Auf was beim Kauf eines E-Bikes zu achten ist

E-Bike

Auf was beim Kauf eines E-Bikes zu achten ist

Vor über 30 Jahren nahm Christian Bättig ein amerikanisches Mountainbike von seiner Reise in den USA mit zurück in die Schweiz. Schnell erkannte er die Marktlücke und fing an, Mountainbikes von dieser amerikanischen Marke für Sporthändler zu importieren. Heute gehört Chris Sports AG zu den grössten Generalimporteuren der Schweiz und beliefert ausschliesslich Velo- und Sporthändler. Christian Bättig bestätigt die wachsende Tendenz für E-Velos aller Art und erklärt, auf was Sie beim Kauf eines E-Bikes bei einem Fachhändler Ihrer Wahl achten sollen.

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Herr Bättig, wann soll man sich für ein E-Bike entscheiden?

Eigentlich kann man sich immer und jederzeit für ein E-Bike entscheiden. Das bekannte Lächeln (the big smile) beim ersten Fahreindruck ist bei Neueinsteigern wie auch bei Wiedereinsteigern eindeutig und wiederholt sich immer wieder. Die Verkaufszahlen zeigen auch deutlich eine Tendenz in Richtung E-Velos. 2019 wurden über 80'000 E-City-Velos verkauft. Das sind 16,4 % mehr als im Jahr davor. Den grössten Zuwachs erlebten jedoch E-Mountainbikes im vergangenen Jahr. Besonders solche mit grossen Rädern, also 29 Zoll. Diese legten gar um über 30 % zu.
Ein Grund dafür ist sicher der Spassfaktor. Denn Spass macht es wirklich. Velofahren ist dank der Steighilfe einfacher, bequemer und effizienter geworden. Auch für Partner/innen von geübten Velofahrern ist die gemeinsame Ausfahrt eine neue tolle Erfahrung.

Was gilt es zu beachten bei der Wahl eines E-Bikes?

Vieles ist genau gleich wie bei normalen Fahrrädern. Die Grösse und das gewählte Produkt müssen gut zu den Fahreigenschaften und den Strecken des Kunden passen. Dann gibt es, wie bei jedem Boom, Mogelpackungen, die über spannende Preise angeboten werden. Dies gilt es zu vermeiden. Ich empfehle Ihnen deshalb, sich an die bekannten Fachgeschäfte zu wenden. Denn dort erhalten Sie kompetente Beratung. Zudem verwenden diese auch Produkte und Antriebe, welche Garantie und Service bzw. Schulungen bieten, denn die Kategorie E-Velo ist noch jung.

«Ich warne Sie - einmal auf einem E-Bike und Sie wollen nichts anderes mehr!»

Welche Rolle spielt die Grösse des Rahmens?

Die Grösse des Rahmens ist zentral und wichtig für die Sicherheit und den Fahrspass. Die meisten Marken arbeiten mit 3 – 4 Rahmengrössen. Lassen Sie sich betreffend Rahmengrösse von Fachleuten beraten und fragen Sie nach Testbikes. Diese gibt es eigentlich in jedem Veloladen. Aber ich warne Sie – einmal auf einem E-Bike und Sie wollen nichts anderes mehr! 

Christian Bättig auf dem E-Mountainbike
Christian Bättig empfiehlt E-Bikes vor dem Kauf zu testen.

25 km/h oder 45 km/h – für was soll ich mich entscheiden? Und warum?

Dies ist eine einfache Frage – 45 km/h macht im Pendler-Bereich Sinn. Das heisst für längere Strecken auf Strassen und für den Weg zur Arbeit. Es ist die perfekte Alternative zum Auto.
25 km/h ist für alle anderen Kategorien geeignet und geht von Steighilfe bis zum Sportgerät im Gelände, von Rennrad mit Unterstützung bis zum Spassbike mit 160 mm Federweg. Dementsprechend ist der Nutzen zentral und muss genau überlegt sein. Kommunizieren Sie diesen klar dem Händler, damit Sie mit dem richtigen E-Velo aus dem Laden fahren.

Wie lange ist die Reichweite eines Akkus? Und brauche ich einen zweiten?

Auch dies ist individuell und muss genau angeschaut werden. Eine leichte Frau hat aber mehr Reichweite mit dem Akku als ein Mann mit Übergewicht. Momentan wird bei der Leistung etwas übertrieben, ähnlich wie bei den PS beim Auto. Für das Gros der Spassbiker reicht ein 500-Watt-Akku für die wöchentliche Mittwochabend Tour oder die Fahrt zur Arbeit. Bei einer Alpenüberquerung in Form einer Mehrtages-Tour ist für eine Person mit etwa 90 Kilogramm eine hohe Batterieleistung zentral. Dies bedingt zudem ein vernünftiges Einteilen und eine sorgfältige Fahrweise. Geführte E-Bike-Touren haben immer mehrere Akkus dabei und wechseln diese bei Mittagessen aus. Dies kann ich je nach Fahrtyp für Sportler empfehlen.

«45 km/h macht im Pendler-Bereich Sinn.»

Wo und wie kann ich Akkus wieder aufladen? Gibt es da unterschiedliche Systeme?

Es gibt verschiedene gängige Systeme, bei denen aber der Ladevorgang überall gleich funktioniert: Über die Steckdose. Die Ladekabel/Boxen unterscheiden sich jedoch und sind teilweise schwer. Da lohnt es sich auf längeren Touren die Infrastruktur auf den Hütten zu prüfen. Es gibt auch Rucksack-Systeme mit einem Fach für einen zweiten Akku, so dass dieser bequem mitgetragen werden kann.