Artikel in Kürze
- Verborgene Schäden können Flutlichtmasten zum Sicherheitsrisiko machen.
- EKZ prüft Masten, Schweissnähte und Fundamente.
- Frühe Kontrollen vermeiden teure Reparaturen und Ausfälle.
Flutlichtmasten trotzen über Jahrzehnte Wind und Wetter. Werden Material oder Fundament beschädigt, können sie zum erheblichen Sicherheitsrisiko werden. Immer mehr Gemeinden lassen ihre Anlagen deshalb auf ihre Standfestigkeit prüfen.
Sie sind bis zu 18 Meter hoch und müssen harschen Bedingungen über Jahrzehnte standhalten: Flutlichtmasten auf Sportplätzen oder bei Schulhäusern sind dauerhaft starken Umwelteinflüssen ausgesetzt.
Korrosion oder Schäden am Fundament bleiben von aussen oft lange unbemerkt. Dadurch kann die Standfestigkeit schleichend abnehmen.
Gerade an Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten, kann das zum erheblichen Sicherheitsrisiko werden. So ist es bereits vorgekommen, dass beschädigte Masten ohne äussere Einwirkung umgestürzt sind.
Problematisch ist, dass Schäden häufig dort entstehen, wo man sie von aussen nicht sieht
Die Nachfrage nach Standfestigkeitsprüfungen nimmt bei Gemeinden und Sportplatzbetreibern kontinuierlich zu, beobachtet Stephan Blum, Spezialist für öffentliche Beleuchtung bei EKZ. Kürzlich durfte EKZ gemeinsam mit einem externen Spezialisten die Flutlichtmasten einer Sportanlage in Buchs im Furttal prüfen
Nicht nur hohe Flutlichtmasten können mit der Zeit an Stabilität verlieren. EKZ überprüft auch Masten der öffentlichen Strassenbeleuchtung. Hier kommt ein Ultraschallverfahren zum Einsatz, mit dem mögliche Schwachstellen im Bereich unterhalb der Sicherungstüre erkannt werden können. Ursachen für Korrosion sind beispielsweise Feuchtigkeit und Streusalz – aber auch Hundeurin kann Metallmasten zusetzen.
«Unsere Fachleute ermitteln unter anderem, welchen Windkräften die Masten am jeweiligen Standort standhalten müssen. Zudem kontrollieren sie Schweissnähte und untersuchen, ob Mast und Fundament noch fest miteinander verbunden sind», erklärt Blum.
Viele Flutlichtmasten stehen seit rund 30 Jahren. «Problematisch ist, dass Schäden häufig dort entstehen, wo sie von aussen nicht sichtbar sind», so Stephan Blum.
Besonders gefährdet ist der Bereich unterhalb des Fundamentabschlusses. Feuchtigkeit, die Beschaffenheit des Bodens (saure Erde) oder auch Rasendünger können dort die Korrosion begünstigen.
Stellen wir keine Mängel fest, empfehlen wir eine Wiederholungsprüfung nach sechs bis acht Jahren
EKZ betreibt im Kanton Zürich rund 77’000 Leuchtstellen in über 130 Gemeinden. Unsere Lichtspezialistinnen und -spezialisten planen, bauen, unterhalten und steuern öffentliche Beleuchtungen, mit LED als Standard und mit Fokus auf nachhaltige, energieeffiziente Lichtlösungen.
Nach der Standfestigkeitsprüfung erhalten die Betreiber einen Prüfbericht sowie eine Empfehlung für das weitere Vorgehen. In Buchs waren alle Masten in einwandfreiem Zustand. «Stellen wir keine Mängel fest, empfehlen wir eine Wiederholungsprüfung nach sechs bis acht Jahren», sagt Blum.
Damit lässt sich der Energieverbrauch je nach Anlage um bis zu 50 Prozent reduzieren
Gleichzeitig beurteilt EKZ, ob sich die bestehenden Masten für eine Umrüstung auf moderne LED-Scheinwerfer eignen. Damit lässt sich der Energieverbrauch der Beleuchtung deutlich reduzieren.
Werden kleinere Schäden frühzeitig erkannt, lassen sich Masten gezielt sanieren (z.B. Mastsockelsanierung) und deutlich länger nutzen.
So kann verhindert werden, dass es zu Überraschungen kommt und Sportanlagen aus Sicherheitsgründen vorübergehend gesperrt werden müssen.
Im ungünstigsten Fall ist für die Demontage und Montage sogar ein Helikopter nötig.
Besonders auf schwer zugänglichen Anlagen kann ein Ersatz aufwendig und teuer werden.
«Seit der Installation der Masten sind rundherum teilweise Gebäude entstanden. Dadurch lassen sie sich oft nicht mehr ohne Weiteres erreichen», erklärt Stephan Blum, «Im ungünstigsten Fall ist für die Demontage und Montage sogar ein Helikopter nötig.»
Regelmässige Kontrollen helfen, solche kostspieligen Eingriffe durch rechtzeitige Sanierungen weit hinauszuzögern.