Smarte Strassenleuchten in Urdorf

Smarte Strassenleuchten in Urdorf

Seit einem Jahr testen die EKZ in Urdorf das verkehrsbeobachtende Licht – das erfreuliche Resultat: Fast ein Drittel Energie kann durch die sanfte Anpassung der Lichtstärke gespart werden – und das selbstverständlich bei gleich hoher Sicherheit.

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Kommt es auf der Autobahn nahe Urdorf zu Stau, weichen viele Automobilisten auf die Birmensdorferstrasse aus. Verkehrsreich ist diese Strasse meist auch zwischen sechs und sieben Uhr abends. Bis zehn Uhr abends bleibt es dann relativ ruhig, um danach nochmals kurz aufzuleben.

 

«Das verkehrsbeobachtende Licht bietet insbesondere in dicht besiedelten Gebieten völlig neue Optionen.»

 

Trotz des schwankenden Verkehrsaufkommens beträgt die Lichtstärke der Strassenleuchten konstant 100 Prozent. Eine Energieverschwendung, dachte sich Jörg Haller, Leiter öffentliche Beleuchtung bei den EKZ, als er eines Abends vor Ort war. Eigentlich wollte er sich die neue Strassenbeleuchtung anschauen, die kürzlich auf LED umgerüstet worden ist. Weit und breit kein Auto, da fragte sich der Lichtexperte: Was wäre, wenn sich das Licht dem aktuellen Verkehrsaufkommen anpassen könnte? Zusammen mit einem Industriepartner entwickelte Jörg Haller die Idee weiter und so entstand das verkehrsbeobachtende Licht: Ein Videosensor misst den aktuellen Verkehrsfluss und übermittelt diese Werte in die virtuelle Zentrale. Da werden sie mit den voreingestellten Grenzwerten verglichen. Über Funk wird dann die Lichtstärke der Strassenleuchten den Verkehrsverhältnissen angepasst. Das sanfte Abdimmen nimmt man kaum wahr, die Lichtstärke bewegt sich stufenlos zwischen 100 und minimal 40 Prozent. Maximal beleuchtet bleiben dabei immer die Fussgängerstreifen, um Fussgängern gut sichtbar höchste Sicherheit zu gewährleisten.

Weniger Lichtemissionen

Nach über einem Jahr Pilotprojekt zeigt sich, dass dieses in der Schweiz noch einzigartige System an der Birmensdorferstrasse in Urdorf erfolgreich ist. «Ohne Einbusse bei der Sicherheit werden 30 Prozent Energie eingespart», erklärt Jörg Haller. Und das obendrauf: Denn bereits dank der Umrüstung auf LED werden im Vergleich zu früher 40 Prozent Energie eingespart. Während sich die Eigentümerin der Strasse, die Baudirektion des Kantons Zürich, über tiefere Energiekosten freut, freuen sich die Anwohner in Urdorf über mehr Komfort. Das verkehrsbeobachtende Licht hat den weiteren Vorteil, dass es unnötige Lichtemissionen vermeidet. 

Zukunftslicht

«Ein Licht, das sich den Gegebenheiten anpasst, ist die Zukunft der öffentlichen Beleuchtung», ist Jörg Haller, Leiter öffentliche Beleuchtung bei den EKZ, überzeugt. «Es bietet insbesondere in dicht besiedelten Gebieten völlig neue Optionen.» Möglich wurde das Pilotprojekt durch technische Entwicklungen und eine Überarbeitung der Norm für Strassenbeleuchtung (SN EN 13201). Diese lässt neu eine nächtliche Absenkung des Lichtniveaus abhängig vom Verkehrsfluss zu. Bisher war die öffentliche Beleuchtung auf statische Höchstwerte bei starkem Verkehr und sehr ungünstigen Lichtverhältnissen dimensioniert.

Maximale Sicherheit: Die Helligkeit wird bei Verkehrsaufkommen erhöht.
Maximale Sicherheit: Die Helligkeit wird bei Verkehrsaufkommen erhöht.
Bei leerer Strasse wird die Beleuchtung gedimmt, nur die Fussgängerstreifen bleiben hell.
Bei leerer Strasse wird die Beleuchtung gedimmt, nur die Fussgängerstreifen bleiben hell.