Ein Job mit Aussichten

Ein Job mit Aussichten

Andreas Stapf ist einer von 130 Lernenden bei den EKZ. Bei Wind und Wetter ist der Netzelektriker draussen und arbeitet in der Höhe sowie in Gräben. Mit seinem Team ist er dafür verantwortlich, dass der Strom zuverlässig vom Kraftwerk in Ihr Zuhause fliesst.

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Abwechslungsreich und spannend, aber auch streng und anspruchsvoll: Andreas Stapf wusste genau, auf was er sich einlässt, als er sich für die Ausbildung zum Netzelektriker entschied. Stapf trägt grobe, dreckige Arbeitsschuhe, eine dicke, leuchtend gelbe Arbeitsjacke und ebensolche Überhosen. Auf den ersten Blick wird klar, dass er keinen klassischen Handwerkerberuf ausübt. Der 17-Jährige ist im ersten Lehrjahr bei den EKZ und stolz auf seinen Beruf. «Natürlich ist unser Job aussergewöhnlich – nicht jeder klettert für seine Arbeit auf 9 Meter hohe Masten.» Stapf und seine Kollegen sind dafür verantwortlich, dass der Strom im EKZ Versorgungsgebiet einwandfrei transportiert wird. Sie bauen, betreiben und unterhalten das gesamte EKZ Netz, das rund 15 000 Kilometer – eine Strecke von Zürich bis Australien – umfasst.

Fit und schwindelfrei

Der Arbeitstag der EKZ Netzelektriker beginnt um sieben Uhr. Das Team von Andreas Stapf trifft sich in Seuzach und bespricht den Tagesablauf. Das Wetter an diesem Morgen ist kalt und nass, der Wind bläst die Regentropfen in alle Richtungen. «Dass ich bei jedem Wetter draussen arbeiten muss, war für mich von Anfang an klar. Aber ich arbeite zehnmal lieber bei solch garstigem Wetter draussen als bei schönem Wetter drinnen.» Neben Hitze, Kälte und anderen unvorhersehbaren Wetterkapriolen ist der Beruf auch körperlich sehr anstrengend. «Besonders während der ersten drei Monate der Ausbildung war ich am Abend jeweils ziemlich müde von der Arbeit.» Eine gute körperliche Verfassung ist deshalb eine wesentliche Voraussetzung für den Beruf – genauso, wie schwindelfrei zu sein. Die Holzmasten, auf welche Netzelektriker mit ihren Steigeisen klettern, sind bis zu 11 Meter hoch. «Ich durfte bereits zu Beginn meiner Lehre auf den Freileitungen arbeiten», erzählt Stapf. «Das gefällt mir immer noch am besten – ich bin lieber in der Luft als am Boden, obwohl die Arbeit auch dort sehr spannend ist.»

«Bei uns gleicht kein Tag dem anderen – jede Arbeit ist anders, jede Baustelle und jede Aussicht.»  

Wie man sich auf solche Masten schwingt, hat er im Betrieb, aber auch im überbetrieblichen Kurs – samt Knotenkunde – gelernt. Bei Arbeiten in der Höhe ist die Sicherheit das oberste Gebot. Die Netzelektriker sind dick eingepackt und tragen Brandschutzjacke, Handschuhe und Helm, dazu sind sie doppelt und dreifach abgesichert. Überhaupt ist das Arbeiten mit Elektrizität immer eine brenzlige Sache. Dass sein Beruf nicht ganz ungefährlich ist, weiss Stapf. Doch damit kann er umgehen: «Egal was man macht, Konzentration und ein pflichtbewusster Umgang sind das Wichtigste. Und wenn man die Sicherheitsvorschriften einhält, kann auch nichts passieren.»  

Andreas Stapf, Lernender Netzelektriker, EKZ
Andreas Stapf, Lernender Netzelektriker, EKZ

Gefragte Leute

Zum Beruf gefunden hat Stapf per Zufall: «Das Arbeiten mit Elektrizität hat mich schon immer fasziniert», sagt er. Über seinen Grossvater besuchte er in der 5. Klasse den Zukunftstag bei den Elektroinstallateuren von EKZ Eltop. «Die Arbeit hat mir gefallen – allerdings war sie mir zu fein.» Er habe sich informiert, welche anderen Berufe es auf diesem Gebiet noch gebe, und sei so auf den Netzbau gekommen. Wichtig für die Ausbildung als Netzelektriker sind zudem handwerkliches Geschick, gute Noten in mathematischen Fächern und die Freude an einem vielfältigen Beruf. «Bei uns gleicht kein Tag dem anderen – jede Arbeit ist anders, jede Baustelle und jede Aussicht. Das entspricht mir, es wird nie langweilig», erzählt Stapf mit leuchtenden Augen.

Da Netzelektriker in so vielen Bereichen tätig sind, durchlaufen sie während der Ausbildung verschiedene Abteilungen: Sie arbeiten beim Kabelbau, im Bereich der öffentlichen Beleuchtung, beim Vorortbetrieb und eine Zeit lang sogar in der Schlosserei, damit sie selbständig eine Trafostation bauen können. Generell sind die Grundausbildungen in der Energie- und Elektrobranche eine gute Basis für Weiterbildungen, erklärt Martin Keller, Ressortleiter und Lehrlingsverantwortlicher. Er ist bereits seit 36 Jahren bei den EKZ. «Mit Fleiss kann man es weit bringen. Nach der Lehre stehen einem viele Türen offen.» Man könne beispielsweise die Meisterprüfung ablegen. Oder, wenn man die Berufsmaturität (BMS) im Sack habe, auch an die Technische Fachschule gehen und Ingenieur werden. Für Keller ist Netzelektriker auf -jeden Fall ein Beruf mit Zukunft, da ist er sich sicher: «Netzelektriker sucht man immer und überall.»

Bei den EKZ ist rund jeder zehnte Mitarbeitende ein Lernender, insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 130 Lernende. Damit gehören die EKZ zu einem der wichtigsten Ausbildungsbetriebe im Kanton Zürich. 

Neben dem Netzelektriker werden folgende Lehrberufe bei den EKZ und bei EKZ Eltop angeboten:

  • Elektroinstallateur/in EFZ
  • Kaufmann/frau EFZ
  • Telematiker/in EFZ
  • Logistiker/in EFZ
  • Montagelektriker/in EFZ
  • Elektroplaner/in EFZ
  • Koch/Köchin EFZ
  • Informatiker/in EFZ 

Mehr Infos ekz.ch/lehrstellen