Ökologische Nachrüstung beim historischen Kraftwerk Waldhalde

Für Schweizer Gewässer gilt in der Schweiz seit 2011 die Pflicht zur Wiederherstellung der freien Fischwanderung. Während die sogenannte Fischgängigkeit bei neuen Wasserkraft-Projekten von Beginn an mitberücksichtigt wird, stellt sie für historische Kraftwerke eine Herausforderung dar. So auch für das EKZ-Kraftwerk Waldhalde. EKZ hat die aufwendigen baulichen Anpassungen frühzeitig angepackt und das historische Sihl-Kraftwerk damit bereits 2014 nachträglich fischgängig gemacht – und das als eines der ersten Kraftwerke im Kanton Zürich.

Viviane Ammann
17. Februar 2026
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Das EKZ-Kraftwerk Waldhalde: Eines der ersten Kraftwerke im Kanton Zürich, das die gesetzliche Fischgängigkeit umgesetzt hat.

Schweizer Flüsse und Seen sind regelrechte Biodiversitäts-Hotspots mit einer einzigartigen Fischvielfalt. Dass die Fische in den Gewässern frei wandern und ungehindert flussaufwärts und flussabwärts schwimmen können, ist für viele Arten überlebenswichtig. Das Gewässerschutzgesetz in Kombination mit dem Bundesgesetz über die Fischerei schreibt deshalb seit 2011 eine Fischgängigkeitspflicht vor. Hindernisse, die die Bewegungsfreiheit von Fischen wesentlich einschränken, müssen bis 2030 saniert werden. Von der Sanierungspflicht betroffen sind mehrere Hundert Wasserkraftwerke in der Schweiz.

EKZ erneuert Kraftwerk Dietikon mit Fokus auf Fischschutz

Bei neuen Wasserkraft-Projekten wird die Fischgängigkeit als ökologische Anforderung von Beginn an berücksichtigt. So auch bei der Erneuerung des Kraftwerks Dietikon 2018, bei der EKZ umfassende Massnahmen für den Fischschutz umgesetzt hat. Darunter ein Horizontalrechen für den Fischabstieg – bis heute gehört dieser zu den grössten im deutschsprachigen Raum – sowie zwei Fischaufstiegshilfen.

Ökologische Pionierarbeit beim Sihl-Kraftwerk Waldhalde

EKZ betreibt auch das historische Kraftwerk Waldhalde an der Sihl zwischen Hütten und Schönenberg. Die Anlage produziert jährlich rund 14 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom. Das reicht aus, um 3‘000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Gebaut Ende des 19. Jahrhunderts, wurde das Kraftwerk Waldhalde Anfang der 1960er-Jahren erneuert und im Jahr 2010 saniert – und somit zu einer Zeit, als Fischgängigkeit noch keine Pflicht war.

2014 startet EKZ beim Kraftwerk Waldhalde mit den Bauarbeiten für die schweizweit erste Fischaufstiegsanlage nach neuem Gesetz.
Das Wehr und die Fischtreppe aus der Vogelperspektive.
Die trockene Fischtreppe vor der Inbetriebnahme…
… sowie in Betrieb.

Die neuen gesetzlichen Anforderungen waren für EKZ somit eine Herausforderung, mit Blick auf das Wohl der Wasserlebewesen aber gleichzeitig auch eine Selbstverständlichkeit und zwar mit dem Anspruch, diese schnellstmöglich umzusetzen. Die erforderlichen Bauarbeiten beim Kraftwerk Waldhalde hat EKZ dementsprechend bereits 2014 in Angriff genommen und mit dem Bau der ersten Fischaufstiegsanlage im Kanton Zürich nach neuem Gesetz begonnen. In technischer und ökologischer Massarbeit wurde die neue Fischaufstiegshilfe sowie eine Fischabstiegsöffnung in der Wehrklappe gezielt in die bestehende Infrastruktur integriert. 2015 wurden die aufwändigen Bauarbeiten abgeschlossen und die Anlagen gleichen Jahres in Betrieb genommen.

Fischzählungen als biologische Wirkungskontrollen

Die Wirksamkeit der umgesetzten Massnahmen – sprich, ob die Fische das Kraftwerk nun schadlos passieren können – wurde mit einer biologischen Wirkungskontrollen überprüft. Dazu wurden Fischzählungen unter Anleitung eines ökologischen Fachbüros und mit Unterstützung des lokalen Fischereivereins durchgeführt. Seit Ende 2025 steht es schwarz auf weiss: Das Kraftwerk Waldhalde ist offiziell fischgängig und somit aus der Sanierungspflicht entlassen – und das als eines der ersten Kraftwerke im Kanton.