Die Verfügbarkeit des Stromnetzes von EKZ ist mit 99.998 Prozent überdurchschnittlich. EKZ investiert laufend in die Infrastruktur, um diese Zuverlässigkeit zu erhalten. Am Dienstag wurde der Ersatzbau des bestehenden Unterwerks Freienbach, ein Gemeinschaftswerk von EKZ und der EW Höfe AG, eröffnet. Welche Bedeutung die Entwicklung der Region für den Energieversorger hat und welche Anforderungen dies an ein Unterwerk stellt, erklärt Stefan Fausch, Leiter Netze und Mitglied der Geschäftsleitung der EW Höfe.

Im September wird das neue Unterwerk Freienbach in Betrieb genommen. Welche Bedeutung hat der Neubau für die versorgten Gemeinden?

Stefan Fausch, Leiter Netze und Mitglied der Geschäftsleitung der EW Höfe: Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit der Region Höfe, bestehend aus den Gemeinden Wollerau, Feusisberg und Freienbach, ist für uns zentral. Da steht die Zuverlässigkeit der Infrastruktur an oberster Stelle. Mit 43 Jahren kommt das bestehende Unterwerk an seine Altersgrenze. Die Komponenten sind störungsanfälliger und benötigen eine intensivere Wartung. Das neue Unterwerk ist im Betrieb nicht nur einfacher und sicherer, auch die Wartungskosten werden optimiert. So hat EKZ und die EW Höfe AG moderne Leitsysteme installiert, die eine Fernsteuerung ermöglichen.

EKZ hat Reguliertransformatoren eingebaut, welche mit der aktuellen Spannung von 50 kV als auch in Zukunft mit der Spannung von 110 kV betrieben werden können. Was macht diese Kapazitätserhöhung notwendig?

Es ist spannend, denn obwohl man denken könnte, dass mit der heutigen Menge an elektronischen Geräten der Verbrauch steigen sollte, sind die Leistungsmaxima im Netz sogar leicht gesunken. Wie sich dies in den kommenden 50 Jahren entwickeln wird, ist schwierig vorherzusagen. Da spielen Themen wie beispielsweise die Entwicklung der Elektromobilität eine wichtige Rolle. Dies wird mit Bestimmtheit mehr Leistung erfordern. Mit dem neuen Unterwerk, das auf den Hochspannungsleitungen die geplante Spannungserhöhung von 50 auf 110 Kilovolt umsetzen kann, sind wir für die Zukunft gewappnet.

Sie haben die Entwicklung des Energieverbrauchs angesprochen. Wie schätzen Sie diesen in Zukunft ein?

Wie ich schon angetönt habe, ist die Entwicklung des Stromverbrauchs schwierig einzuschätzen. Auf der einen Seite werden die elektrischen Geräte immer energieeffizienter, gleichzeitig haben wir jedoch immer mehr solcher Geräte, die ans Netz angeschlossen werden. Auch ist die Entwicklung der Elektromobilität aktuell noch nicht vorhersehbar. Dies stellt uns Energieversorger vor neue Herausforderungen. Unser Netz muss intelligenter werden. So werden wir Lademanagementsysteme brauchen, welche den Verbrauch intelligent steuern, so dass Lastspitzen ausgeglichen werden können. Wir haben also noch einiges zu tun.

Welche Auswirkungen hat die Regionalentwicklung des Bezirks Höfe auf die Energieversorgung der EW Höfe?

Der Bezirk Höfe ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und ist durch seine Lage zwischen den Voralpen und Zürich eine attraktive Wohngegend. Dies zieht immer mehr Menschen an. Wir haben festgestellt, dass verdichtetes Bauen auch in den Höfen Einzug hält. Viele Einfamilienhäuser sind in den vergangenen Jahren durch Mehrfamilienhäuser ersetzt worden. Aufgrund der Bevölkerungsstruktur gehen wir zudem davon aus, dass die Elektromobilität, die bereits heute im Bezirk ausgeprägt ist, weiterhin stark zunehmen wird. All das bedeutet eine Zunahme des Elektrizitätsbedarfs. Deshalb ist mit dem Neubau des Unterwerks für uns die Basis für die Erhaltung der hohen Versorgungssicherheit gelegt. 

Um den Strom möglichst verlustarm von den Produzenten bis zu den Endkonsumenten zu transportieren, durchläuft er unterschiedliche Spannungsebenen. Ein Unterwerk ist das Bindeglied zwischen den einzelnen Spannungsebenen. Es wandelt Spannung über die Transformatoren je nach Bedarf auf die nächst tiefere oder nächst höhere Spannungsebene um. Hier werden Leitungen zu- oder abgeschaltet. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wird ein Unterwerk von mindestens zwei ankommenden Leitungen versorgt und ist mit zwei Transformatoren ausgerüstet. Sollte bei einer Leitung ein Problem auftauchen, kann die zweite Leitung die Energieversorgung weiterhin gewährleisten.