SOLARANLAGE: 10 TIPPS, DAMIT ES KLAPPT

SOLARANLAGE: 10 TIPPS, DAMIT ES KLAPPT

Solarstrom selber zu produzieren und zu verbrauchen, klingt verlockend. Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten müssen, damit es mit der Solaranlage auf Ihrem Dach klappt.

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1. Wie steht es um Ihr Dach?

Ihre Solaranlage braucht ein solides Fundament, das sie für die nächsten 30 Jahre und mehr tragen kann. Um dem Gewicht der Solarmodule standzuhalten, sollte Ihr Dach in einem guten Zustand sein. Renovierungen werden aufwendig, sobald die Anlage montiert ist.

2. Ist Ihr Dach schräg oder flach?

Es gibt Solaranlagen für alle Arten von Dächern – aber nicht jede Anlage passt auf jedes Dach:
 

  • Bei einem Schrägdach wird die Anlage meist mittels Unterkonstruktion aufgesetzt. Man spricht von einer «Aufdachlösung». Vor allem für bereits gebaute Häuser ist dies das kostengünstigste Vorgehen, denn die Dacheindeckung bleibt erhalten. Zudem werden die Module durch den Wind gut gekühlt, sodass eine optimale Leistung erreicht werden kann. Bei Neubauten oder bei einer Dachsanierung können Solarmodule als integrierte Bauteile ins Dach eingesetzt werden. Sie ersetzen in diesem Fall die Dacheindeckung wie zum Beispiel Ziegel. Man spricht in diesem Fall von einer integrierten oder einer Indach-Solaranlage. Indachanlagen sind aufwendiger und teurer als Aufdachlösungen. Manche Gemeinden aber erlauben in ihren Kernzonen nur Indachanlagen.

  • Für eine Flachdachanlage – ebenfalls eine «Aufdachlösung» – braucht es eine genügend grosse Fläche, damit sich die Anlage lohnt. Die benötigte Fläche wiederum ist abhängig von der Modulleistung.

3. Wie ist Ihr Dach ausgerichtet?

Ideal für eine Solaranlage ist, wenn das Dach nach Süden ausgerichtet ist, weil dann über den Tag am meisten Energie gewonnen werden kann. Ob sich Ihr Dach aufgrund von Exposition und Fläche für eine Solaranlage eignet, können Sie mit einem Solarrechner feststellen:

einfachsolar.ch

sonnendach.ch

Solaranlage - 10 Tipps, damit es klappt

Das stärkste Kraftwerk, das wir haben: die Sonne - Bild: Chris Barbalis

4. Wie viel Solarstrom wird Ihre Anlage dereinst produzieren?

Ihr Ertrag hängt von vielen Faktoren ab: installierte Leistung, Ausrichtung des Modulfelds, geografische Lage und einiges mehr. Lassen Sie eine Prognose erstellen, wie viel Strom Ihre Anlage produzieren wird, und lassen Sie die Amortisationsdauer Ihrer Anlage berechnen. Erste Hinweise dazu liefert Ihnen ein Solarrechner (siehe Frage 3). Eine genauere Prognose kann Ihnen ein Solarenergieberater nach einem Besuch vor Ort abgeben.

5. Schmälert die grosse Tanne in Nachbars Garten Ihren Ertrag?

Verschattungen durch einen Kamin, Bäume, ein Dachfenster oder eine Lukarne müssen den Ertrag nicht schmälern. In solchen Fällen kann ein sogenannter Optimizer installiert werden, der dafür sorgt, dass immer das Optimum aus dem Solarpanel geholt werden kann.

6. Wie können Sie möglichst viel Ihres Solarstroms selber verbrauchen?

Indem Sie stromintensive Geräte wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder Backofen
dann laufen lassen, wenn Ihre Anlage viel Strom produziert. Bei den Solaranlagen von EKZ übernimmt eine intelligente Steuerung die Ansteuerung von grossen Verbrauchern wie etwa Boilern oder Wärmepumpen. Via Kundenportal myEKZ können Sie Produktion und Verbrauch mit- oder nachverfolgen.

7. Wie können Sie Ihren Eigenverbrauch zusätzlich erhöhen?

Indem Sie den überschüssigen Strom in einer Heimbatterie speichern und dann verwenden, wenn Ihre Anlage keinen Strom produziert. Die Kosten für eine Heimbatterie hängen von der Grösse des Batteriespeichers ab. Grundsätzlich sind die Preise für Batterien in der letzten Zeit stetig gesunken.

8. Weiss Ihre Wohngemeinde, dass Sie eine Solaranlage planen?

Jede Solaranlage muss der Gemeinde gemeldet werden. In Wohnzonen reicht ein ausgefülltes Meldeformular mit den Angaben zu Ihrer Anlage und einem Dachbelegungsplan. In Kern- und Schutzzonen muss ein Baugesuch eingereicht werden. Je nach Gemeinde ist ein Baugesuch auch für eine Anlage auf einem Flachdach nötig.

9. Wie viel kostet eine Solaranlage? 

Die Kosten für eine Solaranlage hängen im Grundsatz von der Grösse der Anlage, der installierten Leistung und den verwendeten Komponenten ab. Eine durchschnittliche Solaranlage für ein Einfamilienhaus hat eine Grösse von circa 6,5 Kilowattpeak. Für diese Leistung braucht es ungefähr 35 Quadratmeter Dachfläche – so viel wie drei Autoparkplätze. Eine solche Anlage kostet ungefähr 23 000 Franken (Bruttoinvestition).

10. Wie kommen Sie zu Fördergeldern?

In fast jeder Schweizer Gemeinde gibt es Fördergelder für eine Solaranlage. Wie es in Ihrer Gemeinde aussieht, können Sie auf energiefranken.ch herausfinden. Falls Sie keine Angabe finden, kontaktieren Sie Ihre Gemeinde direkt. Viele Gemeinden kommunizieren das Förderprogramm nicht aktiv.