Grüner Strom für farbenprächtige Blüten

Grüner Strom für farbenprächtige Blüten

1,3 Millionen Orchideen hat Hanspeter Meyer in den Treibhäusern seiner Gärtnerei. Der Orchideenspezialist setzt bei der Aufzucht auf nachhaltige Energie, die er auch dank EKZ zu einem marktfähigen Preis erhält.

Regelmässig spannende
Infos aus der Energiewelt?
Jetzt abonnieren

«Wir sind in dieser Grösse einzigartig in der Schweiz», sagt Hanspeter Meyer inmitten eines Meers aus weissen, gelben, orangen, rosaroten und violetten Blüten. Seine Gärtnerei im zürcherischen Wangen hat sich ganz auf die Königin der Blumen spezialisiert: die Orchidee.

1,3 Millionen Pflanzen von der kleinen Jungpflanze bis zur verkaufsfertigen Blütenpflanze wachsen auf 16‘000 Quadratmetern Treibhaus. Rund 80 Prozent davon sind sogenannte Phalaenopsis. 

Ein Blick in die Treibhäuser von Meyer Orchideen zeigt ...
Ein Blick in die Treibhäuser von Meyer Orchideen zeigt ...
Besonders die Phalaenopsis hat ein schier unbegrenztes Spektrum an Farben.
Besonders die Phalaenopsis hat ein schier unbegrenztes Spektrum an Farben.
Man findet sie in orange-rosa ...
Man findet sie in orange-rosa ...
... hellgelb-weinrot gesprenkelt ...
... hellgelb-weinrot gesprenkelt ...
... zartrosa geadert ...
... zartrosa geadert ...
... in verschiedenen Gelbtönen ...
... in verschiedenen Gelbtönen ...
... oder auch einfach nur in Weiss.
... oder auch einfach nur in Weiss.
Darum sind die Phalaenopsis mit ihren traubenartig angeordneten grossen Blüten auch so beliebt.
Darum sind die Phalaenopsis mit ihren traubenartig angeordneten grossen Blüten auch so beliebt.

Schier unbegrenztes Spektrum an Farben und Formen

Die Phalaenopsis-Orchidee mit den vielen traubenförmig angeordneten Blüten ist die beliebteste in der Familie der Orchideen. Tausende von verschiedenen Sorten gibt es von ihr und es werden immer wieder neue Kreationen auf den Markt gebracht.

Dies vor allem, weil das Spektrum an Form und Farbe der Blüten schier unbegrenzt ist. Doch laut Meyer gibt es noch einen weiteren wichtigen Grund: «Die Phalaenopsis ist auch die pflegeleichteste – bei ihr können wir sogar beeinflussen, wann sie blüht.» 

Meyer zieht in seinen Treibhäusern auch jene Orchideen-Gattung heran, die unter den Liebhabern als die wahre Schönheit gilt.
Meyer zieht in seinen Treibhäusern auch jene Orchideen-Gattung heran, die unter den Liebhabern als die wahre Schönheit gilt.
Der Frauenschuh, meist eine einblütige Pflanze, hat seinen eigenen Willen.
Der Frauenschuh, meist eine einblütige Pflanze, hat seinen eigenen Willen.
Im Gegensatz zur Phalaenopsis lässt er sich nicht zum Blühen bringen.
Im Gegensatz zur Phalaenopsis lässt er sich nicht zum Blühen bringen.
Bis diese Pflanze blüht, dauert es oft fünf bis sechs Jahre.
Deshalb ist hier Geduld gefragt.
Deshalb ist hier Geduld gefragt.

Zur Blütenbildung ins Kühlhaus

Das sei kein Hokuspokus sondern einfach eine Frage der Temperatur, so Meyer. Von der Anzucht bis zur erwachsenen Pflanze wird die Phalaenopsis im sogenannten Warmhaus aufgezogen. «In diesen Treibhäusern beträgt die Temperatur immer 26 bis 28 Grad», erklärt Meyer. Diese Wärme sei ideal, damit die Orchideen in rund zwei Jahren zu kräftigen Pflanzen heranwachsen.

«Für mich ist Nachhaltigkeit eine Herzensangelegenheit»

Um Blüten zu bilden, brauchen die Phalaenopsis aber einen Kälteimpuls. In der Gärtnerei Meyer erhalten sie diesen im sogenannten Kühlhaus bei 18 bis 21 Grad. «Stellen wir sie dort hinein, fangen sie nach zwei bis drei Wochen zuverlässig an, Blütentriebe zu bilden.»

1,3 Millionen Orchideen wachsen in den Treibhäusern von Meyer Orchideen heran.
1,3 Millionen Orchideen wachsen in den Treibhäusern von Meyer Orchideen heran.
Die Pflanzen kommen als kleine Sämlinge von internationalen Orchideenzuchten ins zürcherische Wangen.
Die Pflanzen kommen als kleine Sämlinge von internationalen Orchideenzuchten ins zürcherische Wangen.
Dort durchlaufen sie verschiedene Stadien ...
Dort durchlaufen sie verschiedene Stadien ...
... und werden immer grösser und kräftiger.
... und werden immer grösser und kräftiger.
Sobald sie blühen, kommen sie in den Verkauf.
Sobald sie blühen, kommen sie in den Verkauf.

Strom zu 100 Prozent aus Wasserkraft

Wegen der Warm- und Kühlhäuser, der Bewässerung und des für die Pflanzen wichtigen Lichts im Winter braucht die Aufzucht der Orchideen viel Wärme, Strom und Wasser. Nachhaltigkeit ist Meyer ein grosses Anliegen. Darum heizt er mit einer Holzschnitzelheizung und einer Grundwasserwärmepumpe, sammelt jeden Tropfen Regenwasser auf seinen Dächern in einem riesigen unterirdischen Tank, produziert eigenen Solarstrom und bezieht zu 100 Prozent Strom aus Wasserkraft.

«Ich habe oft als erster Orchideen mit neuen Farben und Formen»

«Für mich ist das eine Herzensangelegenheit, die Kunden interessiert das nicht so», erklärt Meyer. Darum ist er froh, dass er den grünen Strom bei EKZ zu einem sehr guten Preis erhält. «Schliesslich ist der Orchideenmarkt ein hartes Business und die Konkurrenz, vor allem aus Holland, ist gross.» 

Zusammenarbeit mit internationalen Orchideenzüchtern

Eines seiner Rezepte, um im Markt zu bestehen, ist mit speziellen Orchideen aufzufallen. «Ich arbeite direkt mit internationalen Orchideenzüchtern zusammen und habe so oft als erster Blumen mit neuen Farben und Formen.»

«Es macht eben auch Spass, ausgefallene und seltene Arten zu produzieren.»

Dies sind nicht nur Phalaenopsis. Meyer hat auch ein grosses Sortiment an anderen Arten von Orchideen. Dazu gehören insbesondere jene, die unter Orchideenliebhabern oft als die wahren Schönheiten gelten: die Frauenschuh-Orchideen.

Neuzüchtungen und Seltenheiten für Liebhaber

Die Aufzucht dieser meist einblumigen Orchideen braucht vor allem eins: Viel Geduld. Fünf bis sechs Jahre dauere es, bis aus einem Frauenschuh-Sämling eine blühende Pflanze werde. Und: «Beeinflussen kann man dies nicht, der Frauenschuh nimmt sich die Zeit, die er braucht.»

So langwierig wie die Pflege des Frauenschuhs, so ausgefallen ist das Sortiment von Meyer. «Bei uns finden Liebhaber Neuzüchtungen, Seltenheiten und auch Wildformen, die es sonst kaum so in der Schweiz zu kaufen gibt.» Dies tut Meyer weniger aus kommerziellen Gründen. «Es macht eben auch Spass, ausgefallene und seltene Arten zu produzieren.»