Guten Morgen, Sonnenschein

Gesellschaft

Guten Morgen, Sonnenschein

Vor einem Jahr mit einem grossen Fest eingeweiht, liefert sie nun Strom für die Tagesschule Oberglatt: die Solaranlage, die mithilfe der Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Bildungsprogramms Klimaschule sowie mit Unterstützung von EKZ ­installiert wurde.

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Noch ist es still im Gebäude der Tagesschule Oberglatt, einer Schule für Kinder mit Schwierigkeiten im sozial-emotionalen Bereich. Es ist die letzte Sommerferienwoche und das Gewusel, das Lachen, Springen, Rufen und Geschwatze, das dem Schulhaus in einer Woche mit der Rückkehr der Schülerinnen und Schüler wieder Leben einhauchen wird, lässt sich nur erahnen.

Das neue Schuljahr ist der Start ins dritte Jahr des Bildungs- und Klimaschutzprogramms Klimaschule der gemeinnützigen Klimaschutzorganisation Myblueplanet. Es orientiert sich am Lehrplan 21 und wird von EKZ unterstützt. Vor einem Jahr hat EKZ im Rahmen dieses Programms eine Solaranlage auf dem Dach der Tagesschule installiert. Das Spezielle dabei: Die Schüler halfen tatkräftig und hoch motiviert bei der Installation mit. «Das Bildungsprojekt ist super und holt die Schüler ab», schwärmt Schulleiter Eckart Störmer. «Hier reden sie nicht nur über Klimaschutz, sondern werden selber aktiv. Die Kinder und Jugendlichen erleben, dass sie etwas bewirken können», ergänzt er. Dass die Tagesschule Oberglatt Nachhaltigkeit lebt, zeigt sich auch in der Gewichtung der Solaranlage. Auf einem grossen Bildschirm, mitten im Schulhaus, können Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Besucher sehen, wie viel Leistung die 96 Module der Solaranlage auf dem Dach des Schulgebäudes aktuell liefern.

Immer wieder geht die Sonne auf

Sehr zufrieden mit der Anlage zeigt sich auch Daniel Bauer, Projektleiter Klimaschule bei EKZ. «Die Anlage läuft sehr gut und hat in den vergangenen zwölf Monaten dank dem sonnigen Wetter deutlich mehr produziert, als wir erwartet hatten», erzählt Bauer und ergänzt, dass die Produktion von über 33 000 Kilowattstunden einem Verbrauch von rund 7,5 durchschnittlichen Haushalten oder rund 330 000 Kilometern für ein Elektroauto entspricht. «Auch die Eigenverbrauchsquote mit rund 55 Prozent ist ein sehr guter Wert», sagt der EKZ-­Projektleiter. Mit dem Solarstrom wird beispielsweise fürs gemeinsame Mittagessen gekocht, eine Ladestation für E-Autos versorgt oder im Winter die Wärmepumpe betrieben. 

Rund 55 Prozent des Eigenverbrauchs an Strom werden heute auf dem Dach ­erzeugt.
Angela Serratore, Myblueplanet, und Eckart Störmer, Schulleiter der ­Tagesschule Oberglatt, sind zufrieden mit den Resultaten.

Mit Solarstrom allein ist es nicht getan

Nachhaltigkeit ist bei uns übergeordnet», erzählt Eckart Störmer. «Das Thema bezieht sich sowohl auf die Natur als auch auf das soziale Miteinander. Im Grunde geht es ja darum, dass wir uns unserer Wirkung bewusst werden: derjenigen auf den anderen Menschen genauso wie derjenigen auf die Natur», ergänzt er. Deshalb gibt es auch einen Dialog zwischen Schülerparlament und Schulleitung, was die Perspektive der Kinder und Jugendlichen ändert. Sie bringen häufiger Ideen ein, was beispielsweise rund um die Energie verbessert werden kann. So sei ein Schüler auf Störmer zugegangen und hätte vorgeschlagen, das Licht im Schulhaus zu reduzieren, wenn es draussen hell ist. Seither brennen nur noch die Lampen, die wirklich benötigt werden, erzählt der Schulleiter voller Stolz.

«Hier reden die Schüler nicht nur über Klimaschutz, sondern ­werden selber aktiv.» 

Keine Angst vor Energie

Angela Serratore begleitet die Tagesschule Oberglatt seit rund zwei Jahren. Sie leitet das Programm Klimaschule von Myblueplanet und ist der Dreh- und Angelpunkt, wenn es um einzelne Bildungsaktivitäten oder Aktionstage sowie den Austausch mit externen Partnern geht, welche die Schulen in den einzelnen Bildungsthemen unterstützen. Es ist ein Herzensprojekt, wie sie sagt. «Wir ­wollen den Schülern die Angst und Unsicherheit vor dem Thema Energie nehmen», erzählt sie. Dabei setzt
die Klimaschutzorganisation auf Interaktion und Er­­lebnisorientierung: «So fällt es den Kindern und Jugendlichen leichter, diese oft technischen Themen aufzunehmen», erzählt Serratore und unterstützt Schulleiter Störmer bei der Aussage, dass die Kinder gerade auch diese Themen rund um Nachhaltigkeit oft nach Hause zu den Eltern tragen und diese ebenfalls sensibilisieren.

Gemeinsam den Weg weitergehen

Die Schwerpunkte für das kommende Schuljahr sind bereits definiert. Jetzt fehlen nur noch die Schülerinnen und Schüler, die mit einer Lupe selber die Energie der Sonne testen, Windräder basteln oder mittels Recy­cling Verantwortung für die Natur übernehmen. Die Vorfreude auf die kommenden Projekte ist schon jetzt allen Partnern des Programms anzumerken; die Gesichter der Schüler werden bald strahlen wie die Sonne auf die fixierten Solarpanels. 

Myblueplanet ist eine gemeinnützige ­Klimaschutzorganisation, die sich für den Klimaschutz einsetzt. Die Kampagne «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule» aus dem Programm Klimaschule von Myblueplanet ermöglicht den Bau ­einer Solaranlage, bringt die Themen Klimawandel und Energiewende in die Schulzimmer und sensibilisiert die Gesellschaft über das Schulumfeld hinaus.

myblueplanet.ch
klimaschule.ch