Smart Home und Sicherheit

Smart Home und Sicherheit

Digitalisierung vieler Lebensbereiche und Vernetzung von Smart Home-Geräten mit dem Internet machen angreifbar: Hacker und Schadsoftware können zur Bedrohung im Smart Home werden, digitale Assistenten zur Wanzenfalle. Was sind die Erfahrungen des Experten? Wie kann man sich schützen? Was sind die Risiken? Ein Gespräch mit Benjamin Schwendinger, Leiter Gebäudeautomation EKZ Eltop.

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Sind meine Daten sicher, wenn ich meine eigenen vier Wände smart mache?

Bei unseren Kunden ist mir glücklicherweise noch kein Fall von Datenmissbrauch bekannt. Sicherheit ist aber ein wichtiges Thema. Es tauchen diesbezüglich immer wieder Fragen bei unseren Kundinnen und Kunden auf, vor allem bei Produkten von Drittanbietern. Ob die Geräte Internet brauchen oder an eine Cloud angebunden werden, ist zum Beispiel eine dieser Fragen.

Apps, die wir täglich benutzen, sind potentiell risikoreicher als ein Smart Home. Wir erlauben relativ gedankenlos den Zugriff auf unsere Kontakte, auf die Kamera, auf das Mikrofon oder auf unsere Bilder. Dies aus dem einfachen Grund, dass wir uns mittlerweile daran gewöhnt haben. Ein Smart Home gehört vielleicht noch nicht zum Alltag eines jeden und deshalb stellen wir uns Fragen, die wir uns sonst nicht mehr stellen.

Was passiert mit den gesammelten Daten? Wo werden diese aufbewahrt und was wird mit ihnen gemacht?

Kundinnen und Kunden sind sensibel was ihre Daten angeht. Das ist einerseits verständlich, andererseits werden dann aber gerne auch die positiven Aspekte ausgeblendet. Wenn man den Komfort einer Sprachsteuerung möchte, braucht es Vertrauen, Vernunft und oft auch einen Kompromiss. Damit eine Steuerung funktioniert, sind Informationen nötig, Gespräche werden aufgezeichnet um die Produkte weiterzuentwickeln, sie zu verbessern, was wiederum den Anwenderinnen und Anwendern zu Gute kommt. Das Problem dabei ist oft, dass nicht offen kommuniziert bzw. gefragt wird. Wenn man die Kunden um Erlaubnis fragt, ihre Daten zu nutzen um daraus zu lernen, kommt dies anders rüber, als wenn man es einfach macht.

Dass der Hersteller oder Anbieter sorgsam mit meinen Daten umgeht, hoffe ich. Aber was ist mit Hackern?

Grosse Anbieter sind zwar eher gefährdeter für Angriffe, sie sind aber in der Regel auch die besseren Softwarehersteller. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es allerdings nie. Wichtig ist, dass der Hersteller aufgetauchte Sicherheitslücken so schnell wie möglich schliesst und dies über einen möglichst langen Zeitraum. Und ein Smart Home ist immer so sicher, wie das Passwort des Nutzers.

Was sind die Unterschiede in punkto Sicherheit beim Erreichen der Geräte via Heimnetzwerk und von unterwegs/ausserhalb?

Viele der heutigen Smart Home Systeme kommunizieren unverschlüsselt. Sind die Geräte jedoch nicht am Internet angeschlossen, muss man zwingend vor Ort sein, um an Informationen zu gelangen. Bei funkbasierten Systemen ist es in der Regel einfacher Informationen abzugreifen als bei kabelgebundenen Systemen. Sobald die Geräte über das Heimnetzwerk ans Internet angeschlossen sind, ist es theoretisch denkbar, dass sich jemand über eine Schwachstelle im System Zugang verschafft. Diese Schwachstelle könnte zum Beispiel die Cloud eines Anbieters sein, ein Smart Home-Gerät, oder aber auch der eigene Router.

Sind Updates für die Sicherheit (Software) auch über Jahre garantiert?

Als Anbieter muss man ein Gesamtpaket liefern können, dieses beinhaltet selbstverständlich auch sämtliche Sicherheitsaspekte. Mit dieser Gesamtlösung wird dann aber auch ein echter Mehrwert für die Kunden geschaffen. Dies wird dann beispielsweise mit einem Abo-Modell gelöst: Sicherheitsupdates über viele Jahre hinweg und Support inklusive.  

Benjamin Schwendinger ist Leiter Gebäudeautomation bei EKZ Eltop.
Apps, die wir täglich benutzen, sind potentiell risikoreicher als ein Smart Home.