Die Fischtreppe beim Hauptkraftwerk befindet sich direkt unter der heutigen Kahnrampe. Sie hat zwei Einstiege. Der zweite liegt direkt bei den Kraftwerkausläufen.

Ein Lockstrom hilft den Fischen, den Einstieg zu finden. Beim Hauptkraftwerk befindet sich dieser zwanzig Meter flussabwärts vom Turbinenauslauf am linken Ufer.

Einen weiteren Einstieg in die Fischaufstiegshilfe gibt es direkt beim Kraftwerksauslauf. Dieser ist für jene Fische, die bis zu den Turbinenausläufen schwimmen und dann entlang des Hindernisses eine Aufstiegsmöglichkeit suchen. Der Ausstieg ist deutlich oberhalb des Kraftwerks.

Beim Dotierkraftwerk befindet sich der Fisch-Einstieg rechts vor dem Kraftwerksauslauf. Auf halbem Weg wechselt der Fischaufstieg die Seite und entlässt die Fische deutlich vor dem Kraftwerkseinlass in die Limmat.

Beim Dotierkraftwerk befindet sich der Einstieg vor der Strömung des Turbinenauslaufs am linken Limmatufer. Der Multistruktur-Schlitzpass wechselt danach von einer Seite des Kraftwerks zur anderen, damit sich der Ausstieg der Fische vor dem Einlauf in die Turbine befindet

Beim Hauptkraftwerk wird auch eine Fischabstiegsanlage mit dem grössten bisher in der Schweiz verbauten horizontalen Feinrechen erstellt. Dieser verfügt über einen 20-Millimeter-Stababstand und lenkt die Fische zum Bypass, welcher seitlich an den Turbinen vorbei ins Unterwasser führt. 

myEKZ
Kontakt