Die Fussball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA steht kurz bevor. Das weckt bei Georges Bregy, der 1994 in Nordamerika den legendären Freistoss verwandelte, ganz besondere Erinnerungen.
Als Georges Bregy 1994 im WM-Eröffnungsspiel gegen die USA einen Treffer erzielte, schrieb er Schweizer Fussballgeschichte. Heute, kurz vor der nächsten Weltmeisterschaft in Nordamerika, blickt der Walliser auf diesen Moment zurück – und spricht über Teamgeist, Druck und was ihm heute Energie gibt.
Die Fussball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA steht kurz bevor. Das weckt bei Georges Bregy, der 1994 in Nordamerika den legendären Freistoss verwandelte, ganz besondere Erinnerungen.
Ich bin erstaunt, dass unser Stromverbrauch immer höher ist, als bei den anderen Parteien. Wie könnte sich der Unterschied erklären lassen?
Dadurch, dass sich die Weltmeisterschaft in Nordamerika wiederholt, kommen automatisch Erinnerungen hoch. Für unsere Mannschaft war es etwas Neues. Die Schweiz konnte sich nach 28 Jahren zum ersten Mal wieder qualifizieren. Ich freute mich riesig, dabei zu sein, wusste aber auch, dass ich dem Wettkampf alles andere unterordnen müsste. Das Spiel selbst war unglaublich. Ich hatte eine Riesenfreude, dass ich dieses Tor schoss. Ich denke bei jeder Weltmeisterschaft daran zurück. Und es ist schön, wenn auch die Medien immer wieder daran erinnern. Das heisst, dass man etwas Historisches geleistet hat.
Ja, das kann man so sagen. Ich war damals schon 36 Jahre alt und durfte meine Karriere mit einer Weltmeisterschaft beenden. Die meisten Spieler waren zehn, zwölf Jahre jünger als ich. Ich war sozusagen der Grossvater. Ich wusste schon vorher, dass ich aufhöre. Das war nicht ganz einfach, weil ich ein paar lukrative Angebote bekam. Ich hatte ein, zwei schlaflose Nächte. Aber ich wollte den richtigen Moment für meinen Abgang nicht verpassen.
Auch nach seiner Profikarriere blieb Georges Bregy dem Fussball treu. Nach seinem Rücktritt 1994 spielte der ehemalige Nationalspieler noch viele Jahre bei den Veteranen des FC Thalwil weiter, aus Freude am Spiel und an der Kameradschaft. Selbst 15 Jahre später stand er noch regelmässig auf dem Platz. Bis 2012 engagierte sich Bregy zudem weiterhin im Umfeld des Vereins.
Der Teamgeist war sehr gut. Natürlich musste die Mannschaft erst zusammenwachsen. Unserem Trainer Roy Hodgson war es wichtig, ein Team aufzustellen, das gut zusammen funktionierte und in dem die Harmonie stimmte. Ich war darin das letzte Puzzleteil. Es gab damals einige hervorragende Fussballer, die aber nicht in Roys Team passten.
Ich wusste, wenn es schief geht, würde man sagen, dass es an meinem Alter liegt
Man verbringt halt sehr viel Zeit zusammen: die Reise, die Vorbereitung, zuerst in der Schweiz, dann zehn Tage vor dem ersten Spiel in Amerika. Als ich mit 34 für das Länderspiel gegen Frankreich in Lausanne aufgeboten wurde, stellte man Roy Hodgson in Frage. Und ich wusste, wenn es schief geht, würde man sagen, dass es an meinem Alter liegt.
Nein, wir gewannen das Spiel und mir gelangen zwei Assists.
Im Gegenteil. Es war kein Druck vorhanden, weil wir als «Nobody» nach Amerika gingen. Wir waren das schwächste Team in einer sehr starken Gruppe, zusammen mit USA, Rumänien und Kolumbien. Wir schlugen die Rumänen 4:1 und kamen eine Runde weiter. Wir hatten nichts zu verlieren. Das war gleichzeitig auch ein Problem: Bei vielen Spielern war nach der Qualifikation die Luft draussen, weil wir schon mehr erreicht hatten, als erwartet. Vielleicht hat im Spiel gegen Spanien, nachdem wir aus dem Wettkampf ausschieden, ein wenig die Spannung gefehlt.
Ich glaube, dass man heute zu viel Wert auf Daten legt und zu wenig auf das Menschliche
Aus den Spielern wird physisch viel mehr herausgeholt mit der Ernährung, den Datenchips, der Belastungssteuerung und so weiter. Ich glaube, dass man heute zu viel Wert auf Daten legt und zu wenig auf das Menschliche. Ich kann physisch topfit sein. Wenn ich aber mental in einer nicht so guten Verfassung bin, kann ich meine Leistung nicht abrufen. Und natürlich ist der öffentliche Druck grösser geworden, insbesondere in den sozialen Medien. Ich bin froh, dass ich in der Zeit Fussball gespielt habe, als es die noch nicht gab.
Ja. Aber auch, weil die Spieler dazu verleitet werden, zu viel von sich bekanntzugeben. Viele können sich nicht mehr ungestört in der Öffentlichkeit bewegen und werden ungefragt fotografiert oder gefilmt.
Es ist auch schwieriger, eine Mannschaft mit vielen «Topshots» zu trainieren, als eine mit weniger bekannten Spielern
Eine erfolgreiche Mannschaft muss ein Team sein, das harmoniert – vom Stürmer bis zum Goalie, in der Offensive und in der Defensive. Jeder muss sich in den Dienst der Mannschaft stellen und sein Ego ein bisschen zurückstellen. Heute ist es vielfach so, dass die Spieler gezwungen sind, auf dem Feld Präsenz zu markieren, damit Spielervermittler auf sie aufmerksam werden. Es ist auch schwieriger, eine Mannschaft mit vielen «Topshots» zu trainieren, als eine mit weniger bekannten Spielern. Klar muss ein Spieler gute Qualitäten haben. Aber wenn eine Mannschaft gut zusammenspielt, sind auch die einzelnen Spieler besser. Allein gewinnt niemand ein Spiel.
Die Schweiz trifft im Final auf Brasilien
Die Schweizer Nati ist in einer sehr guten Gruppe, in der sie als Favoritin startet. Es wäre eine Enttäuschung, wenn sie die nächste Runde nicht erreichen würde. Das glaube ich aber nicht. Die Mannschaft ist sehr stabil geworden und ist wirklich sehr gut. Man sieht, dass ein Team auf dem Platz steht.
Die Schweiz trifft im Final auf Brasilien.
Ja, mit dem Verein «Swiss Legends», der übrigens 1994 gegründet wurde, spielen wir sechs bis acht Spiele pro Jahr gegen verschiedene Schweizer Clubs.
Beni spielte damals auf meine Freistoss-Fähigkeiten an. Ich war Spezialist für Freistösse. Ansonsten war ich sicher ein Spieler, der für Ordnung auf dem Platz sorgte und die Spielauslösung machte. Ich hatte ein sehr gutes Spielgespür.
Von der Spielweise her sicher Granit Xhaka, obwohl er ein bisschen – nein, viel besser – spielt als ich. Ausser im Freistoss …(schmunzelt)
Man muss ein Ziel vor Augen haben und darauf hinarbeiten, darf aber gleichzeitig die Freude am Leben nicht verlieren
Ich bin Experte beim TV-Sender Blue. Und verfolge intensiv die Super League.
Man muss ein Ziel vor Augen haben und darauf hinarbeiten, darf aber gleichzeitig die Freude am Leben nicht verlieren. Das ist heute nicht ganz einfach, weil es viel Negatives gibt. Die Freude sollte trotzdem im Vordergrund stehen.
E-Mobilität finde ich einerseits gut, sie ist aber nach meinem Geschmack zu stark forciert worden. Die Menschen sind noch nicht bereit dafür und brauchen etwas mehr Zeit. Diese Entwicklung kann man nicht allein durch die Politik steuern. Für mich ist ein Hybridauto ein ideales Fahrzeug, weil man von beiden Technologien profitiert. Zudem frage ich mich, wieso man unter den erneuerbaren Energien die Wasserkraft nicht noch viel mehr nutzt.
Ich bin erstaunt, dass unser Stromverbrauch immer höher ist, als bei den anderen Parteien. Wie könnte sich der Unterschied erklären lassen?