Vom Lehrling zum bauleitenden Monteur

Vom Lehrling zum bauleitenden Monteur

Das Werkheim Uster bekommt ein neues Wohngebäude. Für die jungen EKZ Eltop-Installateure ist das ein ganz besonderes Projekt.

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Die Stimmung auf der Baustelle in Uster ist geschäftig, aber geordnet. Das Projekt befindet sich beim Baustellenbesuch im März in den letzten Zügen: Die Schreiner bauen die kleinen Kochnischen in jedem der Studios ein, die Böden in den Bädern - gut sichtbar abgesperrt - wurden eben gegossen und mittendrin: zwei junge Eltöpler, die die ersten Steckdosen, Lichtschalter und Abdeckungen anbringen. Stefan Egli ist 22-jährig und bauleitender Monteur auf der Baustelle. Oder anders gesagt: Kaum aus der Lehre, verantwortet er bei diesem 220'000-Franken-Auftrag für Eltop die gesamten Elektroinstallationen des vierstöckigen Gebäudes, in das Anfang Mai 13 Bewohnerinnen und Bewohner mit einer Behinderung eingezogen sind. «Die Grösse des Objekts ist nicht so aussergewöhnlich», gibt er routiniert Auskunft, «aber das Projekt ist dennoch nicht ganz ohne, hat es doch ein paar besondere Installationen aufzuweisen.»

Haustechnik für den Notfall

Damit meint der Eltop-Monteur einerseits die Patientenrufanlage: Die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses haben zwar eine kognitive Beeinträchtigung, bewältigen ihren Alltag aber weitgehend selbständig. Sollte es dennoch einmal zu einem Zwischenfall kommen, verfügt jedes Studio sowohl im Wohnraum als auch im Bad über einen Ruftaster. Mittels eines Systemkabels ist dieser über eine Busleitung beispielsweise mit der Nachtwache im Nebengebäude verbunden. Andererseits verfügt das Gebäude über eine professionelle Brandmeldeanlage. Im Brandfall schliessen sich bestimmte Türen, eine Notlichtanlage nimmt den Betrieb auf und die Feuerwehr kann sich am Fernsignaltableau beim Eingang sofort einen Überblick über die Situation verschaffen und Massnahmen ergreifen.

Das Werkheim Uster von Aussen
Das neue Wohngebäude gehört zum Werkheim Uster. (Foto: Anja Rubin)
Stefan Egli verantwortet mit 22 Jahren seine erste eigene Baustelle.
Stefan Egli verantwortet mit 22 Jahren seine erste eigene Baustelle. (Foto: Anja Rubin)
Montage der Notlichtzentrale
Gemeinsam mit dem Lehrling Timo Schmidt (rechts) installiert er nebst vielem weiteren eine Brandmeldeanlage mit Notbeleuchtung (im Bild) sowie eine Patientenrufanlage. (Foto: Anja Rubin)
Foto von Patric Wild
«Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn man solch jungen Installateuren die Verantwortung für ein ganzes Projekt übertragen kann», sagt Patric Wild, Filialleiter Uster und Schwerzenbach, EKZ Eltop.

«Das Projekt ist für mich natürlich schon eine Herausforderung», erzählt Egli. Beim Einlegen im Rohbau des Gebäudes waren jeweils bis zu fünf Eltop-Monteure vor Ort. Aber seit der Rohbauvollendung sind meistens nur Egli und Timo Schmidt, der Lernende im ersten Lehrjahr, vor Ort. Egli selbst hat seine Lehre in der Eltop-Filiale in Turbenthal absolviert und wechselte anschliessend in die Filiale Uster. Unterstützung beim neuen Wohngebäude des Werkheims Uster erhält er von seinem Filialleiter in Uster, Patric Wild, der ihn an die Bauherren- und Planersitzungen begleitet. «Es ist immer ein Glücksfall, wenn wir die eigenen Lernenden weiterbeschäftigen und an anspruchsvolle Aufgaben heranführen können», freut sich Wild. Und: «Stefan macht seine Aufgabe sehr gut.»

«Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn man solch jungen Installateuren die Verantwortung für ein ganzes Projekt übertragen kann.»

Und wo sieht Egli die Herausforderungen? «Man muss flexibel auf Unvorhergesehenes reagieren und darf nicht den Überblick verlieren.» An jenem Morgen brachte er gemeinsam mit Timo Steckdosen an. Idealerweise mache man das von Raum zu Raum, führt er aus. Immer einen Raum komplett fertigstellen, dann der nächste. Hier konnten sie aber in einem ersten Schritt nur die Steckdosen in den Holzwänden der Wohneinheit verkabeln, da die Betonwände noch nicht von der Betonkosmetikerin bearbeitet worden waren. Überhaupt die ganzen Sichtbeton- und Holzwände… Stefan Egli verdreht die Augen. «Man muss sehr aufpassen, schon beim Leitertragen. Und legt man ein Kästchen falsch ein, hat man wirklich ein Problem.»

So sieht das fertige Wohnhaus des Werkheims Uster von aussen aus.
So sieht das fertige Wohnhaus des Werkheims Uster von aussen aus. (Foto: Christian Merz)
Einblick in eines der Studios des Wohnhauses.
Einblick in eines der Studios des Wohnhauses. (Foto: Christian Merz)
Blick ins Innere: Treppenhaus.
Blick ins Innere: Treppenhaus. (Foto: Christian Merz)
Foto: Christian Merz

Unterdessen ist im jüngsten Wohnhaus des Werkheims Uster, wo rund 160 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 250 Mitarbeitende mit Beeinträchtigung individuell begleitet werden, Leben eingezogen. Im Sommer folgt noch ein grosses Eröffnungsfest. Für Stefan Egli, der derzeit auch noch eine Weiterbildung zum Elektroprojektleiter Installation und Sicherheit absolviert, geht es nahtlos weiter: «Ich habe bereits die Verantwortung für eine neue Baustelle in Fällanden übernommen: Sie umfasst einen Gebäudekomplex mit sieben Kindergärten, fünf Kindertagesstätten und einem separat angelegten Mehrzwecksaal.» Das ist wieder ein spannendes Objekt, welches aufgrund der Projektgrösse noch einige zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen wird: Die korrekte Beschaffung der Installationsmaterialien sowie eine seriöse Planung der Mitarbeiterteams sind für eine erfolgreiche Projektabwicklung hier unumgänglich.