Mehr Sensibilität für Stromverbrauch dank Smart Meter

Mehr Sensibilität für Stromverbrauch dank Smart Meter

Bis Ende 2027 sollen gemäss Bundesverordnung die intelligenten Strommesssysteme – Smart Meter – bei 80 Prozent aller Stromkunden an Stelle der alten mechanischen Zähler installiert werden. Der Smart Meter ermöglicht mehr Sensibilität beim eigenen Stromverbrauch.

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Familie Muster lebt mit ihren zwei Kindern im Teenageralter in einem Einfamilienhaus im EKZ-Versorgungsgebiet. Um sechs Uhr morgens klingelt der Wecker: duschen, Kaffeemaschine anstellen, Frühstücksei kochen und der Vater fährt per E-Auto zur Arbeit. All diese Tätigkeiten benötigen Strom. Wie viel im Einzeln wusste bisher niemand. Künftig kann Familie Muster auf Wunsch eine automatisierte Verbrauchsanalyse anfordern, die Auskunft darüber gibt, welche Gerätekategorien wieviel Strom benötigen. Die Analyse gibt auch Aufschluss darüber, ob ihr Stromverbrauch durchschnittlich, unter- oder überdurchschnittlich ist. Dank personalisierten Tipps kann die Familie Muster Anpassungen bei ihrem Energiebedarf vornehmen und den persönlichen Stromverbrauch optimieren. 

«Personalisierte digitale Energieberatung»

Möglich machen diese Aufschlüsselung ihr Smart Meter und intelligente Algorithmen. EKZ hat bis jetzt rund 150 000 Smart Meter in ihrem Versorgungsgebiet (Stand des Rollouts pro Gemeinde) eingebaut. Das sind 41 Prozent der installierten Zähler. 63 Prozent dieser Smart Meter übertragen bereits täglich Daten. «Auf Wunsch von Kunden können Energiedienstleister mit diesen Daten personalisierte digitale Energieberatungen anbieten», so Marina González Vayá, Leiterin Entwicklung Smart Solutions bei EKZ. Mit dem revidierten Energiegesetz und den Anpassungen in der Stromversorgungsverordnung, die beide auf Anfang 2018 in Kraft getreten sind, wurde die rechtliche Grundlage für die flächendeckende Einführung von Smart Metern bereits geschaffen. Bis Ende 2027 sollen die intelligenten Strommesssysteme bei 80 Prozent aller Stromkunden an Stelle der alten mechanischen Zähler installiert werden. Anschliessend werden nach und nach die restlichen 20 Prozent eingebaut, sobald das Ende ihrer Lebensdauer erreicht ist.
 

«Auf Wunsch von Kunden können Energiedienstleister mit diesen Daten personalisierte digitale Energieberatungen anbieten» 

Smart Meter – der intelligente Stromzähler

Der Smart Meter ist ein intelligenter Zähler, ein Stromzähler, der digital Daten erfasst und in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist. Der Stromverbrauch kann im Viertelstundentakt erfasst und einmal am Tag an EKZ übermittelt werden. Empfangen wird u.a. die Umschaltung von Hochtarif auf Niedertarif. «Als Verteilnetzbetreiber werden wir dank der Smart-Meter-Daten die Lastflüsse – den Austausch von elektrischer Energie über Leitungen und Transformatoren – im Netz besser einschätzen können. Insbesondere verändern sich aufgrund der Zunahme von Photovoltaikanlagen und Elektrofahrzeugen die Lastflüsse im Netz», erklärt Marina González Vayá. Diese Veränderungen können das Netz an seine Grenzen bringen und dazu führen, dass das Stromnetz ausgebaut wird. Dank dem Smart Meter kann der Netzausbau verzögert oder gar verhindert werden.

Smart-Meter-Daten werden zur besseren Überwachung des Netzes führen und dadurch zur effizienteren Netzplanung und zum optimaleren Netzbetrieb beitragen, was Einfluss auf die Netzkosten hat und deshalb den Kunden einen Nutzen bringt. Smart Meter sind ein zentraler Bestandteil von Smart Grids und unterstützen die Vision der Energiestrategie 2050 des Bundes, erneuerbare Energien ohne hohe Netzausbaukosten in das Stromsystem zu integrieren.

Zurück zur Familie Muster. Aufgrund der Auseinandersetzung mit dem eigenen Stromverbrauch hat die Familie festgestellt, dass ihr alter Boiler ein wahrer Stromfresser ist. Im Haushaltsbudget wird ein neuer Wärmepumpenboiler deshalb als nächste Investition aufgeführt, da dieser umgehend die Kosten der Stromrechnung senken wird.