LEG machen die Energiewende greifbar

Für die Energiestadt Affoltern am Albis steht das Thema nachhaltige Energieversorgung ganz oben auf der Agenda. Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) als neues Verbrauchsmodell für lokalen Solarstrom wurden deshalb schon seit Längerem mit grossem Interesse beäugt. Seit August ist nun eine gemeindeweite LEG in Affoltern am Albis in Betrieb. Stadtpräsidentin Eveline Fenner erzählt, wie es zur Zusammenarbeit mit EKZ «Gemeinsamstrom» gekommen ist.

Viviane Ammann
28. September 2026
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Die gemeindeweite LEG mit EKZ «Gemeinsamstrom» vernetzt Produzenten und Konsumenten in Affoltern am Albis, sodass diese überschüssigen Solarstrom gemeinsam teilen können. (Bild: EKZ/Roland Vokrraj)

LEG für jedes Bedürfnis

Seit Anfang 2026 sind lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) möglich. Der Blick ins EKZ-Versorgungsgebiet zeigt: Es gibt nicht die eine LEG: Jede Gemeinschaft entwickelt ihr Modell entsprechend den lokalen Gegebenheiten und Bedürfnissen. EKZ hat passende Angebote für die Vielfalt. 

Mehr zu den LEG-Lösungen von EKZ

Als Energiestadt beschäftigen wir uns seit Jahren intensiv mit Fragen rund um eine nachhaltige Energieversorgung. Entsprechend fanden wir die Idee einer LEG, die Konsumenten und Produzenten innerhalb der Gemeinde miteinander verbindet, von Anfang an sehr spannend. Umso mehr, als wir damit auch unseren vielen Mieterinnen und Mietern Zugang zu lokal produziertem grünem Strom bieten können. 

Richtig ins Rollen kam das Thema durch den Austausch mit anderen Energiestädten. Dabei haben wir gesehen, welches Potenzial in LEG steckt. Gleichzeitig entstand aber auch der Eindruck, dass die Umsetzung mit viel Aufwand verbunden ist und schnell ziemlich kompliziert werden könnte.  

Plötzlich wurde es greifbar  

Ein Schlüsselmoment war für uns der erste Kontakt mit EKZ. Bei der Vorstellung von «Gemeinsamstrom» hatte ich zum ersten Mal das Gefühl: ‹Jetzt verstehe ich es endlich!› Und wenn ich es verstehe, kann ich es auch unserer Bevölkerung erklären. Genau das hat Vertrauen geschafft.  

Wichtig war für uns auch der persönliche Austausch. Obwohl EKZ ein grosses Unternehmen ist, hatten wir von Anfang an Ansprechpartner auf Augenhöhe – und diese waren mit einem beeindruckenden Commitment bei der Sache. Wir spürten, dass es ihnen ein echtes und ehrliches Anliegen ist, gemeinsam mit uns als Stadt erste Erfahrungen mit diesem neuen Verbrauchsmodell zu sammeln und dass sie LEG zusammen mit uns aktiv voranbringen wollen. Das hat uns überzeugt und aus dem bisher abstrakten Thema wurde plötzlich ein konkretes und greifbares Projekt. 

Als Stadtpräsidentin treibt Eveline Fenner die gemeindeweite LEG mit «Gemeinsamstrom» in Affoltern am Albis aktiv voran – und macht mit ihrer eigenen Solaranlage auch privat als Produzentin in der LEG mit.
Bild: EKZ/Norbert Egli

Mitmachen ist ein Kinderspiel 

Ich nehme selbst mit meiner Solaranlage an der LEG teil. So konnte ich das ganze Prozedere auch aus der Warte einer Privatperson durchspielen. Mein Fazit: Zwei oder drei Klicks auf der Webseite von EKZ, abschicken und schon ist man dabei. Selbst für mich als Laie war die Anmeldung innert weniger Minuten erledigt.  

Auch aus Sicht der Stadt verlief die Umsetzung erstaunlich unkompliziert. Wer auf einer Gemeinde- oder Stadtverwaltung arbeitet, weiss, dass das alles andere als selbstverständlich ist. Die grösste Herausforderung war deshalb nicht die technische Umsetzung oder Administration, sondern die Frage, wie wir unsere Bevölkerung erreichen und für die LEG an Bord holen können. Dass das Interesse vorhanden ist, zeigte sich schnell. An unserer Informationsveranstaltung zur LEG im Juni waren die 100 Stühle im Saal bis auf den letzten besetzt. Auch auf meine Begrüssung zur 1. August-Feier der Stadt, bei der ich auf die LEG in Affoltern am Albis aufmerksam machte und von meiner eigenen Teilnahme erzählte, erhielten wir positive Rückmeldungen.  

Die Freude kommt mit der ersten LEG-Abrechnung 

Seit dem Start der LEG Anfang August läuft für uns als Stadt und für die privaten LEG-Mitglieder alles im Hintergrund. Im Alltag verändert sich durch die LEG zunächst wenig. Der eigentliche Mehrwert wird erst mit der Zeit sichtbar. Dann nämlich, wenn auf der Stromrechnung schwarz auf weiss ersichtlich wird, wie viel Affolter Solarstrom in die LEG geflossen und von ihr genutzt wurde – und wie lokale Produzenten und Konsumenten so unmittelbar von der LEG profitieren.  

Genau hier liegt für mich die grosse Chance von lokalen Elektrizitätsgemeinschaften: sie vernetzen Menschen innerhalb einer Stadt oder Gemeinde und machen die Energiewende konkret erlebbar. Affoltern am Albis als Stadt, aber auch ich als Privatperson würde diesen Weg deshalb jederzeit wieder gehen. Wer hinter der Idee steht und einen verlässlichen Partner an seiner Seite hat, sollte die Chance nutzen.

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