Wie Neftenbach den Bezug von LEG-Strom fördert

Die Gemeinde Neftenbach ist eine von aktuell 25 Gemeinden im Kanton Zürich, die zusammen mit EKZ Gemeinsamstrom eine gemeindeweite LEG aufgebaut haben. Das Ziel ist ambitioniert: Möglichst viele der rund 6 000 Einwohnerinnen und Einwohner sollen vom lokal produzierten Solarstrom profitieren. Damit das klappt, hat die Gemeinde einen attraktiven Köder ausgeworfen – und unterstützt den Bezug von LEG-Strom finanziell. Gemeinderat Peter Meier erzählt, wie es dazu kam.

Viviane Ammann
15. September 2026
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Neftenbach im Bezirk Winterthur: Hier wird der Bezug von LEG-Strom mit einem Förderbeitrag von der Gemeinde unterstützt. (Bild: EKZ/Norbert Egli)

LEG für jedes Bedürfnis

Seit Anfang 2026 sind lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) möglich. Der Blick ins EKZ-Versorgungsgebiet zeigt: Es gibt nicht die eine LEG: Jede Gemeinschaft entwickelt ihr Modell entsprechend den lokalen Gegebenheiten und Bedürfnissen. EKZ hat passende Angebote für die Vielfalt. 

Mehr zu den LEG-Lösungen von EKZ

«Die Möglichkeiten für die Gründung von Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV) sind in Neftenbach weitgehend ausgeschöpft. Für uns war deshalb schnell klar, dass eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) der nächste logische Schritt ist. Entsprechend haben wir uns schon früh mit dem Thema beschäftigt und dabei rasch festgestellt: eine Umsetzung in Eigenregie wäre sehr aufwändig. Deshalb wollten wir den Grundversorger bei einem solchen Unterfangen von Anfang an mit an Bord haben. EKZ kennt die regulatorischen Anforderungen, verfügt über das nötige Know-how und übernimmt mit dem LEG-Angebot «Gemeinsamstrom» den gesamten administrativen Aufwand. Das ist für uns als Gemeinde ein grosser Vorteil, denn: Müssten wir das alles selber machen, würden Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis stehen.  

Kein Flickenteppich in Neftenbach 

Uns war wichtig, das Thema als vereinte Gemeinde gemeinsam anzugehen. Wir wollten keinen Flickenteppich aus einzelnen LEG, sondern eine Lösung für Neftenbach. Seit dem 1. Juni ist die LEG in Neftenbach aktiv.  

Damit eine LEG funktioniert, braucht es nicht nur lokale Produzenten, sondern es müssen auch genügend Konsumenten mitmachen – und diese müssen den lokalen Solarstrom genau dann verbrauchen, wenn er vorhanden ist. Das erfordert in vielen Fällen eine konkrete Verhaltensänderung und um diese hinzukriegen, muss erfahrungsgemäss beim Portemonnaie angesetzt werden. Bei der Vorbereitung unserer LEG hat sich aber gezeigt, dass gerade die finanziellen Anreize für die Teilnahme an der LEG aufgrund der geltenden politischen Rahmenbedingungen noch begrenzt sind.  

Für Gemeinderat Peter Meier ist klar: Eine erfolgreiche LEG braucht genügend Konsumentinnen und Konsumenten…
Bild: EKZ/Norbert Egli
… und diese machen eher mit, wenn sie einen finanziellen Anreiz haben. Mit einem Förderbeitrag von 2 Rappen pro Kilowattstunden unterstützt die Gemeinde Neftenbach darum den Bezug von LEG-Strom.
Bild: EKZ/Norbert Egli

Zwei Rappen als Anreiz fürs Mitmachen 

Ein garantiert wirksames Instrument, um die Leute zum Mitmachen zu bewegen, war schnell gefunden – und der Entschluss, das so umzusetzen, im Gemeinderat ebenso schnell gefasst: Die Gemeinde schichtet bestehende Fördermittel aus der Gemeindekasse um und unterstützt damit den Bezug von LEG-Strom mit 2 Rappen pro Kilowattstunde. So schaffen wir einen konkreten Anreiz für die Teilnahme an der LEG. Gleichzeitig profitieren dadurch für einmal auch Mieterinnen und Mieter von einer energiewirtschaftlichen Förderung. Bisher kamen solche Beiträge vor allem Solaranlagenbesitzern zugute. 

Eine passende Lösung für jedes Bedürfnis 

Für die Umsetzung und Abwicklung unseres Fördermodells waren wir auf EKZ angewiesen. Ehrlich gesagt haben wir damit gerechnet, dass das ein ‘Gewürge’ gibt. Aber nix da: Die Zusage, dass die administrative Umsetzung klappt und die Förderung direkt in die Abrechnung integriert werden kann, kam quasi postwendend. Eine sehr positive Überraschung.» 

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