Der grosse Vorteil der Stirnlampe: Ich habe beide Hände frei. Doch wie lange kann ich mich darauf verlassen? Energieberater André Montani hat für uns getestet. Zudem verlosen wir 40 LED-Stirnlampen.

Ob zum Campieren, Joggen oder auf dem nächtlichen Spaziergang mit dem Hund: Stirnlampen sind vielseitig einsetzbar. «Wie lange sie leuchten, hängt unter anderem davon ab, wie und wo wir sie brauchen», sagt EKZ-Energieberater André Montani. Er hat sich die Petzl-Stirnlampe «Tikkina», die wir verlosen (siehe unten), genauer angeschaut.

1. Batterie oder Akku?

«Es gibt drei Varianten, die Stirnlampe zu betreiben», sagt André Montani. «Mit der Stirnlampe mitgeliefert werden Alkali-Batterien mit AAA-Zellen, die nicht aufladbar sind. Man kann aber auch einen Nickel-Metallhydrid-Akku verwenden – umgangssprachlich als aufladbare Batterien bezeichnet – oder einen Spezialakku.» Getestet hat Montani die Brenndauer der Stirnlampe mit den aufladbaren Batterien und dem Spezialakku von Hersteller Petzl. «Alkali- oder Wegwerf-Batterien verhalten sich in etwa gleich wie die aufladbaren, was die Brenndauer anbelangt. Der Spezialakku hingegen hat ungefähr die doppelte Kapazität und hält darum auch doppelt so lange», erklärt der Energieberater.

«Ein Akku eignet sich gut, wenn ich die Stirnlampe oft brauche, z. B. für den Hundespaziergang im Winter am Morgen und Abend.»  

Ob sich Batterie, Akku oder Spezialakku besser eigne, hänge davon ab, wie regelmässig man die Stirnlampe brauche. «Wer sie selten braucht, setzt am besten auf Batterien, denn diese haben eine kleinere Selbstentladung als ein Akku. Ein Akku hingegen eignet sich gut, wenn ich die Stirnlampe oft brauche, z. B. für den Hundespaziergang im Winter am Morgen und Abend. Und wenn ich die Möglichkeit habe, ihn wieder zu laden.» Und was rät der Energieberater: Spezialakku oder Nickel-Metallhydrid-Akku? «Der Spezialakku hat wie gesagt mehr Kapazität als ein Nickel-Metallhydrid-Akku. Er kann aber in unserem Fall nur für die Stirnlampe gebraucht werden, wohingegen ein Nickel-Metallhydrid-Akku, also die aufladbaren Batterien, auch in anderen Geräten eingesetzt werden können.»

Stirnlampe Tikkina von Petzl, die wir getestet haben und die wir verlosen (siehe ganz unten)
Stirnlampe Tikkina von Petzl, die wir getestet haben und die wir verlosen (siehe ganz unten)

2. Leuchtmodus

Die meisten Stirnlampen haben heutzutage verschiedene Leuchtmodi, je nach Anwendung, z. B. für den Nahbereich, die Fortbewegung oder die Fernsicht. «Je weiter das Licht reichen soll, umso mehr Leistung braucht es», so Montani. «Bei meinem Versuch hat die Stirnlampe Tikkina bei mittlerer Leuchtkraft (100 Lumen, Herstellerangabe) 50% länger gehalten als bei maximaler Leuchtkraft (150 Lumen, Herstellerangabe) – und das sowohl mit Akku als auch mit Spezialakku.»

«Im Winter die Batterien, den Akku oder gleich die ganze Stirnlampe warm halten, also nahe am Körper tragen, und die Stirnlampe erst dann montieren, wenn sie gebraucht wird.»

Gewisse Stirnlampen haben zudem einen Blink-Modus. «Wenn die LED eine halbe Sekunde leuchtet und dann eine halbe Sekunde nicht, braucht das nur etwa 50% des Stroms im Vergleich zu einer LED, die immer leuchtet», erklärt Montani. Das Einschalten brauche praktisch keine Mehrenergie. «Deshalb lohnt es sich, die Stirnlampe abzuschalten, wenn sie gerade nicht gebraucht wird, auch nur für ein paar Sekunden.»

3. Umgebungstemperatur

Einen Einfluss habe auch die Umgebungstemperatur, also ob die Stirnlampe im Winter draussen oder irgendwo drinnen gebraucht wird. «Ich habe die Stirnlampe sowohl bei Raumtemperatur als auch draussen vor dem Fenster getestet. Bei fünf Grad Celsius draussen brennt die Stirnlampe bei maximaler Leuchtkraft (150 Lumen) zwei Stunden. Das ist rund ein Achtel weniger lang wie drinnen bei einer Raumtemperatur von 22° Grad Celsius.»

«Im Blinkmodus braucht die Lampe nur etwa 50% des Stroms»

Der Grund dafür sei, dass bei tiefen Temperaturen die Effizienz der Umwandlung von Chemie zu Elektrizität sinke. «Je tiefer die Temperatur, desto weniger lang brennt die Stirnlampe.» André Montanis Tipp – unabhängig davon, wie die Stirnlampe betrieben wird: «Im Winter die Batterien, den Akku oder gleich die ganze Stirnlampe warm halten, also nahe am Körper tragen, und die Stirnlampe erst dann montieren, wenn sie gebraucht wird.»  

Ergebnisse im Detail 

Versuch bei maximaler Leuchtkraft (150 Lumen), (Leuchtdauer in min)
Versuch bei maximaler Leuchtkraft (150 Lumen), Leuchtdauer in min
Versuch bei maximaler Leuchtkraft (150 Lumen), (Leuchtdauer in min)
Versuch bei maximaler Leuchtkraft (150 Lumen), Leuchtdauer in min
Vergleich der Leuchtkraft 100 vs. 150 Lumen, Nickel-Metallhydrid
Versuch bei Raumtemperatur 22-23° C, Leuchtdauer in min

*Einbruch der Leuchtkraft

Nach dem Einschalten fällt die Leuchtkraft relativ rasch ab und bleibt dann für eine längere Zeit relativ konstant. Gegen Ende fällt die Leuchtkraft dann kontinuierlich ab. Als Einbruch der Leuchtkraft wurde hier willkürlich der Zeitpunkt gewählt, an dem die Leuchtkraft noch 90% des konstanten Wertes beträgt.

**Ende Leuchtkraft bei Lithium-Ionen-Akku (Li-ion-Akku)

Der Li-ion-Akku hat eine integrierte Schutzelektronik. Diese unterbricht den Stromkreis, um den Akku vor einer schädlichen Tiefentladung zu schützen. D.h. das Ende der Leuchtdauer ist eindeutig definiert (Licht geht aus).

***Ende Leuchtkraft bei Nickel-Metallhydrid-Akku (NiMH)

Der NiMH hat keine Schutzelektronik. Bei der in der Tabelle angegebenen Zeit hat die Lampe tatsächlich noch geleuchtet, wenn auch schwach. Um ein Ende zu bestimmen, diente die Leuchtkraft der Stirnlampe beim Betrieb mit dem Spezialakku zum Zeitpunkt der Schutzabschaltung als Referenz. Das Ende beim NiMH-Betrieb wurde definiert als Zeitpunkt, an dem die Leuchtkraft diesen Referenzwert erreicht hat.