«Für den Alltag reicht ein Ladezyklus»

«Für den Alltag reicht ein Ladezyklus»

Das Thema Umwelt bringt Bewegung in den Automarkt. Die Neuzulassungen deuten auf eine rasante Wende weg von Benzin und Diesel in Richtung E-Mobilität hin. Die Zürcher Wirtschaft sprach mit unseren zwei Experten; Hardy Schröder (EKZ) und Reto Wullschleger (EKZ Eltop), in diesem Bereich.

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Die Themen Nachhaltigkeit und Sparsamkeit bewegen diesen Sommer die Öffentlichkeit wie nie zuvor. Welche Rolle spielt die E-Mobilität bei EKZ?
Hardy Schröder (EKZ): Grundsätzlich ist EKZ ein öffentlich-rechtlichesUnternehmen und unterstützt die Energiestrategie des Bundes. Dort ist klar vorgesehen, dass Strom und CO2-Ausstoss gespart werden müssen –Dekarbonisierung ist somit auch für uns ein wichtiges Thema. Einerseits in Bezug auf die Fahrzeuge, anderseits im Gebäudebereich. Aber über 30 Prozent des CO 2-Ausstosses macht der Verkehr aus. Daher ist das Thema Elektromobilitä t bei EKZ sehr präsent.

Es ist kaum Zufall, dass gerade in den letzten Wochen, inmitten der Klimadebatte, einige Hersteller batteriebetriebene Autos angekündigt haben…
Schröder:
Dass viele Hersteller gerade jetzt ökologische Fahrzeuge auf den Markt bringen, ist natürlich auch gesteuert durch Maximalgrenzen beim CO2-Ausstoss für importierte Fahrzeuge. Wer diese als Importeur überschreitet, muss empfindliche Bussen zahlen. Denn grundsätzlich ist ein E-Fahrzeug rund dreimal effizienter als ein benzinbetriebenes, die fossilen Brennstoffe einberechnet. Was viele verunsichert, sind die unterschiedlichen Meinungen zur CO2-Bilanz dieser neuen Technologien. Zu geringe Reichweite, zu wenige Ladestationen, zu teuer – das sind Vorurteile über Elektroautos, die man hört.

Reto Wullschleger (EKZ Eltop): Mit dem Entscheid, ein Elektroauto zu fahren, beginnt ein anderer Denkprozess und eine Verhaltensänderung. Die Route wird im Voraus geplant: Länge, Dauer, mögliche Ladestationen unterwegs und am Ziel etc. Ich fahre selbst nicht weniger Kilometer mit meinem E-Auto als mit meinem früheren Fahrzeug. Übrigens, durchschnittlich werden rund 40 Kilometer im Alltaggefahren. Dafür reicht ein Ladezyklus längstens. Die meisten laden ihr Auto zu Hause oder bei der Arbeit.

Es gibt Schnellladeysteme und solche, die langsamer laden…
Wullschleger: Das ist noch eine Kinderkrankheit, denke ich, dass einige Fahrzeuge nicht optimale Ladesysteme haben. Mit meinem zweiten E-Auto hätte ich fünf Stundengebraucht, um es zu laden, beim Schnelllader aber geht es schnell. Beim Kauf muss man eben beurteilen, ob das Ladesystem zu den eigenen Gewohnheiten passt. Ohnehin ist das Auto eigentlich eher ein «Stehzeug» als ein Fahrzeug – wenn man diese Stehzeit mit Laden wieder nutzen kann, ist das gar nicht so einschränkend. Meine Kinder kennen Tankstellen nur als Getränke-Zwischenstopp. Man kann das Ladenverbinden mit Tätigkeiten wie Einkaufen oder dem Berufsalltag.

Das ganze Interview als Download:

Energieexperte Hardy Schröder im Gespräch mit einer Kundin. 

Reto Wullschleger, Leiter E-Mobilität bei EKZ Eltop.