Im Interview blicken Rolf Schaeren, Präsident des Verwaltungsrats, und CEO Urs Rengel auf das Geschäftsjahr zurück. Sie erläutern die Gründe für das tiefere operative Ergebnis, ordnen die Marktbedingungen ein und geben Einblick in Innovationen und die Rolle von EKZ als Ausbildungsbetrieb.
Rolf Schaeren: Wir blicken auf ein anspruchsvolles, aber erfolgreiches Jahr zurück. Mit einem Gewinn von 186 Millionen Franken hat EKZ erneut ein starkes Finanzergebnis erzielt. Getragen wurde dieses vor allem durch unsere strategischen Beteiligungen – allen voran an der Axpo. Vom guten Resultat profitieren auch die Kantone und die Gemeinden: Wir können über 46 Millionen Franken ausschütten – einiges mehr als im Vorjahr.
Stolz sind wir darauf, dass wir die Versorgungssicherheit auch in diesem Jahr jederzeit gewährleisten konnten. Mit einer Quote von 99,997 Prozent gehören wir weiterhin zu den zuverlässigsten Energieversorgern der Schweiz. Dahinter stecken viel Arbeit und hohe Investitionen in den Um- und Ausbau des Netzes. Wir investierten im letzten Geschäftsjahr 102 Millionen Franken in die Netzinfrastruktur. Das sind etwa zwei Millionen pro Woche.
Urs Rengel: Hauptgrund für den tieferen EBIT von rund 19 Millionen waren äussere Einflüsse, insbesondere die deutlich geringere Produktion aus Windkraft im Ausland. In Deutschland und Frankreich lagen die Windstunden 20 bis 30 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Das hat sich im aktuellen Jahr negativ auf die Erträge ausgewirkt. Über den langjährigen Verlauf betrachtet – und bei solchen Investitionen braucht es immer eine langfristige Sicht – bleiben die Anlagen jedoch rentabel.
Rolf Schaeren: Weitere Gründe liegen in unseren Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien im Inland sowie dem Wandel hin zum modernen Energiedienstleister. Diese sind für den zukünftigen Erfolg ein Muss, belasten aber kurzfristig das operative Ergebnis.
Rolf Schaeren: Besonders stolz sind wir auf unsere Projekte im Inland, etwa die Teilinbetriebnahme der ersten alpinen Freiflächen-PV-Anlage der Schweiz, Madrisa Solar, oder den Bau der grössten Solaranlage des Kantons Zürich in Embrach. Auch die geplanten Windmessungen im Kanton Zürich sind ein wichtiger Schritt. Diese Projekte leisten einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Erreichung der Klimaziele. Ausserdem konnten wir als erster Energieversorger dynamische Tarife für 2026 ankündigen und machen damit einen wichtigen Schritt in die Zukunft.
Urs Rengel: Die Nachfrage nach Solar, Wärme und E-Mobilität war durch das Marktumfeld tatsächlich belastet. Dennoch haben wir unsere Ziele grösstenteils erreicht. Besonders erfreulich war die positive Entwicklung im Wärmebereich, während die Bereiche Solar und E-Mobilität weiterhin anspruchsvoll bleiben.
Urs Rengel: Einen sehr grossen. Wir sind einer der grössten Ausbildungsbetriebe im Kanton Zürich. Gut ausgebildete Fachkräfte sind entscheidend für die Umsetzung der Energiewende. Deshalb investieren wir auch hier konsequent.
Rolf Schaeren: Genau so wie wir in alle unsere Mitarbeitenden investieren. An dieser Stelle gilt der ganzen EKZ-Belegschaft ein grosser Dank.
Urs Rengel: Die Umsetzung des neuen Stromgesetzes wird uns weiterhin fordern und zusätzliche Investitionen nötig machen. Damit können wir aber auch unsere Kundinnen und Kunden sowie die Gemeinden und den Kanton auf dem Weg zur Dekarbonisierung aktiv unterstützen. Wir wollen weiterhin ein Garant für die sichere und umweltgerechte Stromversorgung des Kantons sein und unsere Kundinnen und Kunden mit ganzheitlichen, nachhaltigen Energielösungen begleiten.
| Finanzen (MCHF) | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Geldfluss aus Betriebstätigkeit | 266.6 | 146.9 |
81.5% |
|
| Geldfluss aus Investitionstätigkeit | -131.4 | -133.1 | –1.3% |
| Produktion | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Produktion Wasserkraft | GWh | 67.4 | 80.9 | –16.7% |
| Produktion Windkraft | GWh | 517.9 | 608.6 | –14.9% |
| Produktion Solarstrom aus Photovoltaik total | GWh | 253.2 | 286.2 | –11.5% |
| -Produktion Solarstrom aus PV Ausland | GWh | 237.9 | 271.9 | –12.5% |
| -Produktion Solarstrom aus PV Inland | GWh | 15.3 | 14.3 | 7.0% |
| Produktion Solarstrom aus Solarthermie | GWh | 1.7 | 2.1 | –19.0% |
| Produktion Biomasse elektrisch | GWh | 18.6 | 18.9 | –1.6% |
| Produktion Biomasse thermisch | GWh | 54.0 | 61.1 | –11.6% |
| Contracting | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Abgabe Wärme | GWh | 203 | 188 | 8.0% |
| Abgabe Kälte | GWh | 3.8 | 3.6 | 5.6% |
| Anlagen in Betrieb | Anzahl | 1348 | 1319 | 2.2% |
| Verteilnetz | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Stromabgabe aus dem Verteilnetz | GWh | 5565 | 5483 | 1.5% |
| Gesamtes Leitungsnetz | km | 17'506 | 17'187 | 1.9% |
| Messpunkte | Anzahl | 416'703 | 411'098 | 1.4% |
| Energiebeschaffung | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
|
Energiebeschaffung inkl. Beschaffungs- |
GWh | 2901 | 2969 | –2.3% |