«Nutzen statt besitzen»

«Nutzen statt besitzen»

Für Bettina Ebert Stoll ist die kombinierte Mobilität bereits Realität. Sie nutzt als eine der ersten das SBB Green Class Abo: Dank der Kombination von GA, Elektroauto und anderen Mobilitätsangeboten ist die Architektin im Arbeitsalltag besonders flexibel.

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Bettina Ebert Stoll ist selbständige Architektin. Ihr Büro ist in Egg bei Zürich, nur wenige Gehminuten von ihrem Wohnort entfernt. Ihre Baustellen aber sind überall. «Ich bin autolastig unterwegs, bedingt durch meinen Job», sagt Ebert Stoll. Denn viele der Baustellen sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gut oder noch nicht erschlossen. «So ist das Auto für mich oft das schnellste Verkehrsmittel.» Für die Architektin, die auch als Energieberaterin unterwegs ist, ist aber klar, dass es nicht irgendein Auto sein kann: «Energieeffizienz ist mir sehr wichtig. Ich plane Minergie-Häuser und produziere selbst Solarstrom, deshalb muss es ein Elektroauto sein.» Längere Strecken legt sie mit dem Zug zurück und hat dafür ein Generalabonnement. So war Bettina Ebert Stoll bis vor zwei Jahren unterwegs. Dann stiess sie in einem Newsletter der SBB auf das SBB Green Class Abo: «Ich fand die Kombination aus Bahn, Elektroauto und Mobility super.» Und das Abo entsprach ihren Überzeugungen. «Nach der ersten Euphorie habe ich auch durchgerechnet, ob sich das Paket, das im Pilot- und Forschungsprojekt monatlich 980 gekostet hat, wirklich für mich lohnt.»

Von Tür zu Tür mit nur einem Abo

Das SBB Green Class Abo kombiniert Mobilitätsangebote von Schiene und Strasse zu einem monatlichen Fixpreis. Grob gesagt gehören dazu ein Generalabonnement, ein Elektroauto, ein Car- und Bikesharing-Abo sowie ein Parkplatz am Bahnhof (für Details siehe gelbe Box unten). «Einzelne Komponenten der SBB Green Class hatte ich ja schon. Deshalb habe ich die Kosten für die Einzelkomponenten mit dem monatlichen Fixpreis verglichen.» Dabei hat die Architektin gemerkt, dass das Abo auch preislich überzeugt, und sich dafür beworben. Von 2500 Bewerbern war Bettina Ebert Stoll eine von 140, die von den SBB eine Zusage erhalten haben, beim Pilotprojekt mitzumachen.

Mit Naturstrom fahren

Der Alltag von Bettina Ebert Stoll hat sich durch das SBB Green Class Abo nicht grundlegend verändert, da sie vorher schon mit GA und Elektroauto unterwegs war. Trotzdem schätzt sie das Abo: «Ich bin total flexibel damit und es ist einfach. Ich stelle das Elektroauto am Bahnhof ab, springe in den Zug und reise nach B. Vielleicht nehme ich dort noch ein Mobility-Auto, wenn mein Ziel etwas abgelegener ist.» Ein Angebot, das zu Ende gedacht ist, meint sie, um an irgendeinen Ort in der Schweiz zu gelangen. Im Vergleich zu vorher sind aber viele kleine Dinge rundherum einfacher geworden dank dem Abo: «Ich muss mich weder um Sommer- und Winterpneus, noch um den Unterhalt und die Versicherung des Elektroautos kümmern.» Damit Bettina Ebert Stoll das Elektroauto zu Hause laden kann, wurde in ihrer Garage eine Ladestation installiert. «Und die brauche ich auch, um schnell laden zu können und später wieder loszufahren.» Lädt sie ihren BMW i3, dann entweder mit Solarstrom vom eigenen Dach oder mit Naturstrom. Letzteres stellt die EKZ Naturstrom-Vignette sicher, die ebenfalls Teil des SBB Green Class Angebots ist. Die Vignette garantiert, dass die Strommenge, die der BMW i3 verbraucht, ökologisch hergestellt wird. «Naturstrom oder eben Solarstrom, das ist mir sehr wichtig», sagt Ebert Stoll, «denn genau das wirft man den Elektroautos ja immer vor, dass sie mit Dreckstrom fahren.»

«Natur- oder Solarstrom, das ist mir sehr wichtig, denn genau das wirft man den Elektroautos ja immer vor, dass sie mit Dreckstrom fahren.»
«Natur- oder Solarstrom, das ist mir sehr wichtig, denn genau das wirft man den Elektroautos ja immer vor, dass sie mit Dreckstrom fahren.»
«Ich bin autolastig unterwegs, bedingt durch meinen Job als Architektin.»
«Ich bin autolastig unterwegs, bedingt durch meinen Job als Architektin.»

Wie, wie viel und wohin

Nach dem ersten Jahr mit dem SBB Green Class Abo hat Bettina Ebert Stoll eine Auswertung ihres Mobilitätsverhaltens erhalten. Die Datenerhebung aller SBB Green Class Nutzer ist Teil des Pilotprojekts. Ausgewertet werden die Daten von der ETH im Auftrag der SBB. «Seit ich meine Auswertung für ein Jahr gesehen habe, achte ich noch bewusster darauf, mit welchem Verkehrsmittel ich wie viel wohin fahre.» Zudem sei es spannend zu sehen, wie viele Kilometer man mit welchem Verkehrsmittel zurücklege.
Bettina Ebert Stoll war nach dem ersten Jahr im Pilotversuch zufrieden und hat sich deshalb für ein weiteres Jahr entschieden, mit dem gleichen Auto. Und das, obwohl sich bei ihr etwas verändert hat in diesem Jahr. «Wir haben uns einen Hund zugetan und mussten dann schauen, wie der Hund in das Mobilitätskonzept passt. Aber es geht, mein Auto ist multifunktionell genug», meint Bettina Ebert Stoll schmunzelnd.

Autos mehr nutzen statt besitzen

In Zukunft werde sich diese kombinierte Mobilität noch weiterentwickeln, ist Ebert Stoll überzeugt: «Das Auto gehört zu den Gegenständen, die am schlechtesten genutzt werden. Es steht die meiste Zeit rum.» Gleichzeitig sind immer mehr Menschen unterwegs. Sie könnte sich deshalb gut vorstellen, dass Autos vermehrt auf Abruf genutzt werden. «So würden die Autos mehr genutzt werden. Und man würde die Autos teilen statt besitzen.» So wie es das Mobility-Angebot heute schon vorsieht. «Ich denke aber, dass hier – nicht heute und morgen – noch selbstfahrende Autos hinzukommen. Über eine App könnte man das nächstgelegene buchen. Dieses fährt einem ans Ziel, wo man es stehen lässt und wo es von der nächsten Person gebucht werden kann.» Das alles in Kombination mit einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz, betont sie.
Neben den technischen Umwälzungen und Entwicklungen der Automobilindustrie werden sich auch unsere Arbeitskonzepte anpassen, ist Ebert Stoll überzeugt: «In Zukunft werden mehr Leute von zu Hause aus arbeiten. Bereits heute ist das zwar dank der Digitalisierung möglich, aber noch nicht so weit verbreitet. Home Office wird sicher zunehmen.»

Das Abo kombiniert Mobilitätsservices von Schiene und Strasse. Dazu gehören ein Generalabonnement, ein BMW i3, ein Parkplatz am Bahnhof, ein Mobility-Abo, ein PubliBike-Jahresabo (ein öffentlicher Velo- und E-Bikeverleih), eine Autobahnvignette, eine EKZ Naturstrom-Vignette*, ein Guthaben zum Laden unterewegs, Versicherungen, der Unterhalt sowie Sommer- und Winterpneus. SBB Green Class gibt es aktuell in den zwei Ausführungen «Premium» und «Comfort».
sbb.ch/greenclass

*Die EKZ Naturstrom-Vignette ist eine Kooperation der EKZ und BMW für Elektroautos. Sie besteht seit 2013. Die Vignette garantiert, dass die Strommenge, die der BMW i3 verbraucht, ökologisch produziert wurde.
ekz.ch/vignette