Mit Biegen statt Brechen

Seit Le Corbusier die Stühle der Glarner Manufaktur als schillernde Beispiele für eine zukunftsweisende Wohnkultur bezeichnete, hat sich wenig an der Philosophie von horgenglarus verändert. Bis heute stehen zeitloses Design, Langlebigkeit und Perfektion im Vordergrund.

Luc Descombes
4. November 2022
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Fotos: Herbert Zimmermann

Eine Tour durch die Produktionsstätte von horgenglarus

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Wir laden Sie ein zu einem Besuch bei der Stuhl- und Tischmanufaktur horgenglarus in Glarus. Schauen Sie den geschickten Handwerkerinnen und Handwerkern über die Schultern und lernen Sie die Geschichte der traditionsreichen Schweizer Möbelmanufaktur kennen.

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Als Emil Baumann 1880 in Horgen den Grundstein für die älteste Stuhlund Tischmanufaktur der Schweiz legt, befindet sich Europa in der Hochphase des Imperialismus. In Preussen bestimmt Otto von Bismarck als Ministerpräsident und Kanzler massgeblich die Geschicke des Deutschen Reichs, und im Wettlauf um Afrika ziehen die damaligen Staatsmänner willkürlich Grenzen durch den sogenannten Schwarzen Kontinent.

In der Bugholztechnik liegt bis heute der Geschäftserfolg von horgenglarus

Bescheideneres plante indes der findige Schweizer Möbelunternehmer: Baumann schwebt ein Möbelkonzept vor, welches Form und Funktion vereint. Schlichte Beizenstühle und Tische aus dem Holz der heimischen Wälder. Überzeugen sollen sie mit schweizerischer Zurückhaltung. Ihre Robustheit soll es mit den Jahrhunderten aufnehmen können. 

Als Emil Baumann 1880 in Horgen den Grundstein für die älteste Stuhlund Tischmanufaktur der Schweiz legt, befindet sich Europa in der Hochphase des Imperialismus. In Preussen bestimmt Otto von Bismarck als Ministerpräsident und Kanzler massgeblich die Geschicke des Deutschen Reichs, und im Wettlauf um Afrika ziehen die damaligen Staatsmänner willkürlich Grenzen durch den sogenannten Schwarzen Kontinent.

In der Bugholztechnik liegt bis heute der Geschäftserfolg von horgenglarus

Bescheideneres plante indes der findige Schweizer Möbelunternehmer: Baumann schwebt ein Möbelkonzept vor, welches Form und Funktion vereint. Schlichte Beizenstühle und Tische aus dem Holz der heimischen Wälder. Überzeugen sollen sie mit schweizerischer Zurückhaltung. Ihre Robustheit soll es mit den Jahrhunderten aufnehmen können. 

Schweizer Traditionsunternehmen

horgenglarus

Die 1880 in Horgen bei Zürich gegründete und 1902 um den Werkstandort Glarus erweiterte ag möbelfabrik horgenglarus ist die älteste Stuhl- und Tischmanufaktur der Schweiz und gehört hinsichtlich Design und Qualität seit über 140 Jahren zur Weltspitze in der Möbelherstellung. So präsentierte etwa Le Corbusier für seinen "Pavillon de l'Esprit Nouveau" an der "Exposition internationale des Arts décoratifs" in Paris die Stühle aus der Fabrikation von horgenglarus als repräsentative Beispiele für eine zeitgemässe und zukunftsweisende Auffassung von Wohnkultur. An dieser innovativen Grundausrichtung hat sich bis heute nichts geändert: Nach wie vor steht bei horgenglarus die charakteristische Verbindung von Form und Funktion im Mittelpunkt. Das findet Anerkennung: Klassik, Formvollendung, Zeitlosigkeit und hohe Verarbeitungsqualität lauten die Kriterien, nach denen horgenglarus mit dem Prädikat "Weltklasse – Made in Switzerland" ausgezeichnet worden ist. Das Unternehmen überträgt die klassischen Ideale der "Neuen Einfachheit" ins 21. Jahrhundert und kombiniert dabei tradiertes Know-how und manufakturelle Verarbeitungstechniken mit modernsten, CNC-gesteuerten Produktionsanlagen.

Zur Website

Die 1880 in Horgen bei Zürich gegründete und 1902 um den Werkstandort Glarus erweiterte ag möbelfabrik horgenglarus ist die älteste Stuhl- und Tischmanufaktur der Schweiz und gehört hinsichtlich Design und Qualität seit über 140 Jahren zur Weltspitze in der Möbelherstellung. So präsentierte etwa Le Corbusier für seinen "Pavillon de l'Esprit Nouveau" an der "Exposition internationale des Arts décoratifs" in Paris die Stühle aus der Fabrikation von horgenglarus als repräsentative Beispiele für eine zeitgemässe und zukunftsweisende Auffassung von Wohnkultur. An dieser innovativen Grundausrichtung hat sich bis heute nichts geändert: Nach wie vor steht bei horgenglarus die charakteristische Verbindung von Form und Funktion im Mittelpunkt. Das findet Anerkennung: Klassik, Formvollendung, Zeitlosigkeit und hohe Verarbeitungsqualität lauten die Kriterien, nach denen horgenglarus mit dem Prädikat "Weltklasse – Made in Switzerland" ausgezeichnet worden ist. Das Unternehmen überträgt die klassischen Ideale der "Neuen Einfachheit" ins 21. Jahrhundert und kombiniert dabei tradiertes Know-how und manufakturelle Verarbeitungstechniken mit modernsten, CNC-gesteuerten Produktionsanlagen.

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Delia Giovanoli ist Kommunikationsleiterin bei horgenglarus.

Einsatz revolutionärer Technik

Als die Produktion um den heutigen Standort in Glarus erweitert wird, schreibt man das Jahr 1902. Just zu jener Zeit findet in Deutschland und Österreich die Bugholztechnik immer breitere Anwendung. Sie ermöglicht es, Holz mittels Wasserdampf geschmeidig zu machen. Anschliessend wird es in Form gebogen und über mehrere Tage hinweg getrocknet. Eine revolutionäre Verarbeitungsmethode, die die traditionelle Schreinerarbeit damals um einen innovativen Produktionsweg erweiterte. Baumann wusste die Technik für sich zu nutzen und entwickelte sie in Glarus weiter.

Wie das Schweizer Taschenmesser ist der Stuhl ‹classic› ein Stück Schweizer Designgeschichte

Schweizer Kulturgut und Designgeschichte

In der Bugholztechnik liegt bis heute der Geschäftserfolg von horgenglarus. «Darum können wir den Verschnitt bei Massivholz so gering wie möglich halten», so Delia Giovanoli, Kommunikationsleiterin bei horgenglarus. Mittels Bugholztechnik erhalten die einzelnen Teile ihre Form und behalten dadurch ihre Stabilität. Teilweise erfolgt die Verarbeitung des Holzes noch heute in alten Dampfkesseln – auf den ältesten steht das Produktionsjahr 1948.

Einsatz revolutionärer Technik

Als die Produktion um den heutigen Standort in Glarus erweitert wird, schreibt man das Jahr 1902. Just zu jener Zeit findet in Deutschland und Österreich die Bugholztechnik immer breitere Anwendung. Sie ermöglicht es, Holz mittels Wasserdampf geschmeidig zu machen. Anschliessend wird es in Form gebogen und über mehrere Tage hinweg getrocknet. Eine revolutionäre Verarbeitungsmethode, die die traditionelle Schreinerarbeit damals um einen innovativen Produktionsweg erweiterte. Baumann wusste die Technik für sich zu nutzen und entwickelte sie in Glarus weiter.

Wie das Schweizer Taschenmesser ist der Stuhl ‹classic› ein Stück Schweizer Designgeschichte

Schweizer Kulturgut und Designgeschichte

In der Bugholztechnik liegt bis heute der Geschäftserfolg von horgenglarus. «Darum können wir den Verschnitt bei Massivholz so gering wie möglich halten», so Delia Giovanoli, Kommunikationsleiterin bei horgenglarus. Mittels Bugholztechnik erhalten die einzelnen Teile ihre Form und behalten dadurch ihre Stabilität. Teilweise erfolgt die Verarbeitung des Holzes noch heute in alten Dampfkesseln – auf den ältesten steht das Produktionsjahr 1948.

Betritt man die altehrwürdige Produktionsstätte in Glarus, fühlt man sich angesichts der Architektur in die Romantik zurückversetzt. 1820 wurde der Gebäudekomplex, ursprünglich eine Textildruckerei, errichtet.

30 Jahre vorher, 1918, wurde erstmals das unverkennbare Modell «classic» produziert. Sein schnörkelloses und unprätentiöses Erscheinen wirkte im pompösen Historismus, welcher damals die Möbelhäuser dominierte, wie aus der Zeit gefallen. «Trotzdem hat es sich etabliert und steht nunmehr seit Jahrzehnten in Schulen, Restaurants und Wohnungen», so Giovanoli. Wie das Schweizer Taschenmesser sei der Bestseller ein Teil der Schweizer Designgeschichte und ein Kulturgut. Seine Vorgänger bestückten das Bundeshaus bereits seit 1902. Diese Exemplare finden nun langsam den Weg aus Bern zurück zu ihrem Geburtsort – zwecks Restauration.

Im Geiste des 19. Jahrhunderts

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die Standorte Horgen und Glarus zusammengelegt. Später wurde die Produktionsanlage in Horgen aufgegeben, sodass heute lediglich der Name an den Zürcher Geburtsort erinnert, wo das Traditionsunternehmen im 19. Jahrhundert gegründet wurde. Betritt man die altehrwürdige Produktionsstätte in Glarus, fühlt man sich angesichts der Architektur in die Romantik zurückversetzt. 1820 wurde der Gebäudekomplex, ursprünglich eine Textildruckerei, errichtet. Der Zahn der Zeit hat sich seither am soliden Mauerwerk gütlich getan. Dem Ort verleiht dies eine mystische Ambiance. «Als man damals hierherkam, war Glarus über die Grenzen hinaus bekannt für seine Textilindustrie», erklärt Delia Giovanoli. Ein von der Linth abgezweigter Kanal, der bis heute unter dem Gebäude hindurchfliesst, ist Zeitzeuge. Damals nutzte man sein Wasser, um die Textilien zu verarbeiten. Als Liebhaber historischer Architektur kommt man hier ins Schwelgen. 

 

30 Jahre vorher, 1918, wurde erstmals das unverkennbare Modell «classic» produziert. Sein schnörkelloses und unprätentiöses Erscheinen wirkte im pompösen Historismus, welcher damals die Möbelhäuser dominierte, wie aus der Zeit gefallen. «Trotzdem hat es sich etabliert und steht nunmehr seit Jahrzehnten in Schulen, Restaurants und Wohnungen», so Giovanoli. Wie das Schweizer Taschenmesser sei der Bestseller ein Teil der Schweizer Designgeschichte und ein Kulturgut. Seine Vorgänger bestückten das Bundeshaus bereits seit 1902. Diese Exemplare finden nun langsam den Weg aus Bern zurück zu ihrem Geburtsort – zwecks Restauration.

Im Geiste des 19. Jahrhunderts

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die Standorte Horgen und Glarus zusammengelegt. Später wurde die Produktionsanlage in Horgen aufgegeben, sodass heute lediglich der Name an den Zürcher Geburtsort erinnert, wo das Traditionsunternehmen im 19. Jahrhundert gegründet wurde. Betritt man die altehrwürdige Produktionsstätte in Glarus, fühlt man sich angesichts der Architektur in die Romantik zurückversetzt. 1820 wurde der Gebäudekomplex, ursprünglich eine Textildruckerei, errichtet. Der Zahn der Zeit hat sich seither am soliden Mauerwerk gütlich getan. Dem Ort verleiht dies eine mystische Ambiance. «Als man damals hierherkam, war Glarus über die Grenzen hinaus bekannt für seine Textilindustrie», erklärt Delia Giovanoli. Ein von der Linth abgezweigter Kanal, der bis heute unter dem Gebäude hindurchfliesst, ist Zeitzeuge. Damals nutzte man sein Wasser, um die Textilien zu verarbeiten. Als Liebhaber historischer Architektur kommt man hier ins Schwelgen. 

 

Bugholztechnik
In den sperrigen Dampfkesseln wird das Holz bei 100 Grad während zwei Stunden geschmeidig gedämpft.
Anschliessend muss es schnell gehen: das Holz wird sorgfältig in eine Art Schraubstock eingewickelt und dann mit Metallzangen an einem Blechrahmen fixiert.

52 manuelle Arbeitsschritte bis zum fertigen Stuhl

Die Handwerkerinnen und Handwerker, die den «classic» und zahlreiche andere Stühle und Tische hier manuell bearbeiten, sind ausgewiesene Experten in ihrem Fach – mit jahrelanger Erfahrung. Das classic-Modell, das 2018 sein 100-Jahr-Jubiläum feierte, durchläuft 52 einzelne Stationen bei Schreinern, Sattlern, Lackierern und Disponentinnen.

Von Raum zu Raum durch 100 Düfte

Die Reise eines Möbels beginnt, noch als rohes Holzbrett, vor dem ältesten Teil des Komplexes, in dem die wichtigsten Stücke aus dem Holz herausgesägt werden. Dieses stammt grösstenteils von einem Schweizer Lieferanten – selbst ein jahrzehntealter Familienbetrieb aus dem Schweizer Jura. Der Duft von heissem Holz liegt hier in der Luft. Zugeschnitten werden die Hölzer weitergereicht in die Biegerei. Hier stehen sie, die sperrigen Dampfkessel, in denen das Holz bei 100 Grad während zweier Stunden geschmeidig gedämpft wird. Es riecht süss-harzig, nach Wald und Tannenzapfen. Ein Spezialist holt gerade eine Charge Hölzer aus den Kesseln. Hier muss es einigermassen schnell gehen, denn die Teile müssen sofort gebogen werden: «Nach spätestens fünf Minuten müssen sie eingespannt sein, sonst ist der Effekt verpufft», meint der Mitarbeiter. Das Holz wird sorgfältig in eine Art Schraubstock eingewickelt – nicht ohne dumpf ächzendes Geräusch – und dann mit Metallzangen an einem Blechrahmen fixiert.

52 manuelle Arbeitsschritte bis zum fertigen Stuhl

Die Handwerkerinnen und Handwerker, die den «classic» und zahlreiche andere Stühle und Tische hier manuell bearbeiten, sind ausgewiesene Experten in ihrem Fach – mit jahrelanger Erfahrung. Das classic-Modell, das 2018 sein 100-Jahr-Jubiläum feierte, durchläuft 52 einzelne Stationen bei Schreinern, Sattlern, Lackierern und Disponentinnen.

Von Raum zu Raum durch 100 Düfte

Die Reise eines Möbels beginnt, noch als rohes Holzbrett, vor dem ältesten Teil des Komplexes, in dem die wichtigsten Stücke aus dem Holz herausgesägt werden. Dieses stammt grösstenteils von einem Schweizer Lieferanten – selbst ein jahrzehntealter Familienbetrieb aus dem Schweizer Jura. Der Duft von heissem Holz liegt hier in der Luft. Zugeschnitten werden die Hölzer weitergereicht in die Biegerei. Hier stehen sie, die sperrigen Dampfkessel, in denen das Holz bei 100 Grad während zweier Stunden geschmeidig gedämpft wird. Es riecht süss-harzig, nach Wald und Tannenzapfen. Ein Spezialist holt gerade eine Charge Hölzer aus den Kesseln. Hier muss es einigermassen schnell gehen, denn die Teile müssen sofort gebogen werden: «Nach spätestens fünf Minuten müssen sie eingespannt sein, sonst ist der Effekt verpufft», meint der Mitarbeiter. Das Holz wird sorgfältig in eine Art Schraubstock eingewickelt – nicht ohne dumpf ächzendes Geräusch – und dann mit Metallzangen an einem Blechrahmen fixiert.

In der Trockenkammer harren die gebogenen Hölzer bei 90 Grad mehrere Tage aus. Hier riecht es angenehm wie in einer Sauna, nach ätherischem Öl und harzigen Dämpfen, die das heisse Holz entweichen lässt.

Ab in die Trockenkammer

Danach geht’s weiter in die Trockenkammer. Ein bis auf 90 Grad erhitzter Raum, der einem beim Betreten den Schweiss auf die Stirn treibt. Angenehm wie in einer Sauna riecht es hier, nach ätherischem Öl und harzigen Dämpfen, die das heisse Holz entweichen lässt. Man ist froh, wenn man nach zehn Sekunden wieder draussen ist. Die gebogenen Hölzer harren hier aber mehrere Tage aus, bis sie trocken sind. Später geht es über viele manuelle Arbeitsstationen weiter. Nach jeder einzelnen nimmt der Stuhl etwas mehr Form an. Was anfangs Holzleiste war, wird zum Stuhlbein mit Konturen. Gerade massive Holzstücke sind nun wohlgeformte Rückenlehnen.

Ab in die Trockenkammer

Danach geht’s weiter in die Trockenkammer. Ein bis auf 90 Grad erhitzter Raum, der einem beim Betreten den Schweiss auf die Stirn treibt. Angenehm wie in einer Sauna riecht es hier, nach ätherischem Öl und harzigen Dämpfen, die das heisse Holz entweichen lässt. Man ist froh, wenn man nach zehn Sekunden wieder draussen ist. Die gebogenen Hölzer harren hier aber mehrere Tage aus, bis sie trocken sind. Später geht es über viele manuelle Arbeitsstationen weiter. Nach jeder einzelnen nimmt der Stuhl etwas mehr Form an. Was anfangs Holzleiste war, wird zum Stuhlbein mit Konturen. Gerade massive Holzstücke sind nun wohlgeformte Rückenlehnen.

In der Lackiererei erhalten die Stühle Schicht um Schicht ihre Farbe.
In der Sattlerei werden die Möbel mit edlen Stoffen und Ledern bezogen.

Zum Schluss wird's farbig

Nach dem Feinschliff werden die Möbel in der Montage passgenau montiert und verschraubt. Anschliessend bekommt jeder Stuhl seine Farbe. Die Lackiererinnen und Lackierer verleihen ihm die Farbe, die individuell von den Kunden gewählt wurde. Die Stühle werden von einer Anlage im Kreis um den Lackierer herumgefahren und einzeln besprüht. Geschützt von einer Schutzmaske sprayt er sorgfältig Schicht für Schicht auf die Möbel: «Insgesamt erhält jeder Stuhl bis zu vier Schichten, bis die Farbe wirklich sitzt», erklärt der Fachmann. Danach geht es via Disposition und unternehmenseigener Lieferwagen raus in alle Welt.

Dank lokaler Produktion und der Verwendung einheimischer Ressourcen haben wir schon immer nachhaltig
gewirtschaftet. 

Zum Schluss wird's farbig

Nach dem Feinschliff werden die Möbel in der Montage passgenau montiert und verschraubt. Anschliessend bekommt jeder Stuhl seine Farbe. Die Lackiererinnen und Lackierer verleihen ihm die Farbe, die individuell von den Kunden gewählt wurde. Die Stühle werden von einer Anlage im Kreis um den Lackierer herumgefahren und einzeln besprüht. Geschützt von einer Schutzmaske sprayt er sorgfältig Schicht für Schicht auf die Möbel: «Insgesamt erhält jeder Stuhl bis zu vier Schichten, bis die Farbe wirklich sitzt», erklärt der Fachmann. Danach geht es via Disposition und unternehmenseigener Lieferwagen raus in alle Welt.

Dank lokaler Produktion und der Verwendung einheimischer Ressourcen haben wir schon immer nachhaltig
gewirtschaftet. 

Delia Giovanoli vertraut auf die über 140-jährige Unternehmensphilosophie.

Zeitloses Design, beständige Philosophie

Nach fast eineinhalb Jahrhunderten möchte man meinen, dass horgenglarus sich neu erfinden müsste. Und dass man sich die Frage stellen sollte, wie man den Ansprüchen einer aufgewühlten Gesellschaft begegnen und in die Zukunft gehen soll. In Glarus herrscht diesbezüglich aber ein gesundes Vertrauen darauf, gerade in der heutigen Zeit den Nerv der Zeit zu treffen. Ein Vertrauen, das vielleicht von der Gelassenheit des Vorder Glärnisch, der mit seinen mächtigen Felsklippen über das Glarnerland wacht, auf horgenglarus abfärbt? Wohl eher beruht es auf der langen Unternehmensgeschichte, denn in der Vergangenheit sei man schon durch manch kritische Phasen gegangen, so Giovanoli. Daraus habe man gelernt: «Ein zeitloses Design verlangt nach wenig Anpassungen. Und weil man sich bereits in den 1940er-Jahren mit der ‹Verschleisswirtschaft› und einem sparsamen Umgang mit Rohstoffen beschäftigte, haben wir dank lokaler Produktion und der Verwendung einheimischer Ressourcen schon immer nachhaltig gewirtschaftet», meint Delia Giovanoli. So scheinen sowohl Design wie Unternehmensphilosophie von Emil Baumann auch nach 142 Jahren nicht zu verstauben. Ein wohltuender Kontrast in unruhigen Zeiten.

Zeitloses Design, beständige Philosophie

Nach fast eineinhalb Jahrhunderten möchte man meinen, dass horgenglarus sich neu erfinden müsste. Und dass man sich die Frage stellen sollte, wie man den Ansprüchen einer aufgewühlten Gesellschaft begegnen und in die Zukunft gehen soll. In Glarus herrscht diesbezüglich aber ein gesundes Vertrauen darauf, gerade in der heutigen Zeit den Nerv der Zeit zu treffen. Ein Vertrauen, das vielleicht von der Gelassenheit des Vorder Glärnisch, der mit seinen mächtigen Felsklippen über das Glarnerland wacht, auf horgenglarus abfärbt? Wohl eher beruht es auf der langen Unternehmensgeschichte, denn in der Vergangenheit sei man schon durch manch kritische Phasen gegangen, so Giovanoli. Daraus habe man gelernt: «Ein zeitloses Design verlangt nach wenig Anpassungen. Und weil man sich bereits in den 1940er-Jahren mit der ‹Verschleisswirtschaft› und einem sparsamen Umgang mit Rohstoffen beschäftigte, haben wir dank lokaler Produktion und der Verwendung einheimischer Ressourcen schon immer nachhaltig gewirtschaftet», meint Delia Giovanoli. So scheinen sowohl Design wie Unternehmensphilosophie von Emil Baumann auch nach 142 Jahren nicht zu verstauben. Ein wohltuender Kontrast in unruhigen Zeiten.

Impressionen
horgenglarus.ch