Smarte Lichtsteuerung für Wädenswil

Smarte Lichtsteuerung für Wädenswil

An der Seestrasse in Wädenswil passt sich das Licht seit diesem Winter dem Verkehrsaufkommen an. Wädenswil ist bereits die dritte Zürcher Gemeinde, die auf das verkehrsbeobachtende Licht setzt. Was in Wädenswil anders ist, erklärt Jörg Haller, Leiter Öffentliche Beleuchtung und Smart City bei EKZ.

Regelmässig spannende
Infos aus der Energiewelt?
Jetzt abonnieren

Zwölf Kandelaber an der Seestrasse in Wädenswil passen ihre Lichtstärke neu dem Verkehrsaufkommen an. Unweit davon steht der Smart City Tower, ein multifunktionaler Lichtmast, der vor über einem Jahr eingeweiht worden ist. Jörg Haller, welche Rolle spielt der Smart City Tower bei der neuen Lichtsteuerung?

Der Smart City Tower befindet sich am nördlichen Ende der Strecke mit den zwölf Kandelabern und ist ein wichtiger Bestandteil des verkehrsbeobachtenden Lichts. Genauer gesagt ist es der Sensor im Lichtmast, der das Verkehrsaufkommen an der Seestrasse misst. Aufgrund des Verkehrsaufkommens wird dann die Lichtstärke der zwölf Kandelaber an der Seestrasse sanft angepasst: Bei viel Verkehr wird die Lichtstärke hochgefahren, bei wenig Verkehr runtergefahren.

Angefangen mit dem verkehrsbeobachtenden Licht hat es in Urdorf, im Jahre 2015. Wenn wir Urdorf und Wädenswil miteinander vergleichen, was ist gleich und wo gibt es Unterschiede?

Wer als Fussgänger oder Autofahrer auf den beiden Strecken unterwegs ist, wird punkto Licht keinen Unterschied feststellen. An beiden Orten passt sich die Lichtstärke fliessend und sanft dem Verkehrsaufkommen an.
Im Hintergrund allerdings hat sich einiges getan. Zwischen Urdorf und Wädenswil liegen mehr als drei Jahre: Wir konnten in dieser Zeit Erfahrungen sammeln und die Idee und Technologie weiterentwickeln. All das haben wir in Wädenswil berücksichtigt.
Gemeinsam ist den Projekten, dass wir mit Partnern aus der Industrie zusammengearbeitet haben – mit dem Ziel, das verkehrsbeobachtende Licht mit verschiedenen Systemen an verschiedenen Orten umzusetzen.

Wäre es nicht einfacher, immer mit dem gleichen Hersteller und den gleichen Komponenten zu arbeiten?

Wir arbeiten bewusst mit mehreren Herstellern zusammen, um zu zeigen, dass sich das verkehrsbeobachtende Licht mit verschiedenen Komponenten umsetzen lässt. Gleichzeitig möchten wir so Erfahrungen sammeln, um herauszufinden welche Lösungen in welcher Situation am besten funktionieren. Denn jede Strasse und Gemeinde hat andere Anforderungen ans Licht.

Ein Infrarot-Sensor am Smart City Tower misst das Verkehrsaufkommen auf der Seestrasse. Diese Werte werden an eine zentrale Steuerung weitergeleitet. Die Steuerung bewertet den Verkehr der letzten 20 Minuten und passt das Licht der zwölf Kandelaber an der Seestrasse entsprechend an: Bei viel Verkehr wird die Lichtstärke hochgefahren, bei wenig Verkehr runtergefahren. Die Anpassung geschieht sanft, sodass sie von blossem Auge kaum wahrnehmbar ist. Die Fussgängerstreifen bleiben in dieser Zeit immer maximal beleuchtet.

Am Projekt in Wädenswil sind neben EKZ auch Elektron und Signify (ehemals Philips Lighting) beteiligt.

Medienmitteilung zum Projekt

Jörg Haller leitet seit 2010 die Abteilung Öffentliche Beleuchtung und Smar City von EKZ. Zuvor war der Ingenieur einige Jahre in der Industrie und Forschung tätig. Er hat sich intensiv für die Einführung von LED eingesetzt und zahlreiche Projekte sowie Pilotversuche zur intelligenten Steuerung der öffentlichen Beleuchtung realisiert. Jörg Haller engagiert sich in verschiedenen Fachgremien wie der Fachgruppe für Öffentliche Beleuchtung der Schweizer Lichtgesellschaft.