BMW - nächstes Level: elektrisch und autonom

BMW - nächstes Level: elektrisch und autonom

BMW gehört zu den führenden Fahrzeugherstellern der Welt. Dass es bei BMW nicht mehr «nur» um die Produktion von neuen Fahrzeugen geht, sondern vielmehr um die Interpretation von nachhaltiger Premium-Mobilität erklärt Luzius Wyrsch, Projekt Manager BMW i in der Schweiz. Er erläutert die aktuelle Situation der Elektromobilität in unserem Land und die zukünftige Entwicklung der elektrischen i-Linie von BMW.

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Herr Wyrsch, wie ist die aktuelle Situation im Markt für Elektrofahrzeuge in der Schweiz?

Im Ersten Halbjahr 2019 betrug der Marktanteil vollelektrischer Fahrzeuge zusammen mit Plug-In-Hybriden, also solchen Fahrzeugen mit elektrischem und fossilem Antrieb kombiniert, in der Schweiz 4,6 Prozent. Verglichen mit dem europäischen Durschnitt von 2,9 Prozent steht die Schweiz gut da. Aber es gibt Länder, die schon wesentlich weiter sind. Ziel von auto-schweiz sind 10 Prozent Marktanteil bis 2020. Bei den vollelektrischen Modellen ist eine konstante Steigerung zu beobachten. Die Entwicklung der Plug-in-Hybriden verläuft etwas zögerlicher.

Sie haben andere europäische Länder angesprochen. Wie sieht es dort aus?

Norwegen ist ganz klar Vorreiter unter den europäischen Ländern, mit einem Marktanteil von über 50 Prozent elektrifizierter Fahrzeuge in der ersten Hälfte dieses Jahres. Bisher erhielt man in Norwegen beträchtliche staatliche Fördermittel. Diese werden in den kommenden Monaten jedoch langsam reduziert. Wie sich der Markt danach weiter entwickeln wird, ist offen. Folgender Vergleich zeigt es aber deutlich: Zwischen Januar und Juli betrug in Norwegen der Anteil von BMW verkaufter i-Modelle 75 Prozent auf die gesamte Flotte. Zum Vergleich, in der Schweiz sind es 5,6 Prozent. 

BMW hat mit der BMW i-Linie das Konzept Fahrzeug völlig neu angedacht. Was verstehen Sie unter BMW i?

Bei unserer Submarke BMW i geht es nicht allein um die elektrischen Fahrzeugmodelle. BMW i steht für einen gesamtheitlichen Ansatz: Im Zentrum steht ein neues Verständnis von Premium, das sich über Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette definiert. Auch neue Mobilitätsdienstleistungen gehören zu diesem 360-Grad-Ansatz. Jüngstes Beispiel ist unser Angebot plug@work. Dieses geht über den reinen Fahrzeugkauf hinaus und richtet sich an Firmen und ihre Mitarbeitenden. Es ist eine Gesamtlösung, die den Fahrzeugkauf mit der Lademöglichkeit an der Arbeitsstelle kombiniert. Denn Studien zeigen, dass Elektroautos zu über 90 Prozent zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen werden. 

"Bei der Submarke BMW i geht es nicht allein um die elektrischen Fahrzeugmodelle. BMW i steht für einen gesamtheitlichen Ansatz wie bei plug@work", sagt Luzius Wyrsch, Teamleiter BMW i in der Schweiz.
"Bei der Submarke BMW i geht es nicht allein um die elektrischen Fahrzeugmodelle. BMW i steht für einen gesamtheitlichen Ansatz wie bei plug@work", sagt Luzius Wyrsch, Projekt Manager BMW i in der Schweiz.

Ist Elektroauto fahren ein bewusst gewählter Lebensstil? Wird sich das in Zukunft ändern?

Heutzutage findet ganz klar ein Paradigmenwechsel statt. Die Zeit von First Movern ist vorbei. Elektroauto fahren ist mittlerweile alltagstauglich geworden. Auch wir haben eine immer grössere Produktepalette von BMW und MINI. Und sie wird weiter ansteigen. So beginnen wir Ende dieses Jahres mit dem Bau des batterieelektrischen MINI und nächstes Jahr folgt dann der BMW iX3. Ab 2021 werden wir unser neues Technologie-Flaggschiff, den rein elektrischen BMW iNEXT, lancieren. Dies ist ein weiterer, grosser Schritt in Richtung autonomes Fahren. Die BMW Group wird bis 2023 25 elektrifizierte Modelle auf der Strasse haben. Mindestens die Hälfte davon rein elektrisch. 

Wird sich der elektrische Antrieb in Zukunft durchsetzen?

Der Ausbau und die konsequente Weiterentwicklung der Elektromobilität ist tragender Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. BMW steht aber für eine Technologieoffenheit. Wir verbessern unsere sparsamen Verbrennungsmotoren weiter und werden daneben konsequent in die E-Mobilität sowie auch in neue Technologien wie die Brennstoffzelle investieren. Die unterschiedlichen Gegebenheiten, die wir weltweit vorfinden, verlangen nach unterschiedlichen Lösungen. In der Schweiz wird der Elektromotor auf alle Fälle eine zentrale Rolle einnehmen. Und für uns ist eines klar: Der Antrieb der Zukunft ist emissionsfrei.