Die CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas ist die grösste Fachmesse für Unterhaltungselektronik. Immer wichtiger wird an der CES das Thema Smart Home. Wolfgang Zimmermann, Leiter Smart Home bei EKZ, hat sich umgeschaut.

Wolfgang Zimmermann, an der CES war Smart Home ein grosses Thema. Lässt sich ein bestimmter Trend erkennen?

Eigentlich ist es ein bestehender Trend, der sich verstärkt: Immer mehr Haushaltsgeräte werden smart. Es sind schon lange nicht mehr nur die Heizung, die Lampen, Bewegungsmelder oder die Türschlösser. Laufend kommt neue dazu: Zahnbürsten, Spiegel, Herd, Backofen, Kühlschrank und so weiter. Schwierig ist dabei das Zusammenspiel von verschiedenen Geräten – die Interoperabilität. Die smarte Zahnbürste kann mir zwar – über ihr eigenes Display – sagen, welche Zähne ich gut und welche ich noch nicht so gut geputzt habe. Super wäre aber, wenn sie mir das Resultat gleich auf dem intelligenten Spiegel zeigen könnte. Oder wenn die Badezimmertür erst aufgeht, wenn die Kinder die Zähne richtig geputzt haben (lacht). Spass beiseite. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Geräten und Herstellern funktioniert häufig noch nicht. Hier gibt es noch viel zu tun.

Wolfgang Zimmermann: «Bei der Interoperabilität gibt es noch viel zu tun.»
Wolfgang Zimmermann: «Bei der Interoperabilität gibt es noch viel zu tun.»

Wurde an der CES etwas wirklich Neues gezeigt im Smart Home Bereich?

Die bahnbrechende Neuigkeit hat gefehlt. Aber es gibt sehr viele intelligente Weiterentwicklungen. Für mich wurde vor allem eines deutlich: Kaum jemand kann aus diesem riesigen Fundus von Smart-Home-Geräten ein funktionierendes Gesamtsystem «bauen» und kein Kunde kann wirklich durchblicken. Kein Nutzer will sich hinsetzen und tagelang basteln, bis alle seine Komponenten zusammenspielen. Ich gehe deshalb davon aus, dass «Smart-Home-as-a-Service» wichtiger wird. Daran arbeiten wir bei EKZ intensiv.

Was nimmst Du persönlich mit von der CES?

Wie schon erwähnt: Richtig gut ist ein Smart Home erst dann, wenn alle Komponenten miteinander sprechen. Ganz klar ist auch: Das Smart Home der Zukunft ist funkbasiert. Verdrahtete Lösungen waren in Las Vegas kein Thema. Und was mir auch aufgefallen ist: Bis jetzt hat der 3D-Druck ein Bastler-Dasein gefristet. Das scheint sich langsam zu ändern. Wenn Gerätehersteller beginnen, die 3D-Pläne für ihre Ersatzteile zur Verfügung zu stellen, dann entstehen neue Business-Chancen für die Besitzer eines solchen Druckers.