EKZ nimmt Zürichs grösste Solaranlage in Betrieb

Auf den sieben Dächern des Logistik-Areals Embraport produzieren 9500 Solarmodule genügend Strom, um eine Gemeinde mit 4'000 Personen ein Jahr lang zu versorgen. Das Grossprojekt entstand im Rundum-Sorglos-Modell von EKZ, das logistisches Geschick und kreative Lösungen erforderte.

Julien Duc
25. März 2026
Artikel teilen
Im Logistik-Areal Embraport produziert EKZ auf einer Fläche so gross wie drei Fussballfelder sauberen Solarstrom, der den Mietern im Embraport und den Kundinnen und Kunden von EKZ zugute kommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die neue Solaranlage von EKZ auf dem Logistik-Areal Embraport erstreckt sich über eine Gesamtfläche von ungefähr drei Fussballfeldern.
  • Sie produziert seit März 2026 sauberen Strom, der vor Ort im Embraport verbraucht wird und auch den grundversorgten Kundinnen und Kunden von EKZ zugute kommt.
  • Im Verlauf des Jahres soll die Anlage um 25 Prozent erweitert und mit einem Batteriespeicher kombiniert werden.
  • Damit leistet EKZ einen bedeutenden Beitrag für die Versorgungssicherheit.

Wer heute auf die Dächer des Embraport-Areals blickt, erkennt sofort, dass hier Grosses entstanden ist. «Es macht uns stolz, dass wir hier brachliegende Dachflächen innert wenigen Monaten zur grössten Solaranlage im Kanton Zürich verwandelt haben. Damit stärken wir die Versorgungssicherheit mit lokalem, nachhaltigem Strom», freut sich Paul Sidler, Leiter Erneuerbare Energien bei EKZ.

Grossprojekt auf 20 000 Quadratmetern

Die neue Solaranlage von EKZ erstreckt sich über sieben Flachdächer mit einer Gesamtfläche von rund 20 000 Quadratmetern. Diese Fläche entspricht nahezu drei Fussballfeldern. Auf dieser riesigen Dachlandschaft erzeugen 9500 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von bis zu 4.5 Megawatt jedes Jahr ungefähr 4 Gigawattstunden sauberen Strom – genug, um etwa 900 Vierpersonenhaushalte während eines Jahres zu versorgen. Um diese bis dato grösste Solaranlage im Kanton Zürich zu realisieren, mussten 71 Kilometer Kabel verlegt, 280 Tonnen Ballaststeine gesetzt und 600 Kranzüge für den Materialtransport koordiniert werden. Die Module wurden in einem Neigungswinkel von 15 Grad montiert, um einen optimalen Ertrag zu gewährleisten.

Engagiert für den Ausbau der Erneuerbaren

EKZ unterstützt die nationalen und kantonalen Energie- und Klimazielen und leistet einen wichtigen Beitrag zu deren Erreichung. Wir tragen so dazu bei, dass die Versorgungssicherheit auch in Zukunft gewährleistet bleibt - vor allem im Winterhalbjahr.​ EKZ engagiert sich für den Ausbau erneuerbarer Energien in der Schweiz und im Ausland und investiert entlang der Eigentümerstrategie in nachhaltige Energieproduktion.​ Dabei setzt EKZ ausschliesslich auf nachhaltige Energieprojekte, die wirtschaftlich tragfähig und regional breit abgestützt sind.​

Erneuerbare Energien

Eindrücklicke Dimensionen: Die Solaranlage im Video
EKZ, Norbert Egli und Cheryl Zurbriggen

Bauen im laufenden Betrieb

Der Bau der Anlage war keine Routine. Der Embraport ist einer der grössten und modernsten Logistik-Hubs der Region Zürich für Umschlag, Lagerung und Distribution von E-Commerce-Gütern aus aller Welt. Täglich finden gleichzeitig unzählige Prozesse im Innen- und Aussenbereich statt. «Mit 600 Kranzügen, vielen Tonnen Material und unterschiedlichen Bauplätzen auf und in sieben Gebäuden war die Logistik eine operative Herausforderung», schildert Arturo Bänziger, der das Projekt seitens EKZ leitete. Jeder Transport, jede Ablagefläche und jeder Hub der Kräne wurden so geplant, dass der laufende Betrieb der Logistik-Hubs möglichst ungestört blieb.

Kreative Kabelführungen, ungestörtes Pflanzenwachstum

Nebst dem Logistischen entpuppte sich die Kabelführung von den Dächern in die Untergeschosse zu den Verteilkabinen als kniffliges Unterfangen. Denn die baulichen Voraussetzungen sind in jedem Gebäude unterschiedlich. In den «einfachen» Fällen reichten Bohrungen, um von den Dächern zu den Steigzonen zu gelangen. «In einigen Gebäuden war dies jedoch nicht möglich – kreative Lösungen mussten her. In einem Fall verlegten wir das dicke, schwere Kabel durch einen Kamin, während es bei einem anderen Gebäude möglichst unauffällig und sonnengeschützt der Fassade entlang gezogen wurde», erzählt Arturo Bänziger. Auch eine speziell kompakte Stromschiene musste eingesetzt werden, um in einer fast vollständig belegten Steigzonen den elektrischen Anschluss zu ermöglichen.

Arturo Bänziger vor der Solaranlage auf Gebäude F im Embraport. Er leitete das Solarprojekt seitens EKZ.
Projektleiter Arturo Bänziger hatte einige Herausforderungen zu meistern.
EKZ, Cheryl Zurbriggen

Verglichen mit der Kabelführung war die Montage der rund 9500 Solarmodulen unkompliziert. Primär Fleissarbeit. Eine Sonderlösung brauchte es nur auf einem Dach, wo ein Substratboden für Pflanzenwachstum besteht. Damit die Pflanzenwelt trotz Solaranlage ungestört weiter gedeihen und zur Biodiversität beitragen kann, wurden die Module auf einer Konstruktion mit rund einem halben Meter Abstand zum Boden montiert.

Strenge Sicherheitsvorgaben

Besonders waren die Baubedingungen im Zollfreilager mit strengen Sicherheitsvorgaben, erinnert sich Arturo Bänzinger: «Der Zugang wird streng kontrolliert. Türen dürfen nur kurz offenstehen, sonst wird ein Alarm ausgelöst». Bohrungen seien auf kleine Durchmesser limitiert und Baugerüste um das Gebäude herum aus Sicherheitsgründen verboten. Diese Vorgaben hätten die Planung verständlicherweise beeinflusst und den Koordinationsaufwand erhöht, gibt der Projektleiter zu. Es seien aber genau diese Besonderheiten, die das Projekt so reizvoll machen.

Komfortabel zu eigenem Solarstrom

Entstanden ist die Anlage im Rahmen des EKZ-Solar-Contractings – einem Modell, das Unternehmen den Einstieg in die Eigenstromproduktion besonders leicht macht. Es war ausschlaggebend dafür, dass die Zürcher Freilager AG, die den Embraport besitzt und betreibt, im August 2024 EKZ mit dem Bau der Solaranlage beauftragte. «Mit unserer Strategie Embraport 2025 setzen wir gezielt auf einen nachhaltigen Logistik-Hub. Die Lösung mit EKZ als PV-Betreiber ermöglicht es uns, von sauberem Solarstrom zu profitieren, ohne eigene Investitionskosten tragen zu müssen. Gleichzeitig überlassen wir die Risiken sowie die Nutzung des überschüssigen, nicht am Embraport benötigten Solarstroms einem professionellen Partner – das ist effizient, wirtschaftlich und perfekt passend zu unserem Standort», so Jean-Claude Maissen, CEO der Zürcher Freilager AG.

So funktioniert das Solar-Contracting von EKZ

Das Solar-Contracting von EKZ macht Unternehmen den Einstieg in die Eigenstromproduktion besonders leicht. Alles, was sie tun müssen, ist ihre Dachflächen zur Verfügung zu stellen. EKZ übernimmt die «Büez»: planen, finanzieren, bauen, betreiben, Instand halten. «Unser Angebot richtet sich an Kundinnen und Kunden, die sich ihrem Kerngeschäft widmen, die Liquidität im Business behalten und trotzdem von selbst produzierter Energie profitieren wollen», erklärt Paul Sidler, Leiter Erneuerbare Energien von EKZ. «Wir bringen das gesamte Fachwissen, um die Anlage über den Lebenszyklus zu optimieren, und bieten unseren Kundinnen und Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket an.»

Solarenergie für Mehrfamilienhäuser und Grossanlagen
Jean-Claude Maissen, CEO der Zürcher Freilager AG, und Paul Sidler, Leiter Erneuerbare Energien bei EKZ, posieren vor der Solaranlage.
Jean-Claude Maissen (Zürcher Freilager AG, links) und Paul Sidler (Leiter Erneuerbare Energien von EKZ) sehen einen grossen Nutzen in der Solaranlage - für nachhaltige Logistik und die Versorgungssicherheit.
EKZ, Norbert Egli

Günstiger Solarstrom, der doppelt wirkt – vor Ort und für die Region

Rund die Hälfte des erzeugten Stroms wird direkt vor Ort für den Betrieb des Logistikzentrums genutzt. Die Mieterinnen und Mieter profitieren von CO₂-freier Energie und tieferen Stromkosten. Denn sie können den Solarstrom aus der «eigenen» Anlage attraktiven Konditionen beziehen. «Wir beobachten bei unseren Mietern eine wachsende Relevanz der Nachhaltigkeit. Die Nachfrage nach Mietflächen, die nicht nur modern, sondern auch im Betrieb nachhaltig genutzt werden können – etwa durch sauberen, vor Ort produzierten Solarstrom – nimmt kontinuierlich zu. Gleichzeitig sehen wir grosse Chancen für die Elektromobilität, die besonders von lokal erzeugtem Solarstrom profitiert. All dies verschafft uns künftig einen klaren Standortvorteil», erklärt Jean-Claude Maissen.

Die andere Hälfte des Solarstroms kommt den Kundinnen und Kunden von EKZ im Kanton Zürich zugute. So stärkt das Projekt gleichzeitig die Energieeffizienz des Standorts und die Versorgungssicherheit der Region mit lokalem, nachhaltigem Strom.

Systemdienliche Flexibilität dank einer Grossbatterie

Kaum in Betrieb gibt es bereits Pläne, um die ohnehin bereits grösste Solaranlage im Kanton Zürich zu erweitern. Der Embraport erweitert seinen Gebäudepark. Die neuen Dachflächen sollen ebenfalls mit Solarpanels bestückt werden. Das Erweiterungspotenzial liegt bei rund einem Megawatt. Das entspräche einem Leistungszuwachs von etwa 25 Prozent.

Mit dem Speicher können wir die Versorgungssicherheit im Kanton Zürich zusätzlich erhöhen.

Zudem gibt es konkrete Pläne, auf dem Logistikareal eine Grossbatterie mit einer Kapazität von 2 MWh zu installieren. «Grossbatterien sind ein entscheidendes Puzzlestein in der zukünftigen Energielandschaft. Mit dem Speicher können wir den Eigenverbrauch im Embraport verbessern und die Versorgungssicherheit im Kanton Zürich zusätzlich erhöhen», sagt Paul Sidler. Denn durch die Zwischenspeicherung in der Batterie muss der Solarstrom nicht zum Zeitpunkt der Produktion verbraucht oder ins Netz eingespeist werden. Verbrauch und Einspeisung können flexibel und vor allem systemdienlich erfolgen – also dann, wenn die Nachfrage da ist. Die Nutzung dieser Flexibilität entlastet das Netz bei Engpässen und macht die Stromversorgung insgesamt resilienter

Batteriespeicher von EKZ in Volketswil
Batteriespeicher, wie sie EKZ bereits in Volketswil im Einsatz hat, sind ein zentrales Puzzlestück im Energiesystem der Zukunft.
EKZ