«Kommt es von hier, nehme ich es von hier»

Sie macht den Dorfplatz von Elgg unverwechselbar: Die mächtige Linde, die mitten im Zentrum des Dorfs steht. Rundherum prägen historische Gebäude das Ortsbild der beschaulichen Gemeinde nahe der Grenze zum Kanton Thurgau. Doch gerade der geschützte Dorfkern macht den Ausbau der Solaranlage vielerorts schwierig. Mit einer gemeindeweiten lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) hat Elgg gemeinsam mit EKZ «Gemeinsamstrom» einen Weg gefunden, damit auch Bewohnerinnen und Bewohnern ohne eigene Solaranlage von lokal produziertem Solarstrom profitieren können. Gemeinderätin Mirjam Lehmann erzählt, weshalb die Idee in Elgg auf Anhieb überzeugte.

Viviane Ammann
21. September 2026
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Die unverwechselbare Linde im Herzen von Elgg: Rund um den historischen Dorfkern entsteht eine LEG. (Bild: EKZ/Norbert Egli)

LEG für jedes Bedürfnis

Seit Anfang 2026 sind lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) möglich. Der Blick ins EKZ-Versorgungsgebiet zeigt: Es gibt nicht die eine LEG: Jede Gemeinschaft entwickelt ihr Modell entsprechend den lokalen Gegebenheiten und Bedürfnissen. EKZ hat passende Angebote für die Vielfalt. 

Mehr zu den LEG-Lösungen von EKZ

«Auf das Verbrauchsmodell der lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) sind wir bereits im Sommer 2025 aufmerksam geworden. Damals erreichten uns dazu erste Anfragen aus der Bevölkerung. Zu jenem Zeitpunkt war das Thema für uns jedoch noch komplett neu und nur schwer greifbar. Informationen dazu waren kaum zu finden. Anfang Jahr hatten wir dann einen ersten Austausch mit EKZ und danach war für uns schnell klar: Das wollen wir machen – und zwar zusammen mit EKZ. Für uns macht ein solches Vorhaben nur zusammen mit unserem Stromversorger Sinn. EKZ vertrauen wir und ist für uns somit der naheliegendste Partner. 

Strom aus Elgg für Elgg 

Ein wichtiger Grund, weshalb sich eine LEG für Elgg besonders anbietet, ist die besondere Situation mit unserem historisch geschützten Dorfkern. Für viele Elggerinnen und Elgger ist es dadurch schwierig oder sogar unmöglich, eine eigene Solaranlage zu installieren. Genau diese Einwohnerinnen und Einwohner wollen wir mit der LEG abholen – und es auch ihnen ermöglichen, lokal produzierten Solarstrom zu beziehen.  

 Die Idee hat in Elgg schnell überzeugt. Schliesslich geht es darum, dass Solarstrom dort genutzt wird, wo er produziert wird. Also Strom aus Elgg für Elgg. Das passt vom Konzept her sehr gut zu unserem Dorf. Wir haben ein reges Vereinsleben, unsere Bevölkerung ist sehr engagiert und wir haben im Dorf einen starken Gemeinschaftssinn. Die Devise ‘Kommt es von hier, nehme ich es von hier’ ist für viele im Dorf sehr präsent. Genau dieser Gedanke steckt nun auch in unserer LEG.  

Hat die LEG nach Elgg gebracht: Gemeinderätin Mirjam Lehmann setzt auf Solarstrom aus Elgg für Elgg.
Bild: EKZ/Norbert Egli
Der geschützte Dorfkern in Elgg stellt den Ausbau der Solarenergie vor besondere Herausforderungen. Die gemeindeweite LEG mit «Gemeinsamstrom» schafft eine lokale Alternative.
Bild: EKZ/Norbert Egli

Selbstläufer dank «Gemeinsamstrom» 

Auf die LEG Elgg machten wir mit Flyern, einem Zeitungsbericht und einem Auftritt an der lokalen Gewerbemesse aufmerksam. So konnten wir innerhalb kurzer Zeit über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die LEG gewinnen – eine Resonanz, mit der wir so nicht unbedingt gerechnet haben und die zeigt, dass ein echtes Bedürfnis nach lokalen Energielösungen besteht.  

Aus Sicht der Gemeinde kann man das Projekt fast als Selbstläufer bezeichnen. EKZ stellt uns alle Kommunikations- und Informationsmaterialien zur Verfügung, unterstützt uns bei der Vermarktung und beim Gewinnen von Teilnehmenden und übernimmt alle administrativen Aufgaben, die im Zusammenhang mit der LEG anfallen. 

Speditiv, unkompliziert und lebendig 

Besonders beeindruckt hat mich dabei auch das Tempo. In der Politik dauern Projekte bekannterweise gerne mal etwas länger. Bei der LEG war das anders: Wir haben den Entscheid gefällt und kurze Zeit später war das Projekt bereits auf dem Weg zur Umsetzung. Die Zusammenarbeit mit EKZ habe ich als sehr unkompliziert erlebt. Vieles, was wir mit Blick auf die Gründung und den Betrieb der LEG ursprünglich als aufwändig eingeschätzt hatten, war dank «Gemeinsamstrom» in der Praxis erstaunlich einfach. Für mich lässt sich die gesamte Erfahrung deshalb mit drei Worten zusammenfassen: speditiv, unkompliziert und lebendig. Als Gemeinde muss man hinter der Idee stehen. Den Rest übernimmt EKZ mit «Gemeinsamstrom». 

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