Viel Pfuus fürs historische Gebäude

Viel Pfuus fürs historische Gebäude

Das Landenberghaus in Greifensee ist auch für EKZ Eltop kein alltäglicher Auftrag: Das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert steht wohl unter Denkmalschutz, bietet in seinem Innern aber modernste Elektroinstallationen mit versenkbarer Bühne und komplexem Licht- und Beschallungskonzept.

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Also über diesen Arbeitsplatz können sich die Eltop-Monteure nun wirklich nicht beklagen: Die Baustelle für das neue Landenberghaus liegt inmitten des alten Dorfkerns von Greifensee. Pittoreske Fachwerkbauten gruppieren sich hier um einen kies- und pflastersteinbesetzten Kern mit Brunnen, direkt neben dem Landenberghaus erhebt sich das mächtige Gemäuer des Schlosses Greifensee und gegen hinten, da wo sich die Baucontainer für die Arbeiter befinden, hat man einen atemberaubenden Blick auf den Greifensee. Entsprechend sind an diesem sonnigen Tag rund um die Baustelle viele Spaziergängerinnen und Spaziergänger unterwegs. «Der Bau interessiert die Passanten sehr», erzählt drum auch der Projektverantwortliche Patric Wild von der Eltop-Filiale in Uster. «Die Leute fragen uns oft, was hier genau gebaut wird.»

Für die Restauration der Bollensteinmauer kommt ein Spezialist zum Einsatz.
Für die Restauration der Bollensteinmauer kommt ein Spezialist zum Einsatz.
Daneben steht moderne Bühnentechnik im Einsatz, hier die Vorrichtung für die bewegliche Beleuchtung.
Daneben steht moderne Bühnentechnik im Einsatz, hier die Vorrichtung für die bewegliche Beleuchtung.
Stefan Buchmann, bauleitender Monteur von EKZ Eltop
Stefan Buchmann, bauleitender Monteur von EKZ Eltop.

Bauen mit Überraschungen

Gebaut wurde hier in den letzten eineinhalb Jahren am alten Landenberghaus, einem denkmalgeschützten Gebäudekomplex. Das Bauprojekt umfasst mit dem Pfarrhaus und dem Landenberghaus zwei Gebäudeteile, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgt werden können. Währenddem vom Landenberghaus einzig die Seitenwände und gewisse Elemente wie die Fenster erhalten bleiben und der Rest neu gebaut wird, wird das angrenzende Pfarrhaus, ein Fachwerkbau, umfassend saniert. Für die Filiale Uster ist der 400’000-Franken-Auftrag deshalb auch keine alltägliche Aufgabe. «Das Bauen in uralter Substanz birgt natürlich immer wieder Überraschungen», schmunzelt Wild. Hier kamen beim Abtragen einer alten Kassettendecke beispielsweise florale Zeichnungen an der Decke zum Vorschein. Für die alte Bollensteinmauer wurde eigens ein Spezialunternehmen angeheuert, das die Fassade von Aussen und die teilweise sichtbaren Mauern innen in aufwändiger Handarbeit restauriert oder Stein um Stein wieder aufbaut. «Für uns Elektromonteure bedeutet das, dass noch mehr Handwerker und Tätigkeiten aneinander vorbeikommen müssen», führt der bauleitende Monteur Stefan Buchmann aus. «Der Bau ist sehr komplex, alle Handwerker sind stärker voneinander abhängig als bei einem konventionellen Projekt.»

«Der Bau ist sehr komplex, da alle Handwerker stark voneinander abhängig sind.»

Konzipiert für Grossveranstaltungen

Das Landenberghaus wird nach Fertigstellung der Bauarbeiten im Herbst als Gemeindesaal genutzt werden. Ausserdem findet ein Bistro im Erdgeschoss mit Terrasse zum See darin Platz. Die historische Bausubstanz wird aber ausgestattet mit einem modernen Innenausbau. Zum Bistro im Erdgeschoss gehört eine Gastroküche sowie eine begehbare Tiefkühlzelle im Untergeschoss, das Obergeschoss bietet Platz für Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen. Entsprechend leistungsfähig ist auch die Gebäudelüftung. Ein ganzer Raum im Keller beherbergt allein die zwei Lüftungsmonoblöcke, die Lüftungs- und Heizungssteuerung sowie die Kälteanlage fürs Bistro.
Der Gemeindesaal im Obergeschoss verfügt über eine versenkbare Bühne, Theaterbeleuchtung und einen Einbau allein für die Bühnentechnik. «Für die Beleuchtungsplanung gab es einen Spezialisten. Wir haben aber viele schöne Aufbauleuchten angebracht. Allein der Kronleuchter, der über einen Motor hochgezogen und abgesenkt werden kann, wiegt eine halbe Tonne», zeigt sich Buchmann beeindruckt.

«Es ist schon ein aussergewöhnlicher Auftrag», meint auch Patric Wild. Der Hausanschluss ans Stromnetz musste neu erstellt werden, da die erforderliche Leistung deutlich gestiegen ist. «Jetzt haben wir einen Hausanschluss mit 400 Ampère. Das ist beachtlich für ein solches Häuschen! Um dies zu gewährleisten musste seitens Netzbetreiber der ganze Strang verstärkt werden», schmunzelt er. Für die Elektroverteilungen allein, die gemeinsam mit dem Schaltanlagenbauer spezifisch für das Gebäude geplant und produziert werden mussten, stellte Eltop eine Rechnung von über 50'000 Franken. Als einen der letzten Schritte werden die Eltop-Monteure auf der Gartenterrasse noch versenkbare Steckdosen für das alljährliche Openair anbringen. «Das braucht halt Pfus ohne Ende», schliesst Wild.