Strompreisentwicklung in Zeiten von Covid-19

Strompreisentwicklung in Zeiten von Covid-19

Die Covid-19 Pandemie sorgte kurzfristig für negative Preise am Ölmarkt (WTI West Texas Intermediate). Einerseits war die Gaseinspeicherung 35 Prozent höher als die Norm und anderseits gab es einen deutlichen Einbruch auf Seite der Nachfrage. Diese Faktoren liessen den Strommarkt um 10 CHF/MWh (Marktgebiet Schweiz für das Produkt Base Cal21) innert kürzester Zeit fallen.

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Die Lager aller Commodities (an den Börsen gehandelte Handelswaren) sind zum Bersten voll. Gasspeicher werden vermutlich Ende August komplett gefüllt sein, was üblicherweise Anfang November passiert. Öltanker treiben auf dem offenen Meer herum und warten darauf, dass die Preise anziehen, um deren Fracht entladen zu können. Ein ähnliches Bild sehen wir bei der Kohle. Sicher, Covid-19 hat für die grösste Bewegung nach unten gesorgt, Aktienmärkte wie auch die Strommärkte waren im Sinkflug. Vergessen sollte man jedoch nicht, dass vor der Pandemie die Strompreise enorme Verluste hinnehmen mussten. Der in der EU und in Asien viel zu milde Winter drückte vor Covid-19 auf die Preise.

Strompreisentwicklung

Aktuell sehen wir eine leichte Erholung an den Strommärkten. Durch die Pandemie muss der französische Kraftwerksbetreiber EDF einige Jahresrevisionen seiner Kernkraftwerke in das nächste Jahr verschieben, was den Markt recht deutlich unterstützt.

Die aktuellen Bewegungen kommen demnach von der Angebotsseite aus Frankreich, den CO2-Bewegungen, welche durch Grossbanken (Hedge Funds) bewegt werden und der Marktpsychologie. Die Lockdown-Lockerungen sorgen für eine gute Stimmung an den Aktienmärkten und Strommärkten.

Ausblick

Aktuell sehen wir keine schnelle Erholung der Märkte. Wie erwähnt, sind die Speicher sehr voll. Selbst bei einer raschen Nachfrageerhöhung sind genügend Speicher vorhanden. Spannend dürfte es ab Januar/Februar 2021 werden. Bei einem Normwinter werden die Karten neu gemischt. Die Speicher können nicht voller als voll sein. Zudem sollte beachtet werden, dass durch die weltweite Pandemie Investitionen zurückgefahren werden – zum Beispiel Gaskraftwerkprojekte, Windkraftanlagen durch Verzögerungen von Lieferanten aus Asien, Bau neuer LNG-Terminal usw. Der reduzierte Investitionswille ist für uns ein weiteres Signal für höhere Preise ab dem Winter 2021.

Haben Sie Fragen zur Strompreisentwicklung bzw. der Energiebeschaffung? Oder sind Sie an einem Angebot für Energiedienstleistungen der EKZ interessiert? Unsere Berater vom EKZ Account Management helfen Ihnen gerne weiter.
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