Pilotprojekte

EKZ gestaltet die Zukunft der öffentlichen Beleuchtung. Dank intelligenter Lichtsteuerung könnten Stromverbrauch und Lichtimmissionen der Strassenbeleuchtung markant gesenkt werden. Was sich wirtschaftlich rechnet und technologisch sinnvoll ist, untersuchen wir in verschiedenen Pilotprojekten.
Und wir untersuchen auch, wie Strassenleuchten mit nützlichen Zusatzdiensten ergänzt werden können, also smart gemacht werden können.

Effretikon: Licht, Ladestation für E-Bikes und WLAN

Auf dem autofreien Märtplatz in Effretikon steht seit Mai 2018 ein multifunktionaler Lichtmast. Nach dem Smart City Tower in Wädenswil ist es der zweite multifunktionale Lichtmast im EKZ-Netz. Er vereint Licht, eine Ladestation für E-Bikes und ein leistungsfähiges, öffentliches WLAN.
Eine zusätzliche Leuchte im Mast ist auf den überdeckten Veloabstellplatz gerichtet. Sie wird über einen Bewegungssensor gesteuert und schaltet sich nur bei Bedarf ein.

Der multifunktionale Lichtmast auf dem Märtplatz in Effretikon: Das grüne LED-Licht zeigt an, dass die Ladestation frei ist.

Wädenswil: Licht, Ladestation für E-Autos, WLAN

In Wädenswil steht seit Herbst 2017 der erste multifunktionale Lichtmast im EKZ-Netz. Der Smart City Tower, wie er genannt wird, gibt dann und dort Licht, wo es nötig ist. Zusätzlich liefert er Strom für zwei Elektroautos, sammelt Umweltdaten zu Lärm oder Feinstaub und ein öffentliches WiFi-Netzwerk zur Verfügung.
Die Spezialisten für öffentliche Beleuchtung und smarte Infrastruktur von EKZ haben die Stadt Wädenswil bei diesem Projekt unterstützt und beraten und den Lichtmasten ins öffentliche Netz integriert. 

Smart City Tower gegenüber dem Bahnhof in Wädenswil: Strassenleuchte mit Elektrotankstelle, öffentlichem WLAN und Umweltsensorik.

Smart City Tower gegenüber dem Bahnhof in Wädenswil: Strassenleuchte mit Elektrotankstelle, öffentlichem WLAN und Umweltsensorik.

Schlieren: Strassenleuchte und Elektrotankstelle

Erneut setzt EKZ eine innovative Idee um: In Schlieren werden Ladestationen für Elektroautos in LED-Strassenleuchten integriert – ein weiterer Schritt in Richtung Smart City.

So funktioniert es:
Die Elektrotankstelle ermöglicht einphasiges Laden mit einer Leistung von 3,7 Kilowatt (230 V, 16 A) und ist für Elektrofahrzeuge aller Art geeignet. Das System «Light&Charge» wurde von der BMW Group und eluminocity gemeinsam entwickelt und wird jetzt erstmals in der Schweiz eingesetzt. EKZ verantwortet das Engineering und den Betrieb und wertet die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in etwa zwei Jahren aus.

Die integrierte Lösung am Färbiplatz in Schlieren: Strassenleuchte mit Elektrotankstelle.

Die integrierte Lösung am Färbiplatz in Schlieren: Strassenleuchte mit Elektrotankstelle.

Urdorf: Das verkehrsbeobachtende Licht

Seit Juni 2015 testet EKZ zusammen mit der Baudirektion des Kantons Zürich in Urdorf an der Birmensdorferstrasse das verkehrsbeobachtende Licht: Ein optischer Sensor erhebt die Anzahl vorbeifahrender Fahrzeuge und sendet den Echtzeit-Wert an eine zentrale Steuerungseinheit. Diese vergleicht die aktuellen Verkehrsdaten mit definierten Grenzwerten. Die daraus berechnete Beleuchtungsstufe wird an die Leuchten weitergefunkt. Dabei verändert sich die Beleuchtungsstufe fliessend – je nach Verkehrsaufkommen – normgerecht zwischen 100% und 40%. Die Zebrastreifen bleiben zur Sicherheit der Fussgänger voll beleuchtet.

Im Vergleich zu früher kann fast ein Drittel Energie eingespart werden – bei gleich hoher Sicherheit. 

Watt d'Or 2018
Das verkehrsbeobachtende Licht wurde 2018 mit dem Schweizer Energiepreis Watt d'Or in der Kategorie Energietechnologien ausgezeichnet. 

Strassenbeleuchtung im Vergleich: links: 100% beleuchtet, rechts 40%.

Strassenbeleuchtung im Vergleich: links: 100% beleuchtet, rechts 40%.

Regensdorf: Das Licht eilt dem Verkehrsteilnehmer voraus

Für die Pilotstudie wurden 33 LED-Leuchten auf einer Strecke von ca. einem Kilometer mit einer intelligenten Lichtsteuerung ausgerüstet. Das Licht wird bis auf 50% des geforderten Niveaus abgesenkt. Nähert sich ein Verkehrsteilnehmer, wird dieser durch Sensoren frühzeitig erfasst und das Lichtniveau auf die volle Helligkeit geregelt. Das Besondere des ursprünglich aus Norwegen stammenden Systems liegt darin, dass die Anzahl der im Voraus angesteuerten Leuchten abhängig von der Geschwindigkeit des Teilnehmers ist.
So werden bei einem Velofahrer mit niedriger Geschwindigkeit weniger Leuchten angesteuert als bei einem Auto, das schneller unterwegs ist. Die intelligente Steuerung und die hohe Reaktionsgeschwindigkeit der eingesetzten Radarsensoren ermöglichen dadurch die ausreichende Beleuchtung des von den Verkehrsteilnehmern benötigten Bereichs. Ist kein Verkehrsteilnehmer mehr im Erfassungsbereich, wird das Licht nach kurzer Zeit wieder auf das Ausgangsniveau abgesenkt.

Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt:

  • 25% geringerer Energieverbrauch
  • System funktioniert technisch gut
  • Ideal für wenig befahrene Strassen ohne Anwohner (Ausserorts, Stadtrand, Industrie)
  • Dynamisches Licht störte Anwohner
  • Entscheidend für Wirtschaftlichkeit: Ersparnis und Lebensdauer  
myEKZ
Kontakt