Etwa fünfmal pro Jahr klettert Arnold Adolf auf die Türme des Zürcher Grossmünsters, um die Fahnen aufzuhängen. Eine luftige Aufgabe – und eine Ehre für unseren Verkaufs­berater Solartechnik.

Zuoberst auf den Türmen des Grossmünsters bin ich nur für mich. Alles rundherum spielt keine Rolle. Ich geniesse den Moment und natürlich auch die Aussicht. Auch wenn ich eigentlich zum Arbeiten da hochsteige, ich hänge ja die Fahnen auf, schweift mein Blick immer noch einmal über die Stadt, bevor ich herunterkomme. Ich habe die Aufgabe erst in diesem Jahr übernommen. Daniel Irniger, ein Kollege aus der Baubranche, hat mich angerufen und gefragt, ob ich immer noch z’Berg gehe. Als ich Ja gesagt habe, hat er mich gefragt, ob ich Lust hätte, jeweils vor den Feiertagen die Fahnen an den beiden Türmen des Grossmünsters zu hissen. Natürlich habe ich zugesagt: was für eine Ehre!

«Mein Blick schweift immer noch einmal über die Stadt, bevor ich herunterkomme.» 

Klettertechnisch ist die Aufgabe nicht anspruchsvoll, aber man muss Vertrauen in sich selbst haben und mit dem Material umgehen können. Denn ich hänge 64 Meter über dem Boden an der Turmnadel, während ich die Fahnen montiere. Das Hochkommen ist auch nicht ganz einfach. Ich klettere jeweils durch die Luke in der Turmkuppel hinaus und steige langsam hoch zur goldenen Krone, die man von unten gut sieht. Danach muss ich mich durch die enge Lücke zwischen Krone und Turmnadel hindurch hochstemmen. Oben angekommen binde ich eine Schlinge um die Nadel und hänge mich ein. Die ganze Zeit sichere ich mich selbst mit einer Rückfallsperre. Ganz alleine kann ich die Fahnen aber nicht hissen. Daniel steigt jeweils bis zur Luke hoch, wo die Schalter für den Fahnenmast angebracht sind, und fährt den Mast Schritt für Schritt aus. Es ist Teamwork: Ich binde den obersten Riemen der Fahne um den Mast, danach fährt er den Mast ein Stück hoch bis zum nächsten Riemen und so weiter. Die Aufgabe braucht Zeit, denn jeder Turm bekommt eine Fahne, und ein paar Tage später müssen wir sie wieder herunternehmen.

Bei der Arbeit hilft mir das Bergsteigen sehr, weil ich mich mit Seil und Gstältli auskenne. Zudem habe ich früher Industrieklettergurte geprüft. Mein Gstältli prüfe ich auch heute noch regelmässig. Manchmal werde ich auch von Touristen, ja sogar von Einheimischen angesprochen. Denn kaum jemand fragt sich, wie die Fahnen hochkommen. Aber wenn die Leute uns zusehen, finden sie es faszinierend und stellen ganz viele Fragen. Auch ich selbst bin immer noch fasziniert. Schlendere ich dann abends durch die Stadt, schaue ich gerne hoch und erinnere mich an den Moment, in dem ich oben war.»