Grundstein für die Zukunft

Grundstein für die Zukunft

Handwerkliche Berufe in der Schweiz leiden mehr und mehr unter Nachwuchsmangel. Der rotarische Verein Robij zeigt einen Weg auf, wie dem Problem entgegengewirkt werden kann – und EKZ unterstützt die Mission.

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Es ist noch früh, doch in der Küche des EKZ-Personalrestaurants Voltair in Dietikon herrscht schon emsiges Treiben. Es wird geschnibbelt, gerüstet, gebrutzelt und gebraten. Für das Küchenteam ist es ein Tag wie immer und doch ist etwas anders, denn: Die Equipe vom Voltair erhält heute tatkräftige Unterstützung von einem zusätzlichen Teammitglied. Murteza Yusufi interessiert sich für eine Ausbildung zum Koch und absolviert an diesem Mittwoch einen Schnuppertag in der EKZ-Küche.

Murteza kommt ursprünglich aus Afghanistan. Im Alter von 14 Jahren musste er jedoch aufgrund des anhaltenden Kriegs aus seiner Heimat flüchten. Das war vor vier Jahren. In die Schweiz gekommen ist er ohne seine Familie, dies nachdem er einen Monat lang allein und auf sich gestellt unterwegs war. Seine Eltern und vier Geschwister leben heute getrennt von ihm in Pakistan. Somit gilt er als sogenannter MNA, als minderjähriger nicht-begleiteter Asylsuchender. Zurück in sein Land kann Murteza erst dann wieder, wenn sich die Situation stabilisiert hat.

Bis dahin gilt es, die Zeit sinnvoll zu nutzen und sich bestmöglich für eine gute Zukunft in der Heimat zu rüsten. Eine Berufsausbildung ist der Grundstein dafür. An dieser Stelle kommen die Rotarier für die berufliche Integration von Jugendlichen, kurz ROBIJ, ins Spiel. Die Mission des Vereins: Jugendliche Flüchtlinge mit Unternehmen zu vernetzen – Unternehmen, die Lehrstellen im handwerklichen Bereich anbieten. «ROBIJ ist ein Brückenbauer», so ROBIJ-Präsidentin Marianne Hopsch, «und unser Ziel ist es, jugendlichen Flüchtlingen bei der beruflichen Integration in der Schweiz zu helfen.» So kommt es, dass Murteza über ROBIJ den Weg in die EKZ-Küche gefunden hat.

«Es gibt immer mehr Lehrstellen, die nicht besetzt werden können.»

Die rotarische Idee kommt nicht nur den Jugendlichen zugute, auch die Unternehmen profitieren: «Es gibt immer mehr Berufe in der Schweiz, bei denen es arg problematisch ist, die vorhandenen Lehrstellen zu besetzen», sagt Hopsch. So konnten im letzten Jahr von den rund 12'000 Ausbildungsplätzen in der Schweiz 1'800 nicht besetzt werden. Der akute Nachwuchsmangel erfordert neue Herangehensweisen. ROBIJ zeigt einen möglichen und erfolgsversprechenden Weg
 

Der im April 2018 von den Rotary-Clubs Zürich City und Zürich-Zürichberg gegründete Verein ROBIJ setzt sich für die berufliche Integration jugendlicher anerkannter Flüchtlinge im Kanton Zürich ein. ROBIJ fungiert als Schalt- und Koordinationsstelle zwischen den Jugendlichen auf der einen und Unternehmen, die Lehrstellen anbieten, auf der anderen Seite. Die Mission des Vereins: Die jugendlichen Flüchtlinge dabei zu unterstützen:

  • sich über die persönlichen beruflichen Interessen klar zu werden,
  • Praktikumsplätze und Ausbildungsstellen zu finden,
  • sich durch ihre Integration ins lokale Berufsleben nachhaltig und umfänglich in die Gesellschaft zu integrieren.

robij.ch/

Derzeit bildet EKZ fast 140 Lernende in neun verschiedenen Lehrberufen aus. Somit ist rund jeder zehnte Mitarbeitende ein Lernender, was das Unternehmen zu einem der wichtigsten und grössten Ausbildungsbetriebe im Kanton Zürich macht.

Neben dem Koch werden folgende Lehrberufe bei EKZ und EKZ Eltop AG angeboten:

  • Elektroinstallateur/in EFZ
  • Elektroplaner/in EFZ
  • Informatiker/in EFZ Systemtechnik
  • Kaufmann/frau EFZ
  • Logistiker/in EFZ
  • Montagelektriker/in EFZ
  • Netzelektriker/in EFZ
  • Telematiker/in EFZ

Mehr Infos ekz.ch/lehrstellen