Ins rechte Licht gerückt

Ins rechte Licht gerückt

Richtig eingesetzte LED machen weniger müde als klassische Glühlampen, sind gut fürs Wohlbefinden und erst noch energieeffizient. Obwohl die LED-Technologie viele Vorteile mit sich bringt, halten sich die Vorurteile hartnäckig. Wir räumen auf.

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Vorurteil Nr. 1: «LED erzeugen kaltes Licht»

LED können kaltes Licht erzeugen, genauso gut wie sie warmes Licht erzeugen können. Denn LED können in jeder Lichtfarbe hergestellt werden. Die Lichtfarbe – auch Farbtemperatur genannt – wird in Kelvin (K) gemessen. Je nach Anwendung empfiehlt sich eine andere Farbtemperatur: Warmweisses Licht mit 2500 K bis 3000 K ist gemütlich im Wohnbereich. Neutralweiss mit 4000 K eignet sich fürs Bad sowie fürs Büro. Für Arbeitsplätze mit hohen Ansprüchen, zum Beispiel in der Feinmechanik, wo es um kleinste Details geht, empfiehlt sich tageslichtweiss mit 6500 K.

Von warm bis kalt: Verschiedene Lichtfarben mit der Angabe in Kelvin.
Von warm bis kalt: Verschiedene Lichtfarben mit der Angabe in Kelvin.

Vorurteil Nr. 2: «LED enthalten Blaulicht, das für die Gesundheit schädlich ist»

Das Bundesamt für Gesundheit schreibt in seinem Faktenblatt zu LED-Leuchtmittel folgendes: «Der blaue Lichtanteil von LED gefährdet gemäss aktuellem Wissensstand die Gesundheit der Augen nicht. Dies gilt auch für Kinder und Personen mit sehr klaren oder fehlenden Augenlinsen.» Im Faktenblatt wird aber davon abgeraten, LED in kleinem Abstand zum Auge (weniger als 20 cm) zu verwenden.

Vorurteil Nr. 3: «LED erzeugen künstliches Licht und machen müde»

Im Gegenteil: Eine LED-Beleuchtung kann ein Licht erzeugen, das dem Tageslicht sehr ähnlich ist. Zudem lassen LED die Farben natürlich wirken. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Beleuchtung hat eine LED-Beleuchtung deshalb den Vorteil, dass weniger Kontrastbilder entstehen, die das Auge ermüden.

Vorurteil Nr. 4: «In LED steckt viel mehr graue Energie* als in einer Glühbirne»

Der Energieverbrauch ist für alle Lampenarten während der Verwendung am höchsten. LED-Leuchtmittel brauchen zwar mehr Herstellungsenergie als traditionelle Glühbirnen oder Halogenlampen: Bei einer LED-Lampe beträgt sie 5 Kilowattstunden, bei einer Glühlampe sind es nur 0,9 Kilowattstunden. Ihre Energiebilanz ist aber trotzdem besser wegen der höheren Energieeffizienz und der längeren Lebensdauer – eine LED hält nämlich 20-30 Mal länger als eine Glühlampe und benötigt ca. 4 Mal weniger Energie.

*Graue Energie: Energie, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes aufgewendet wird

Vorurteil Nr. 5: «LED sind teuer»

Betrachtet man nur den Preis des Produkts, z. B. eines LED-Leuchtmittels im Vergleich zu einer Halogenlampe, dann ist das LED-Leuchtmittel teurer. Doch da LED weniger Strom verbrauchen und eine längere Lebensdauer haben, sind die Gesamtkosten einer LED deutlich tiefer. Ein Rechenbeispiel von topten.ch zeigt: Während die Gesamtkosten für 10 Jahre bei einer Halogenlampe 104 Franken betragen, sind es bei einer LED nur gerade 19.50 Franken.

Definition

LED steht für «Licht emittierende Diode» und ist ein Bauteil aus der Elektronik. Das Funktionsprinzip ähnelt demjenigen einer Solarzelle, der Prozess läuft aber in umgekehrter Richtung ab. Während bei einer Solarzelle das Sonnenlicht, das auf einen Silizium-Halbleiter auftrifft, in Strom umgewandelt wird, erzeugen LEDs oder Leuchtdioden Licht durch Stromzufuhr auf einem Halbleiter.

LED ist nicht gleich LED

Die Palette an LED-Produkten ist gross. Unterstützung bietet das Portal Topten.ch. Es listet LED-Lampen, LED-Spots, LED-Röhren und LED-Halogenstäbe auf, die neben der guten Energieeffizienz auch durch Langlebigkeit überzeugen.