Wenn der Funke überspringt

Seit zwei Jahrzehnten bringt das EKZ-Angebot «Jugend & Schulen» Energie ins Klassenzimmer. Ein Besuch in Niederhasli zeigt, warum das Programm noch immer zündet und wie aus Neugier echtes Verstehen wird.

Martina Bieler
28. Mai 2026
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20 Jahre Jugend & Schulen: Das EKZ-Bildungsangebot ist beliebt wie nie. Bilder: Gabi Vogt

In der 6. Klasse der Primarschule Rossacker in Niederhasli beginnt der Tag mit einer einfachen Frage: «Wie können wir Strom produzieren?», fragt EKZ-Moderatorin Nele Meier in die Runde. Sofort gehen die Hände in die Höhe: «Mit der Sonne!», «Mit Wasser!», «Mit Wind!». «Und mit Atomstrom», ergänzt ein Schüler. Der Einstieg zeigt: Die Grundlagen sind da. Jetzt geht es ums Verstehen.

«Strom ist eigentlich nur ein anderes Wort für Elektrizität», erklärt Nele Meier. Es folgt eine Reise durch Energieformen wie Bewegungs-, Wärme- oder Strahlungsenergie. Anhand eines Wimmelbilds suchen die Schülerinnen und Schüler Beispiele für Energieumwandlungen und erkennen schnell Zusammenhänge: «Fahren ist welche Art von Energie?», fragt EKZ-Moderatorin Nati Heeb. «Bewegungsenergie», sind sich alle einig. 

Vom denken zum ausprobieren

Schon bald wird es praktisch: Kabel, Handgeneratoren und kleine Verbraucher liegen bereit. Ziel ist es, einen geschlossenen Stromkreis zu bauen, damit das Lämpchen leuchtet oder sich der Ventilator dreht. Einige Gruppen finden schnell den Dreh, andere tüfteln länger. «Am besten nehmen wir nochmals alles auseinander», sagt ein Schüler entschlossen und startet neu. Der starke Praxisbezug begeistert Klassenlehrerin Lea Fawaz. «Das ist das erste Mal, dass ich mit einer Klasse am EKZ-Programm teilnehme», sagt sie und stellt fest: «Sobald sie selbst etwas ausprobieren können, sind sie mit voller Aufmerksamkeit dabei.» Und siehe da: Selbst in der Pause wird weitergearbeitet, bis das Lämpchen endlich leuchtet.

EKZ zu Besuch in der Primarschule Rossacker in Niederhasli
Netzelektriker Toni Börner und Ramon Streng beraten sich
Aufmerksame Blicke: EKZ-Moderatorin Nati Heeb erklärt die Funktion des Handgenerators.
Bild: Gabi Vogt
Netzelektriker Toni Börner im Einsatz im Freien
Welche Energieformen gibt es und wie hängen sie zusammen? Die Wandtafel gibt Auskunft ...
Bild: Gabi Vogt
Volle Konzentration: Eine der Herausforderungen des Morgens ist es, den Ventilator zum Drehen zu bringen.
Bild: Gabi Vogt
Das Solarmodul soll so platziert werden, dass es möglichst viel Strom produziert ...
Bild: Gabi Vogt
... dafür gilt es herauszufinden, woher die Sonne tatsächlich scheint.
Bild: Gabi Vogt
EKZ-Moderatorin Nele Meier zeigt den Schülerinnen und Schülern, wie ein Mini-Windkraftwerk entsteht ...
Bild: Gabi Vogt
... und lässt ihnen viel Raum, um selber aktiv zu werden.
Bild: Gabi Vogt

Wir sind stolz darauf, unser Programm schon so lange erfolgreich durchzuführen.

Lernen mit allen Sinnen

Auch das Zeichnen gehört dazu. Die Kinder halten fest, was sie gelernt haben. «Ich bin nöd guet im Zeichne», meint ein Schüler zögerlich. Doch das Ergebnis überzeugt. «So gut gemacht», lobt Nati Heeb. Für die beiden Moderatorinnen Nele und Nati ist das Arbeiten im EKZ-Programm ein echtes Highlight. «Es macht so viel Spass», sind sie sich einig. Man sei nie allein, sondern immer zu zweit im Klassenzimmer. Jede Klasse sei anders, jedes Schulhaus auch. Gerade das mache den Reiz aus. 

Wenn Technik plötzlich funktioniert

Später wird es komplexer: Kleine Solarpanels werden aufgebaut, Stromflüsse gemessen und Serien- sowie Parallelschaltungen getestet. «Wenn ein Panel zugedeckt ist, gibt es sofort weniger Strom», stellen die Kinder fest. Auch ein Windkraftwerk entsteht – mit einer Windmaschine wird das Rad angetrieben. «Habt ihr es richtig verkabelt?», fragt die Klassenlehrerin. Kurz darauf folgt der Jubel: «Ja, wir haben es geschafft.» 

Ein Jubiläum mit Wirkung

Solche Momente tragen das Programm seit 20 Jahren. «Wir sind stolz darauf, unser Programm schon so lange erfolgreich durchzuführen», sagt Daniel Bauer, Leiter Jugend & Schulen bei EKZ. Am Ende des Morgens leuchten alle Lämpchen, alle Ventilatoren drehen sich. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Jubiläums: Wenn Lernen im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung gerät, springt der Funke auch nach 20 Jahren mühelos über.

20 Jahre Jugend & Schulen
Seit 20 Jahren begeistert EKZ Kinder und Jugendliche für Energie und Nachhaltigkeit. Was 2006 mit ersten Unterrichtseinheiten begann, ist heute ein etabliertes Bildungsangebot: Bereits über 3200 Schulklassen wurden auf ihrer Lernreise begleitet. Die Programme werden von engagierten Studierenden moderiert und sind optimal auf den Zürcher Lehrplan 21 abgestimmt. So sensibilisiert EKZ die Entscheidungsträgerinnen und -träger von morgen frühzeitig für wichtige Energiethemen. Ergänzend zu den Unterrichtseinheiten bietet EKZ speziell für Schulen konzipierte Museumsführungen im Stromhaus Burenwisen an.

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