Zürcher Gemeinden im Windtest

Zürich Wind untersucht an drei Standorten im Kanton Zürich die lokalen Windverhältnisse. Die Messdaten sollen eine fundierte Grundlage für die Planung möglicher Windenergieanlagen liefern und klären, ob sich die Standorte langfristig für eine wirtschaftliche Nutzung von Windenergie eignen.

Viviane Ammann
27. April 2026
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Der Blick über die Landschaft am Messtandort in Zünikon. Über mindestens ein Jahr wird hier das Windaufkommen untersucht, um so zu beurteilen, ob sich ein Windenergieprojekt am Standort lohnt. Foto: Caroline Fink

Die Kooperation Zürich Wind (EKZ, ewz und Stadtwerk Winterthur) führt in den Gemeinden Wiesendangen, Rickenbach und Ossingen umfassende Windmessungen durch. Die drei Standorte gelten als mögliche Flächen für Windenergieanlagen und sind für die Aufnahme in den kantonalen Richtplan vorgesehen. Ziel der laufenden Erhebungen ist es, die lokalen Windverhältnisse detailliert zu analysieren und so eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für die nächsten Projektschritte zu schaffen. 

Die rund 125 Meter hohen Messmasten wurden in Zünikon (Gemeinde Wiesendangen) per Kletterkran installiert, in Rickenbach und Ossingen kam aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ein Helikopter zum Einsatz.

Impressionen: Installation des Windmessmasts in Zünikon
Für die Installation des 125 Meter hohen Windmessmasts in Zünikon war ein fünfköpfiges Team vom Mastbau-Unternehmen Vertic Pro über eine Woche lang an der Arbeit.
Foto: Caroline Fink
Die einzelnen Mastelemente sind drei Meter lang, rund 100 Kilo schwer...
Foto: Caroline Fink
… und werden vom Boden her mit einem sogenannten Kletterkran zur Mastspitze hochgezogen.
Foto: Caroline Fink
Dort werden die einzelnen Elemente von zwei Montagearbeitern zusammengebaut und befestigt.
Foto: Caroline Fink
Der fertige Windmessmast besteht aus insgesamt 40 Stahlelementen. Die auffällige rot-weisse Farbgebung im oberen Bereich entspricht luftfahrtrechtlichen Vorgaben und dient dazu, dass der Mast für Flugzeuge gut sichtbar ist.
Foto: Caroline Fink
Für die technische Ausführung der Windmessung wurde das Unternehmen Meteotest beauftragt.
Foto: Caroline Fink
Der Windmessmast ist mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet, um damit Daten zu Windgeschwindigkeit und -richtung sowie Luftdruck und -feuchtigkeit zu erfassen. Auch Aktivitäten von Fledermäusen werden aufgezeichnet.
Foto: Caroline Fink

Die Messungen zeigen, ob sich Windenergie im Zürcher Weinland lohnt. 

3 Fragen zum Thema Windmessungen

Was wird gemessen?

An den rund 125 Meter hohen Windmessmasten sind verschiedene Sensoren installiert, die kontinuierlich Daten erfassen, darunter die Windgeschwindigkeit und -richtung sowie verschiedene Wetterdaten. Zudem werden auch Informationen zu den Fledermausaktivitäten an den Standorten erfasst. Damit die Windverhältnisse möglichst präzise analysiert werden können, erfolgen die Messungen in unterschiedlichen Höhen.

Die Windmessmasten werden vollständig autark betrieben: Solarpanels und ein Batteriespeicher versorgen die Anlagen mit der benötigten Energie.

Wie lange dauern die Messungen?

Der Wind verändert sich im Laufe eines Jahres. Im Winter weht er meist stärker als im Sommer und auch Wetterlagen beeinflussen die Windverhältnisse. Damit ein möglichst realistisches Bild entsteht, dauern die Windmessungen mindestens ein Jahr. So kann das unterschiedliche Windaufkommen in den verschiedenen Jahreszeiten berücksichtigt werden.

In Zünikon (Gemeinde Wiesendangen) werden die Daten ab März 2026 erhoben, in Ossingen und Rickenbach ab April 2026. Nach Abschluss der Messungen werden die Windmessmasten vollständig abgebaut

Wie geht es nach den Messungen weiter?

Nach Abschluss der Messungen werden die gesammelten Daten durch einen extern beauftragten Windgutachter umfassend ausgewertet. Dabei werden die Daten mit bestehenden Wind-Langzeitdaten (z.B. von naheliegenden Wetterstationen oder Satellitendaten) abgeglichen. So wird sichergestellt, dass kurzfristige Ausreisser, etwa aus besonders windreichen oder windarmen Jahren, nicht einseitig interpretiert werden und zu falschen Schlüssen führen. 

Das Windgutachten zeigt auf, wieviel Energie am jeweiligen Standort während des Messjahres hätte produziert werden können, wobei die berechnete Produktionsprognose als fundierte Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen dient. Zeigen die Messdaten, dass die Nutzung von Windenergie an den Standorten wirtschaftlich sinnvoll ist, wird in einem nächsten Schritt die umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung in Auftrag gegeben.

 

 

Impressionen: Installation des Windmessmasts in Rickenbach
In Rickenbach erfolgte die Installation des Windmessmasts mit dem Helikopter.
Foto: Caroline Fink
Der Grund für den Heli-Einsatz: Der Mast in Rickenbach steht mitten im Wald. Ein Standort, der für die Installation nur erschwert zugänglich war.
Foto: Caroline Fink
Dank Helikopter konnten die Arbeiten in Rekordzeit abgeschlossen werden: Nach gerade mal einem halben Tag war der Windmessmast fertiggestellt.
Foto: Caroline Fink
Damit das so schnell vorwärts gehen konnte, war auch am Boden voller Einsatz gefragt. Hier bereitet ein Flughelfer ein Mastelemente für die Beladung des Helikopters vor.
Foto: Caroline Fink
Präzisionsarbeit in schwindelerregender Höhe: An der Mastspitze sorgen zwei Industriekletterer und ein Flughelfer dafür, dass die Elemente ihren Platz finden.
Foto: Caroline Fink
Der Windmessmast in Rickenbach. Über mindestens ein Jahr wird hier das Windaufkommen untersucht, um so zu beurteilen, ob sich ein Windenergieprojekt am Standort lohnt.
Foto: Caroline Fink
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