Wädenswil will zur Smart City werden und setzt dafür auf eine multifunktionale Strassenleuchte. Und auf das Know-How der EKZ. Herausgekommen ist der Smart City Tower, ein Schweizer Pionier.

Smart City – ein Schlagwort? In Wädenswil nicht mehr. Denn dort steht seit Ende September eine multifunktionale Strassenleuchte, der Smart City Tower. «Damit macht die Stadt am linken Zürichseeufer einen ersten Schritt Richtung Smart City», erklärt Jörg Haller von den EKZ, der für die Leuchte mitverantwortlich ist. Zusammen mit der Stadt Wädenswil, der Firma Elektron und der SBB hat der Spezialist für Licht und intelligente Infrastruktur das Projekt umgesetzt. 

Ausgestattet mit Kommunikationsknoten, Sensoren und der richtigen Software, macht die Strassenleuchte Wädenswil smart. (Quelle: smart-city-waedenswil.ch)
Ausgestattet mit Kommunikationsknoten, Sensoren und der richtigen Software, macht die Strassenleuchte Wädenswil smart. (Quelle: smart-city-waedenswil.ch)
Der Smart City Tower ist auch eine Ladestation, an der zwei Elektroautos gleichzeitig geladen werden können. (Quelle: smart-city-waedenswil.ch)
Der Smart City Tower ist auch eine Ladestation, an der zwei Elektroautos gleichzeitig geladen werden können. (Quelle: smart-city-waedenswil.ch)
Der Smart City Tower sammelt Umweltdaten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lärm und Feinstaub. (Quelle: smart-city-waedenswil.ch)
Der Smart City Tower sammelt Umweltdaten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lärm und Feinstaub. (Quelle: smart-city-waedenswil.ch)
Jörg Haller, Leiter öffentliche Beleuchtung, EKZ: «Eine Strassenleuchte mit so vielen Funktionen gibt es bis jetzt in der Schweiz noch nicht» (Quelle: smart-city-waedenswil.ch)
Jörg Haller, Leiter öffentliche Beleuchtung, EKZ: «Eine Strassenleuchte mit so vielen Funktionen gibt es bis jetzt in der Schweiz noch nicht» (Quelle: smart-city-waedenswil.ch)

Ein Pionier

Die multifunktionale Strassenleuchte gegenüber dem Bahnhof gibt dann und dort Licht, wo es nötig ist. Zusätzlich bietet sie Strom, um zwei Elektroautos gleichzeitig zu laden. Sie sammelt Umweltdaten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lärm und Feinstaub. Und sie stellt der Bevölkerung ein öffentliches WiFi-Netzwerk zur Verfügung. «Eine Strassenleuchte mit so vielen Funktionen gab es bis jetzt in der Schweiz noch nicht», sagt Jörg Haller. Eine gute Gelegenheit für die Abteilung öffentliche Beleuchtung der EKZ, Erfahrungen aus anderen Projekten einzubringen – von verkehrsabhängigen Beleuchtungssystemen über Elektromobilität bis hin zu öffentlichem WLAN, aber auch neue Erfahrungen zu sammeln.

Potenzial der Strassenleuchten

Mit dem Smart City Tower möchten Jörg Haller und sein Team zudem ein Signal senden: «In Strassenleuchten steckt grosses Potenzial, gerade wenn es darum geht, die Infrastruktur von Städten und Gemeinden intelligent zu machen.» Und dieser Trend zeichnet sich laut dem Lichtexperten eindeutig ab. «Smart City ist zwar ein weiter Begriff, aber die Digitalisierung wird auch hier Einzug halten», ist Haller überzeugt. «Eine Stadt, die sich uns dank digitaler Technologie anpasst, um unsere Lebensqualität zu erhöhen und um Ressourcen zu sparen», so würde er die Smart City definieren. Noch ist keine Stadt durchwegs intelligent, aber es gibt verschiedene Ansätze in diese Richtung.

«Eine Strassenleuchte mit so vielen Funktionen gab es bis jetzt in der Schweiz noch nicht.»
Jörg Haller, Abteilung öffentliche Beleuchtung der EKZ

Smarte Ansätze

Neben dem Smart City Tower nennt Jörg Haller ein weiteres Beispiel aus der öffentlichen Beleuchtung: «In Urdorf testen wir eine Strassenbeleuchtung, die sich dank Sensoren dem Verkehrsaufkommen anpasst. Davon profitieren die Anwohner, weil die Strasse nicht die ganze Nacht mit Volllicht beleuchtet wird, aber auch Tiere wie zum Beispiel Insekten und Fledermäuse.» Dieses verkehrsbeobachtende Licht, wie wir es nennen, hat mehrere Vorteile, wie Jörg Haller betont: «Es ist umweltverträglicher als eine herkömmliche Beleuchtung und auch energieeffizienter.» Urdorf spart so Stromkosten.
Die EKZ planen, weitere multifunktionale Strassenleuchten in ihrem Versorgungsgebiet einzusetzen.

Jörg Haller leitet seit 2010 die Abteilung öffentliche Beleuchtung der EKZ. Der Ingenieur ist seit 2011 Mitglied im Fachgremium für Beleuchtung von Strassen und Plätzen der Schweizer Lichtgesellschaft und arbeitet in diversen nationalen Arbeitsgruppen zu den Themen Energieeffizienz und Lichtimmissionen mit. Darüber hinaus engagiert er sich in verschiedenen Pilotprojekten sowie für die Ausbildung zukünftiger Lichtfachleute.  

Jörg Haller, Leiter öffentliche Beleuchtung EKZ