Hausgemacht aus eigener Produktion

Sonntagstipp

Hausgemacht aus eigener Produktion

Jakob und Rosanna Baur-Spinelli führen die Trotte seit 1997. Sie öffnen jeweils zur Spargel- und Wildzeit ihre Türen. Fast alles stammt aus eigener Produktion. Bald ist es soweit: Mitte April startet die Spargelsaison.

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Das Dorf Berg am Irchel thront über dem Flaachtal. Es ist ein Bijou voller Riegelbauten und Bauernhäuser. Viele Fenster sind mit Geranien dekoriert. Mitten in diesem ländlichen Idyll steht die Trotte. Die überaus freundlichen Wirtsleute Jakob und Rosanna Baur-Spinelli führen die Gaststätte seit 1997 in der zweiten Generation. Und das mit Enthusiasmus!

Das Haus mit der gepflegten Bauernstube ist nur in der Spargel- und Wildsaison geöffnet. Vom Wein, den Edelbränden, dem Spargel bis hin zu einzelnen Zutaten stammt fast alles aus eigener Produktion. Schon das Trotte-Schümli, eine Mariage aus Schaumwein und Holundersirup, offenbart dieses Prinzip: Beides stammt aus der eigenen Produktion und ist hausgemacht. Die selbst angebauten, tagesfrisch gestochenen Spargeln werden von Mitte April bis Juni serviert. Begleitet werden sie von hausgemachten Saucen, knusprigem, selbst gemachtem Holzofenbrot sowie würzigem Roh- oder Beinschinken aus der Region. Der grüne Kachelofen in der gepflegten Bauernstube ist also nicht nur Zierde, darin werden auch das zu den Spargeln gereichte Brot und die Meringues gebacken. Zur leicht gebräunten Süssspeise gibt es herrlichen Schlagrahm: ein Gedicht!

Wenn die Spargelsaison beginnt, öffnet auch die Trotte wieder ihre Türen.
Spargel aus eigener Produktion, das Aushängeschild der Trotte. Nur der Beinschinken stammt von anderen Produzenten aus der Region.
Ab September stehen in der Trotte leckere einheimische Wildgerichte auf der Speisekarte.
Eine weitere Spezialität der Trotte sind die Edelbrände aus eigenem Anbau.
Die Wirtsleute Jakob und Rosanna Baur-Spinelli repräsentieren bereits die zweite Generation der Trotte.

Das Zürcher Weinland ist eines der grössten Schweizer Anbaugebiete von Spargel. Wenn die meisten Restaurants Spargeln nicht mehr auf der Karte führen, wird es Zeit für die einheimischen. Die Baurs – Jakob Baur in der Küche, seine Frau Rosanna als Gastgeberin – sind für ihre Spargeln, ihren Wein und ihre Edelbrände weitherum bekannt. Zwar gibt’s in Berg, wo Baurs Spargel wächst, nicht die leichten sandigen Böden wie in der Ebene. Doch dank dem gehaltvollen Untergrund trumpfen sie im Geschmack mit besonders intensiven Aromen auf. Jakob Baur kocht das Edelgemüse einfach in Salzwasser – ohne Zucker, Butter oder Zitrone. «Bei gutem Spargel braucht es das nicht», sagt er. Die in zwei Gängen aufgetischten Spargeln schmecken ausgezeichnet, sind zart und haben gleichzeitig den richtigen Biss. Auch die Beilagen überzeugen: Es kann zwischen Sauce Hollandaise, einer Mayonnaise, einer Milanaise oder brauner Butter gewählt werden.

Die Wirtsleute betreiben zudem mit viel Herzblut Weinbau. Aus lokalen Trauben keltern sie acht eigene Weine, die auch offen ausgeschenkt werden. Zum Spargel harmonieren besonders der Chardonnay oder der Federweisse aus Blauburgunder Trauben. Mit besonderer Hingabe widmet sich Jakob Baur der Arbeit am Brennkessel. Kaum zu glauben, aber er produziert mehr als 30 verschiedene Spirituosen und Liköre. Die Edelbrände sind nationale Spitzenklasse und wurden mehrfach ausgezeichnet. Und als ob das noch nicht genug wäre, brauen die Baurs auch zwei eigene Biere. Das Ale «O’Stout» schmeckt intensiv nach Malz, das helle Vollbier im Kölsch-Style ist hefebetont, obergärig und unfiltriert. Die Weine, die Edelbrände und die Biere können auch «über die Gasse» oder via eigenen Webshop gekauft werden.

Jakob Baur lernte das Koch-Handwerk und arbeitete zehn Jahre als Programmierer, bevor er den elterlichen Betrieb übernahm. Dass er sich nicht auf das Wirten beschränkt, liegt in der Familie. Schon sein Vater war Wirt, Bauer, Schnapsbrenner und Rebbauer in einem.

Bald ist es soweit: Die Spargelsaison startet in der Trotte Mitte April und dauert bis Ende Juni. Und vormerken: Ab September gibt es dort dann wieder einheimisches Wild.

Wirtschaft & Weinbau zur Trotte
Dorfstrasse 2
8415 Berg am Irchel
Telefon 052 318 11 32
zur-trotte.ch

Offen zur Spargelsaison:

zirka Mitte April bis Juni
Di bis Fr ab 18 Uhr;
Sa /So 12 bis 14.30 Uhr und ab 18 Uhr

Offen zur Wildsaison:

September bis zirka Mitte Dezember

Das Ehepaar Churchill setzte auf Küchen- und Servicepersonal aus der Schweiz. Viele junge Schweizerinnen dienten auf ihrem Privatlandsitz Chartwell. Eine der ersten Schweizer Köchinnen war Berta Mäder, die die Trotte später unter ihrem verheirateten Namen Baur viele Jahre bewirtete. 1997 übernahm ihr Sohn Jakob Baur das
Restaurant und führt es zusammen mit seiner Frau Rosanna bis heute. Übrigens: Mit besonderem Vergnügen ass Winston Churchill angeblich Berta Mäders Meringues. In ihrem Arbeitszeugnis wurde sie als «first-class cook» gelobt.