In Volketswil entsteht die grösste Batterie der Schweiz. Bis zu 18 Megawatt soll das Batteriesystem dereinst leisten – und bis zu 7,5 Megawattstunden Energie soll es speichern. Was das bedeutet und warum solche Batteriespeicher für die künftige Stromversorgung wichtig sind, erklärt EKZ Projektleiterin Marina González Vayá im Interview.

Marina González Vayá, die EKZ bauen in Volketswil die grösste Batterie der Schweiz. Warum braucht es diese Batterie?

Weil sich die Art und Weise der Stromproduktion ändert. In Zukunft speisen immer mehr neue erneuerbare Energiequellen – also Solar- oder Windkraftwerke – unvorhersehbar Strom ins Netz ein. Mit solchen dezentralen Batteriespeichern tragen wir zum Ausgleich der entstehenden Schwankungen bei.

Das heisst, die Batterie liefert Strom, wenn die Sonne einmal nicht scheint? Oder wenn kein Wind weht?

Ich würde es allgemeiner formulieren: Die Batterie liefert Strom, wenn im Netz zu wenig vorhanden ist. Und sie bezieht Strom, wenn es im Netz zu viel davon hat. Konkret wird die Batterie für die nationale Netzgesellschaft Swissgrid Regelenergie liefern. Sie wird also dazu beitragen, Schwankungen im kontinentaleuropäischen Stromnetz auszugleichen.

Rechnet sich das für die EKZ?

Ja. Die Wirtschaftlichkeit steht bei diesem Projekt im Zentrum. Die Vermarktung von Regelenergie ist wirtschaftlich interessant. Unser bestehender Batteriespeicher in Dietikon liefert bereits seit 2014 Regelenergie – es war die erste Batterie in Europa, die ohne Absicherung durch konventionelle Kraftwerke am Regelenergiemarkt aktiv war. Wir haben in diesem Bereich also vertiefte Erfahrung.

So wird der 18-Megawatt-Batteriespeicher in Volketswil dereinst aussehen: Im grauen Container befindet sich die Batterie, jeweils auf der Seite der Konverter und auf dem Container die Klimaanlage.
Der bestehende Batteriespeicher in Dietikon liefert seit 2014 Regelenergie.
Marina González Vayá, Fachspezialistin Smart Grid, im Innern der bestehenden 1-Megawatt-Batterie.
Die Rolle von dezentralen Speichern für die Bewältigung der Energiewende (Quelle: T. Borsche, A. Ulbig, G. Andersson; SATW-Speicherstudie)

In der Schweiz haben wir doch für die Stromspeicherung schon die Pumpspeicherkraftwerke. Braucht es da wirklich auch noch Batterien?

Batterie- und Pumpspeicher ergänzen sich optimal. Pumpspeicher können grosse Mengen Energie über lange Zeit speichern. Batteriespeicher sind für eine relativ kurzfristige Speicherung der Energie geeignet (bis ca. 1 Tag), sie können ihre Leistung jedoch viel schneller als Pumpspeicher anpassen. Zudem sind die Pumpspeicherkraftwerke in den Bergen. Ihr Strom muss also über grössere Distanzen bis zu den Endverbrauchern transportiert werden. Das führt zu Verlusten und belastet die Netzinfrastruktur. Mit dezentralen Speichern kann man mehr vom lokal produzierten Strom auch lokal verbrauchen.

Sie sprechen von der «grössten Batterie der Schweiz». Was bedeutet das genau? Was kann die Batterie?

Es handelt sich in Bezug auf Leistung und Kapazität um das grösste Batteriespeichersystem der Schweiz. In Europa gehört die EKZ Batterie zu den leistungsfähigsten. Sie leistet maximal 18 Megawatt – etwa sieben mal so viel wie das EKZ Wasserkraftwerk in Dietikon. Und sie hat eine Speicherkapazität von 7,5 Megawattstunden. Mit dieser Energie könnte man 600 durchschnittliche Vierpersonenhaushalte einen Tag lang mit Strom versorgen.

Maximale Leistung: 18 Megawatt

Speicherkapazität: 7,5 Megawattstunden

Geplante Inbetriebnahme: Anfang 2018

Marina González Vayá arbeitet als Fachspezialistin Smart Energy bei den EKZ in Dietikon. Die gebürtige Spanierin hat in Deutschland, Frankreich und England Elektrotechnik und Wirtschaft studiert, und in den USA und an der ETH Zürich geforscht. Bei den EKZ ist sie Projektleiterin für den grössten Batteriespeicher der Schweiz, betreut den bestehenden 1-Megawatt-Speicher in Dietikon und arbeitet an diversen Smart-Grid-Projekten.