Ein überdimensionaler Hut für die Turbine

Ein überdimensionaler Hut für die Turbine

Mit den zwei Generatoren werden die letzten grossen Maschinenteile im Dietiker Hauptkraftwerk eingebaut. Dank Rotor und Stator wird aus Wasserkraft elektrische Energie.

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Der Stator ist, wie sein Name verrät, der unbewegliche, statische Teil des Generators. Sein Gegenpart ist der Rotor, der drehende Teil des Generators. Ihr Zusammenspiel verwandelt Bewegung – in diesem Fall Wasserkraft – in elektrische Energie. Im Hauptkraftwerk Dietikon von EKZ ist es nun so weit. Nach dem Einbau der Laufräder werden die neuen Generatoren installiert. Es ist ein windiger Junitag, als zuerst der 21-Tonnen-schwere Rotor mit den langgezogenen Magneten vorsichtig in die grosse Öffnung über dem Laufrad platziert wird. In einem zweiten Schritt kommt der 23-Tonnen-schwere Stator-Ring oben drauf. Er sieht aus wie ein riesiger dunkelroter Hut. Von aussen deutet nichts auf sein glänzendes Innenleben hin. Beim Einheben lässt sich aber ein Blick hineinwerfen. Wie auf ein Netz aufgereiht liegen dort die Kontakte mit den Spulen und den Eisenkernen. Drehen die grossen Magnete des Rotors daran vorbei, entsteht in diesen Spulen eine Spannung, die über Stromleitungen abgeführt werden kann. So produziert jede Turbine im Jahr 8,5 Gigawattstunden an elektrischer Energie – genug für über 2000 Haushalte.

«Den Stator über den Rotor zu heben ist nicht schwierig» 

Zuerst muss der Generator aber zusammengefügt, das heisst der Stator über den Rotor eingehoben werden. Weil der Abstand zwischen den beiden Maschinenteilen für die Stromproduktion sehr gering sein muss, ist hier Präzisionsarbeit gefragt. Die riesigen Magnete des Rotors werden dazu mit langen grünen Kartonstreifen versehen, die weit über die Magnete des Rotors hinausragen. 

Generator einbauen
Generator einbauen
Generator einbauen

«So verhindern wir, dass es bei Berührungen zwischen den beiden Teilen zu Beschädigungen kommt, und sehen schon früh, ob der Stator mittig über dem Rotor liegt», sagt Krasimir Nanovski. Der bulgarische Ingenieur arbeitet für die Firma Indar, die den Generator in Spanien gebaut hat. In Dietikon ist er für den Einbau des Generators verantwortlich. Den Stator über den Rotor zu heben sei nicht schwierig, sagt er. «Es braucht einfach Zeit, wir müssen sehr vorsichtig vorgehen und immer wieder messen und prüfen.» Das tun er und seine Helfer auch. Über zwei Stunden dauert es vom Anheben bis zum Anschrauben des Stators. Doch damit ist erst der erste Schritt getan. Bis der gesamte Generator verkabelt und alle Leitungen angeschlossen sind, dauert es noch Wochen. «Eine spannende Zeit», sagt Nanovski. 

Generator: Ein Generator wandelt mechanische Leistung in elektrische Leistung um. Die mechanische Leistung wird dem Generator in Form der Drehung einer mechanischen Welle zugeführt. Die Umwandlung beruht auf dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion. Das heisst, sobald sich der Magnet innerhalb des Stators dreht entsteht in den Spulen elektrische Spannung und damit elektrische Energie. Der Generator kann durch Wind, Wasser oder Dampf angetrieben werden. (Quelle: Wikipedia)

Stator: Als Stator bezeichnet man den feststehenden, unbeweglichen Teil eines Gerätes. Zum Beispiel in einem Elektromotor, Generator, Hydromotor oder einer Pumpe. Der Stator dient als Kern für die Induktionsspulen, ist aber häufig zugleich das Gehäuse.

Rotor: Ein Rotor ist der sich drehende (rotierende) Teil einer Maschine. Durch das vom Rotor mit einem Dauermagneten oder einem Elektromagneten erzeugte, umlaufende magnetische Gleichfeld wird in den Leitern oder Leiterwicklungen des Stators durch die Lorentzkraft elektrische Spannung induziert.