Fahrzeugflotten werden elektrisch

Ladelösungen E-Mobilität

Fahrzeugflotten werden elektrisch

In den kommenden zwei Jahren bringen Fahrzeughersteller zahlreiche neue E-Modelle auf den Markt. Damit hält Elektromobilität vermehrt auch Einzug bei Fahrzeugflotten. Wer sich heute für ein E-Auto entscheidet, sollte eine Ladeinfrastruktur installieren, die auch für künftige Erweiterungen der E-Flotte geeignet ist.

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Die Zukunft der Mobilität entwickelt sich immer mehr in Richtung Elektromobilität. Allein zwischen 2019 und 2021 sollen beinahe 60 neue voll elektrische Fahrzeugmodelle auf den Markt kommen. Gemäss TCS-Barometer vom vergangenen Jahr gibt zudem jeder Zweite an, in den kommenden zwei bis drei Jahren ein Elektrofahrzeug zu kaufen. Ein Boom, der sich auch in den Verkaufszahlen von E-Autos vom vergangenen Jahr zeigt: Rund 1200 reine E-Fahrzeuge wurden 2019 in der Schweiz zugelassen. Der grösste Teil davon übrigens Tesla. Fahrzeughersteller rüsten aber auch im Segment für Nutzfahrzeuge auf. Beispielsweise mit dem eTGE von MAN oder dem Renault Kangoo Z.E. sind Vans respektive Minivans auf dem Markt, die künftig eine echte Alternative zu ihren Diesel-Konkurrenten werden können.

Tiefe Wartungskosten

In den vergangenen Jahren wurde viel Geld in die Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen investiert. So weisen die neuen Modelle im mittleren Preissegment bereits eine Reichweite von 300 bis 400 Kilometer mit einer Ladung aus. Für Mittel- und Kurzstrecken zeichnet sich das Elektrofahrzeug so immer mehr als optimale und umweltfreundliche Lösung ab. Es gibt aber auch Kostengründe, die für ein Elektroauto sprechen: Viele Teile eines herkömmlichen Verbrennungsmotors sind aufgrund des alternativen Antriebs beim Elektroauto nicht notwendig. Kostspielige Services mit Ölwechsel, Ersatz von Zündkerzen oder Austausch von Luftfiltern entfallen. Wartungskosten werden somit schon durch die weniger verbauten Komponenten deutlich gesenkt und Garagenbesuche deshalb viel seltener nötig.

«Wenn Sie heute eine einzelne Ladestation installieren, sollten Sie gleichzeitig auch an potenziell weitere E-Autos denken.»

Passende Ladelösung finden

Ist die Auswahl auf ein geeignetes E-Fahrzeug gefallen, geht es um die passende Ladestation oder Ladelösung. Wie Daniela Sauter-Kohler, Leiterin Projekte Smart Solutions und verantwortlich für Elektromobilität bei EKZ, den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich, erklärt, sollte man dabei zukunftsorientiert entscheiden: «Elektromobilität entwickelt sich weiter. Wenn Sie heute eine einzelne Ladestation installieren, sollten Sie gleichzeitig auch an potenziell weitere E-Autos denken.» Sie und ihr Team begleiten Kunden zur Elektromobilität mit Fokus auf Ladelösungen. Und dies von der Planung über die Konzeption bis hin zu Installation und Abrechnung. Dabei analysieren sie das bestehende Energielastprofil, erstellen ein Mobilitätsprofil sowie eine Kostenindikation für die Ladeinfrastruktur: «Reicht der Netzanschluss für das gleichzeitige Laden von mehreren E-Autos nicht, können hohe Kosten für einen Netzausbau vermieden werden, indem man ein intelligentes Lademanagement installiert», sagt Daniela Sauter-Kohler.

Dieses lädt die eingesteckten Elektrofahrzeuge unter Berücksichtigung der dynamischen Gebäudelast und der Ladeanforderung des Kunden. Zusätzlich umfasst es einen Zugangsschutz zur Ladestation mit personalisiertem Zugangsmedium sowie einen garantierten jahrelangen Support.

Blick in die Zukunft

EKZ bietet ein Komplettpaket für Ladelösungen an: «Wir wollen dem Kunden ein System anbieten, das entsprechend seinen Bedürfnissen mitwachsen kann», erzählt die Expertin für Ladeinfrastruktur. Sie betont, dass ihr eine Herstellerneutralität bei den Ladestationen wichtig sei, da es aktuell viele neue Anbieter auf dem Markt gibt. Die Herstellerunabhängigkeit helfe, dass der Kunde auch in Zukunft stets zusätzliche Ladestationen installieren kann, ohne gezwungenermassen Bestandsgeräte austauschen zu müssen. «Auch wer momentan nur eine Ladestation installiert, sollte darauf achten, dass diese über ein Standardkommunikationsprotokoll steuerbar ist», ergänzt die Spezialistin für Ladelösungen.

So können Ladestationen in einigen Jahren einfach und unkompliziert in komplexere Lösungen mit individuellen Abrechnungen integriert werden. 

E-Autos sind bei der Herstellung weniger umweltfreundlich, überzeugen beim Vergleich der CO2-Emissionen bei der Benutzung und Treibstoff/Strombereitstellung.
Die Betriebskosten von E-Fahrzeugen sind ab 20’000 Kilometern im Jahr bereits gleich hoch wie bei konventionellen Antrieben.
Daniela Sauter-Kohler ist Expertin für Ladelösungen in Mehrfamilienhäusern und Gewerbebauten bei EKZ. Mit ihrem Team unterstützt sie Kunden beim Umstieg auf Elektromobilität.

«Je nach Fahrzeugklasse liegen die Betriebskosten der E-Fahrzeuge ab 20'000 Kilometern im Jahr bereits gleich hoch wie bei konventionellen Antrieben, abgesehen davon, dass sie umweltfreundlicher sind. Dabei gilt es neben der Auswahl des Fahrzeugmodells folgende Punkte bei der Installation von Ladestationen zu beachten:

  • Denken Sie auch in der Mobilität langfristig. Planen Sie bereits heute für ein Lademanagement, das den Stromverbrauch des Gebäudes berücksichtigt beim Laden. Auch wenn Sie aktuell nur eine Ladestation installieren.
  • Herstellerneutralität bei den Ladestationen hat für Sie den Vorteil, dass Sie auch in Zukunft mit der bestehenden Infrastruktur neue Ladestationen hinzufügen können.
  • Holen Sie mehrere Offerten ein. Diese sollten neben der Architektur der Ladeinfrastruktur ebenso ein Abrechnungskonzept umfassen.»