Effiziente Geräte für Umwelt und Klima

Montreal Protokoll

Effiziente Geräte für Umwelt und Klima

Mit Unterstützung von EKZ setzt sich Topten seit Jahren für den Schutz und Erhalt der Ozonschicht ein. Der Grundstein für dieses Engagement wurde bereits 1987 im Montreal Protokoll gelegt. Eine Vereinbarung, die 197 Länder im erfolgreichen Kampf gegen ozonschichtabbauende Stoffe vereint und auch für den Klimaschutz beispielgebend sein kann.

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Im Montreal Protokoll von 1987 wurde eine bedeutende internationale Zielsetzung festgehalten: der Erhalt der Ozonschicht durch die weltweite Reduzierung und schlussendlich den vollständigen Verzicht auf Herstellung und Verbrauch von ozonschichtabbauenden Stoffen (FCKW). Seither konnten diese Stoffe um mehr als 98 Prozent gesenkt werden. Ein grosser Erfolg, der nur dank einer lösungsorientierten Zusammenarbeit der Länder erreicht werden konnte. Auch das Engagement von EKZ und Topten in der Schweiz für den Erwerb von effizienten Haushaltsgeräten haben dazu beigetragen. Das Problem mit dem vom Menschen verursachten Ozonloch ist heute weitgehend gelöst.  

Das Problem des vom Menschen verursachten Ozonlochs ist heute weitgehend gelöst.

Vorbild für Klimaschutz?

Dies stimmt zuversichtlich, dass auch punkto Klimaschutz eine gemeinsame Lösung realisiert werden kann. FCKW und andere halogenierte Stoffe sind, neben der schädlichen Wirkung für die Ozonschicht, auch sehr wirksame Treibhausgase. Sie belasten das Klima bis zu 14'000 Mal mehr als Kohlendioxid (CO2). Das Montreal Protokoll trägt also auch zum Klimaschutz bei. Seit dem Beschluss von Kigali im Oktober 2016 zur weltweiten Minderung des Verbrauchs klimaschädlicher Kohlenwasserstoffe (HFKW) wurde das Montrealer Protokoll zudem auf eine neue Stoffgruppe ausgeweitet.

Wir haben Hélène Rochat von Topten befragt, wie man aus der Schweiz heraus zum Klimaschutz beitragen kann:

Hélène Rochat von Topten bringt das unter anderem durch EKZ erarbeitete Schweizer Know-how an den globalen Meetings des Montral Protokolls ein
Montreal-Protokoll-Konferenz in Rom, November 2019

Frau Rochat, worauf liegt im Rahmen des Montreal Protokolls der Fokus punkto Bekämpfung der Klimaerwärmung?

Ein Erfolgsfaktor des Montreal Protokolls ist die Fokussierung auf wichtige überschaubare und lösbare Teilprobleme. Grundsatzdiskussionen werden vermieden, vielmehr wird an pragmatischen und umsetzbaren Lösungen gearbeitet. Konkret fokussiert das Montreal Protokoll auf Kühlung, Klimatisierung und Wärmepumpen. Diese Geräte sind besonders interessant, weil sie sowohl klimaschädliche Gase enthalten als auch viel Energie verbrauchen. Es gilt, zwei Probleme gleichzeitig zu lösen.

Wie stark ist die Belastung des Klimas durch solche Geräte?

Kühlsysteme verbrauchen mehr als einen Viertel des weltweit erzeugten Stroms. Zudem wird in ärmeren Ländern der Einsatz von Klimageräten und Kühlschränken stark steigen, da hier noch ein enormer Nachholbedarf besteht.

Erhöht die Klimaerwärmung nicht selber auch die Nachfrage nach Klimageräten?

Dies kommt verschärfend hinzu. Die Klimaerwärmung führt zu noch höherem Kühlbedarf. Viele Menschen in Entwicklungsländern kaufen daher zum ersten Mal einen Kühlschrank oder ein Klimagerät. Diese Geräte müssen effizient sein, da sie dann viele Jahre Strom verbrauchen werden.

Was kann man in der Schweiz tun?

Wir konnten mit Untersuchungsprojekten und Förderprogrammen zu z.B. Wärmepumpen und Kühlschränken in der Schweiz viel Know-how aufbauen und wertvolle Informationen zur bestverfügbaren Technik sammeln. Eine grosse Übersicht dieser Produkte findet man auf Topten.ch.

Müssten nicht auch Hersteller mehr in die Pflicht genommen werden?

Wir konnten bereits mit anhaltender Beratung, gezielter Kommunikation und Förderprogrammen für Kühlgeräte viele Akteure bei ihrem Engagement für Energieeffizienz unterstützen. Im Fokus waren vor allem grosse Hersteller sowie Unternehmen der Getränke- und Nahrungsmittelbranche, Grossverteiler sowie Restaurants und Hotels.

Diese Massnahmen beschränken sich auf die Schweiz. Können auch andere Länder von Ihrer Arbeit profitieren?

Wir haben viel Know-how aufgebaut und wissen, wie man dieses am besten in die Gesetzgebung implementieren kann, um energieeffiziente Produkte zu fördern. Die Lektionen, die man in der Schweiz gelernt hat, können nun in anderen Ländern genutzt und multipliziert werden.

Wie könnte dies im Fall eines Entwicklungslandes aussehen?

Entwicklungsländer brauchen griffige Energiegesetze, welche den Verkauf von stromfressenden klimaschädlichen Geräten verbieten. Viel zu oft exportieren die reichen Länder Billigst- und Occasionsgeräte nach Afrika. Diese Geräte sind nur auf den ersten Blick günstig – die Stromkosten und die Umweltschäden sind um ein Vielfaches teurer als die Kaufpreise. Die weltweit unzähligen Klimaanlagen von Wohnungen und Büros befeuern den Treibhauseffekt. Mit gutem Sonnenschutz, richtigem Lüftungsverhalten sowie effizientesten Klimageräten kann der Energieverbrauch massiv reduziert werden.

EKZ und Topten engagieren sich gemeinsam mit Beratung und Förderprogrammen für energieeffiziente gewerbliche Kühlmöbel.